Medizinwitz des Tages 10. Februar 2020

Diabetes mellitus ist und bleibt eine der häufigsten, potenziell folgenschwersten und auch kostenintensivsten chronischen Erkrankungen. Sie entwickelt sich damit inkl. Begleit- und Folgeerkrankungen zu einer der größten Herausforderungen für die Gesundheitssysteme des 21. Jahrhunderts. Man wird dieses Problem mit Sicherheit nicht aussitzen können.

wir sind diabetes am 10.02.2020

Rotes Fleisch (Schwein, Rind, Lamm) fördert die Entstehung von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es erhöht das Darmkrebsrisiko, trägt zu Gelenksbeschwerden wie Gicht, Rheuma oder Arthrose bei. … Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt pro Woche nicht mehr als 600 g Fleisch und Wurst zu essen.

Apotheken Umschau am 10.02.2020

Wenn bei schwer übergewichtigen Patientinnen und Patienten weder eine Ernährungsumstellung noch Bewegung zur Gewichtsabnahme führen, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein.

Krankenhaus Göttlicher Heiland GmbH am 10.02.2020

Ein Gesamtgewicht von 47.000 Tonnen haben die deutschen WW-Teilnehmer in den letzten 50 Jahren abgenommen ! Das ist eine schier unfassbar große Zahl und entspricht 210 Mal der Freiheitsstatue von New York.

WW Deutschland GmbH am 10.02.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Das optimale Essen

Nach dem weltgrößten Kongress der Kardiologen 2018 in München gab es nahezu in allen Medien folgende Schlagzeilen: “Low carb verkürzt das Leben”, “Low carb erhöht die Sterblichkeit”, “Verzicht auf Kohlenhydrate ist gefährlich”, “Schwachsinn Low carb” usw..

Wir wollen jetzt aber nicht über die Arbeit von Journalisten lamentieren, sondern verstehen: Was geht da vor sich ? Und das wiederum kann man ganz einfach erklären.

Sie erinnern sich doch sicher an die PURE Studie von 2017. Die war auch Thema der News vom 17.11.2017, 29.10.2017, 14.10.2017 und 07.10.2017. Da wurde

  • an 135.000 Menschen
  • aus 18 Ländern
  • über 7 Jahre lang
  • mit 200 Forschern

studiert. Das Ergebnis dann in „The Lancet“ so zusammengefasst:

  • Kohlenhydrate erhöhen die Sterblichkeit. Man lebt kürzer.
  • Tierisches Eiweiß senkt die Sterblichkeit. Man lebt länger.

Das war eine 1. Auswertung. Am bereits erwähnten Kongress in München nun präsentierte Prof. Andrew Mente eine sehr viel genauere Auswertung der PURE Studie. Und demnach sei für ein langes Leben förderlich:

  • Gemüse, Früchte, Nüsse, Hülsenfrüchte und Fisch
  • Milchprodukte und unverarbeitetes rotes Fleisch (“entgegen der üblichen Ernährungsempfehlung”)

Hier steht also, dass Eiweiß, Fett und auch reichlich Kohlenhydrate das Leben verlängern. Ausdrücklich NICHT förderlich für ein langes Leben seien

Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Zucker !

Damit ist das Rätsel Kohlenhydrate aufgelöst. Alle Aufregung umsonst! Die Damen und Herren von der Presse hätten nur genau zuhören oder lesen müssen. Sich vielleicht sogar die Studie selbst anschauen. Tut natürlich niemand …

Interessant hingegen und von Prof. Mente so nebenbei erwähnt, ist die Zusammenstellung des optimalen Essens für ein langes Leben. Nach einem Punktesystem. So sollte man täglich essen:

  • 8,4 Portionen Früchte und Gemüse (!!!)
  • 2,5 Portionen Nüsse und Hülsenfrüchte
  • 1,4 Portionen rotes Fleisch (120-130 g, keine Wurst)
  • 3 Portionen Milchprodukte
  • 2 x Fisch pro Woche

Rechnet man das durch, dann kommt man doch tatsächlich auf

  • 54,0 % Kohlenhydrate
  • 28,3 % Fett
  • 17,9 % Eiweiß.

