Über den Stoffwechsel der Carcinomzelle

So lautet der Titel eines berühmten Vortrages von Prof. Dr. Dr. Otto Warburg vom 18. Feb. 1925 vor der Berliner Medizinischen Gesellschaft. Ist abgedruckt in Warburgs Buch „Über den Stoffwechsel der Tumoren“ (1926). Dort bespricht der Biochemiker, Arzt und Nobelpreisträger seine Entdeckung. Ein Prinzip, von dem ich ahne, dass es uns die entscheidende Waffe gegen den Krebs in die Hand geben wird.

Welches Prinzip? Kurz gesagt: Die Krebszelle unterscheidet sich von der normalen Körperzelle und wird dadurch angreifbar. Das war’s auch schon. Wie Warburg darauf kam? Da muss man wirklich erst mal draufkommen: Der gute Mann fand etwas Außerordentliches, nämlich einen Energiesprung bei der Befruchtung der Seeigel, suchte nach Analogien und kommt auf die ungehemmt wuchernde Krebszelle. Zitat:

Dies ist der Versuch, von dem wir ausgingen, und der uns veranlasste, den Stoffwechsel der Carcinomzelle näher zu untersuchen. Dabei ergab sich, dass die Carcinomzelle neben der Sauerstoffatmung eine zweite energieliefernde Reaktion besitzt. Die Carcinomzelle oxidiert nicht nur Zucker, sondern spaltet auch Zucker zu Milchsäure …. Dies bezeichnet man als Glykolyse. Die Carcinomzelle kann sich ihre Energie also aus 2 Reaktionen holen. Auch aus der Spaltung von Zucker zu Milchsäure, zu Laktat.

Die Krebszelle würde diese Art der Energiegewinnung nützen, obwohl sie genügend Sauerstoff bekommt. Laktat entstehe also nicht „notgedrungen“ infolge Sauerstoffmangels – wie in der überforderten Sportler-Muskulatur, sondern diese andere Energiegewinnung sei dabei ein eigenständiger Prozess.

Das war der Beginn: Kann man die Krebszelle an diesem eigenständigen Prozess packen? Laut Dr. Johannes Coy (2005) kann man. Und davor hatte schon Frau Dr. Dr. Dr. Johanna Budwig, eine Chemikerin, längst verstanden und gehandelt. Erinnern Sie sich an die sog. Budwig-Diät aus Eiweiß und Fett? Demnach gelten als besonders wichtig: Quark (Topfen), Hüttenkäse, Leinsamen und kaltgepresstes Leinöl. Eine Antikrebs-Diät.

Warburgs Werk von 1926 wird übrigens von folgendem Satz eingeleitet:

Der wichtigste Schritt für den Fortschritt einer jeden Wissenschaft ist das Messen von Größen.

Goldene Worte, wie ich finde. Ausprobieren ist zwar menschlich und legitim, das Messen ist aber besser. Gibt mehr Sicherheit.

Darum messen wir auch !

PS: Das Büchlein von Warburg verdanke ich Frau Prof. Dr. Ulrike Kämmerer in Würzburg. In Wahrheit aber meinem Töchterlein, die das Buch kopieren durfte. Sie hatte kürzlich in Würzburg ihre „Master of Science“-Arbeit eingereicht – zum Thema Krebszellen und Ketose.

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