“Entscheidende” Moleküle

Manchmal könnte man sich über das wissenschaftliche Arbeiten direkt lustig machen. Über das wissenschaftliche Arbeiten unter Zeitdruck und Geldmangel …

Will heißen, 1.200 Studien selektieren. Dann die Zusammenfassungen (engl. abstract) von ca. 400 Studien durchlesen. Wenn gefühlt (gefühlt deshalb, weil für mehr keine Zeit bleibt) 50 % des Inhalts der Zusammenfassung dem entspricht, was man sucht, so liest man das Fazit (engl. conclusion). Übrig bleiben dann vielleicht 100 Studien. Und von diesen, wenn noch Zeit bleibt, schaut man sich letztlich ein paar noch genauer an.

Ein Verhaltensökonom muss dabei wohl im Trüben fischen, denn bei dieser enormen Vorselektion kann es passieren, die Studien nicht gänzlich objektiv auszuwählen. Das wäre dann eine Voreingenommenheit (engl. bias). Und das Entscheidungsverhalten von Menschen ist enorm komplex, wie man sich vorstellen kann. Eine Untersuchung dieses Verhaltens daher entsprechend kompliziert.

Während des Kalten Kriegs erfolgte das mittels Zahlen und Formeln. Genannt Spieltheorie. Jedoch belegte der Träger des Alfred Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften, Jean Tirole, zusammen mit Drew Fudenberg mathematisch (!) (siehe „Game Theory“, von Tirole/Fudenberg), dass es unmöglich ist, mittels logisch interpretierter Zahlen das menschliche Entscheidungsverhalten vorherzusehen. Ein Beispiel: Das Kaufverhalten an der Börse.

Der novellierte Ansatz besteht nun darin, die Neurowissenschaften, Psychologie, Biologie und den Kognitivismus in die Spieltheorie mit einzubeziehen. Heißt dann alles zusammen

„Neuropsychoeconomics“.

Und was hat diese ökonomische Speerspitze der Wissenschaft herausgefunden? Sie hat herausgefunden, dass

Moleküle das Entscheidungsverhalten der Menschen steuern.

Z.B. das Hormon Oxytocin oder Kuschelhormon. Nachzuschlagen bei Krueger et al. (2007) und Kosfeld et al (2005). Oxytocin regelt bekanntlich das Gefühl von Vertrauen. Dopamin den Antrieb usw..

Man wollte dann auch wissen, ob die gerechtfertigte Bestrafung einer Person in uns Glückshormone freisetzt. Das ist tatsächlich der Fall und von Person zu Person verschieden. Man fand heraus, dass die dafür zuständigen Gehirnregionen besonders aktiv sind bei jenen Personen, die auch nicht davor zurückschrecken, viel zu opfern, nur um eine Person „zu Recht“ bestrafen zu können.

Sind wir diesen Molekülen also ausgeliefert ? Haben wir keinen freien Willen ?

Eben nicht. Ich denke vielmehr und in aller Bescheidenheit, ich war dieser Speerspitze der Wissenschaft einen Schritt voraus. Denn:

Man hat Kontrolle über seine Moleküle !

Folglich kann man die Moleküle seines Entscheidungsverhaltens beeinflussen, sogar steuern. Man kann Gene aktivieren und stumm schalten. Die Wissenschaft dahinter, den entscheidenden Schalter dazu kennen Sie:

Epigenetik.

Genetisch korrekte(s) Bewegung, Ernährung, Denken.

Zum Nachlesen: Sie sind der Boss (News v. 15.12.2017)

Demenz verhindern

Vitamin E muss immer zusammen mit Vitamin C eingenommen werden. Ist Ihnen vielleicht bekannt. Tun Sie das nicht, wird Vitamin E im Körper ein schädlicher Stoff. Erst Vitamin C erneuert permanent die hochwirksame antioxidative Wirkung von Vitamin E. Das nur zur Erinnerung. Und seit 2004 wissen wir auch, dass Vitamin E und Vitamin C zusammen Alzheimer zu 78 % verhindern. Also praktisch ganz !!

Aber was nützt das, wenn die Wissenschaft zwar weiß, es die Ärzte aber nicht umsetzen? Es nicht anwenden?

Beschreibt ein Kollege, Dr. Thomas Assmann, in der F.A.S. (Rubrik „Der Landarzt“) sein Leid, als er zu einem älteren Ehepaar gerufen wurde, weil der ganze Keller unter Schaum stand. Die Dame, offenbar dement, hatte eine ganze Packung Waschmittel in die Waschmaschine gesteckt.

Die Tendenz zur Demenz in Deutschland ist anhaltend. Bis 2050 wird mit 2,6 Mio. Demenz-Erkrankten gerechnet. Mindestens. Wer wird die alle pflegen? Wer wird das bezahlen? Da rollt mindestens 1 Lawine auf unsere Kinder zu …

Aber wir kennen doch die Lösung – oder nicht ?

Sehr richtig beschreibt Kollege Assmann die 2 Hauptformen der Demenz: ALZHEIMER und GEFÄSSVERKALKUNG im GEHIRN. Und gibt die üblich allgemein gehalten Ratschläge wie Sport treiben, Rauchen aufhören, Depression früh behandeln usw.. Doch die Wissenschaft ist weiter !

Die Wissenschaft ist Prof. Christian Bernreuther in Heidelberg. DIE Kapazität, wenn es um Alzheimer geht. Der – in Zeitungsinterviews – präzise formuliert, womit er sich selbst vor Alzheimer schützen würde:

Vitamin C und Vitamin E

Und er zitiert auch die eingangs erwähnte Cache County Study von 2004, die wissenschaftlich beweist (!), dass man Alzheimer mit diesen beiden Antioxidantien in den Griff bekommen kann. Und man mit noch mehr Antioxidantien wohl noch mehr Erfolg hätte. Das sagt Kollege Assmann in der F.A.S. aber nicht. Warum nicht ?

Und wie man Gefäßverkalkung zuverlässig und sicher verhindert, wissen wir auch: Erst bestimmt man einmal sämtliche Risikofaktoren. Sämtliche! Das tut nicht einmal Ihre Uniklinik. Warum eigentlich nicht ??? Und dann arbeitet man die Faktoren ab. Dabei lernt der Patient sehr schnell, dass er dafür die Lebensweise ändern muss.

Nur: Er lernt es an einer Zahl, die er versteht. Er weiß plötzlich, weshalb er jeden Tag 30 Min. joggen soll. Weshalb er auf Zucker und Mehl verzichten soll. Er kann es an der Zahl direkt ablesen. Und so haben wir Ärzte … Erfolg. Lesen Sie häufig genug in diesen News.

Die nicht etwa drohende, sondern längst eingetretene Katastrophe “Demenz in Deutschland” ist also beherrschbar. Die Wissenschaft weiß das. Nur was nützt das, wenn es die Ärzte nicht wissen ?