Wie bitte? 54 % Kohlenhydrate am Tag? Ja, aber damit sind nur die richtigen Kohlenhydrate gemeint, die Natürlichen. Nicht die Künstlichen, die Leeren. Dabei kann man allenfalls über die Hülsenfrüchte streiten. Nur machen diese (für mich schlechten) Kohlenhydrate umgerechnet knapp 8,5 % aus. Das lassen wir noch durchgehen …

Low carb verkürzt natürlich NICHT das Leben. Low Gemüse schon !

Dazu passend die News vom 05.08.2018: Gemüse-Kalorien zählen nicht

Tag der gesunden Ernährung: OVID empfiehlt Rapsöl auch wegen Omega-3

Wir vom Molner Health Center sind nicht wirklich ein Freund von „Tag des …“ oder „Tag der …“. Aber wenn die sog. Seltenen Krankheiten einen eigenen „Festtag“ haben, dann soll das mit dem 7. März natürlich auch für „Die gesunde Ernährung“ gelten. Bei dieser Gelegenheit empfiehlt übrigens der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) den Konsum von Rapsöl.

Infografik: obs / OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland

Entscheidend sei nämlich das Fettsäurespektrum, weiß die OVID-Geschäftsführerin Petra Sprick. „Unter allen Pflanzenölen liefert Rapsöl die nahezu optimale Zusammensetzung. Zudem enthält das Öl Alpha-Linolensäure, eine lebenswichtige Omega-3-Fettsäure.” Fett sei nämlich nicht gleich Fett. Fleisch- und Wurstwaren z.B. hätten zu viele gesättigte und zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Daher empfehle auch die Universität Hohenheim, den größten Teil der Nahrungsfette über Pflanzenöle aufzunehmen, wie etwa Raps- oder Olivenöl.

2016 wurden in Deutschland rund 81 Mio. Liter Rapsöl verkauft. Laut Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) ist Rapsöl damit noch vor Sonnenblumen- und Olivenöl das beliebteste Speiseöl der Deutschen. „Nahrungsfette“ seien nicht nur Energie, sondern spielen im Körper als Bestandteile von Zellmembranen, thermischer Isolator und Vorstufe von Hormonen und Botenstoffen eine tragende Rolle. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zu täglich 60-80 Gramm Nahrungsenergie aus Ölen und Fetten.

Erstmals Schweinefleisch ohne Antibiotika für Deutschland

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung steht schon lange in der Kritik. In Deutschland z.B. werden 75 % aller Antibiotika an die Nutztiere verabreicht. Und laut der Privat-Fleischerei Reinert halten auch 80 % der Konsumenten die Gefährdung durch Antibiotika für groß. „Insbesondere junge Menschen sehen hier ein echtes Problem (86 %)“, weiß der Geschäftsführer Hans-Ewald Reinert.

Infografik: obs / H. & E. Reinert Westfälische Privat-Fleischerei

Zudem fühle sich fast die Hälfte der Verbraucher in ihren Bedenken von den Wurst- und Fleischproduzenten nicht ernst genommen … Reinert will das ändern und bringt darum als Erster 2018 eine Produktlinie aus 100 % antibiotikafreier Aufzucht auf den Markt. „Unser Ziel sind die ersten Lösungen für zukünftige Wege in der Fleischbranche aufzuzeigen“, so der Eigentümer. Dazu habe Reinert als Partner den dänischen Fleischproduzenten Danish Crown gewonnen. In den USA und Italien sei Fleisch aus der antibiotikafreien Aufzucht schon erhältlich.

Omega-3-Fettsäuren sind so wichtig wie Eiweiß und verlängern das Leben

„Bei keinem anderen Stoff liegen Gesundheit und Krankheit so nahe zusammen wie bei Fett“, heißt es im dem Bestseller-Buch „Fit mit Fett – Die Omega-3-Revolution“ von Dr. Ulrich Strunz und Andreas Joop. Und in der Tat ist Fett nicht gleich Fett, denn es gibt einerseits die lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren und andererseits die in den Lebensmitteln versteckten (lebensbedrohenden) Transfette. Und so kommt es, dass mittlerweile jeder Zweite an dem „versäumten Ölwechsel“ im Körper stirbt. (2015) Ansonsten verlängert Omega-3 das Leben „um mindestens 10 %“. (2014)

Nährstoffe im Alaska Seelachs, der Deutschen liebster Speisefisch. (Infografik: obs / Edelman.ergo / Alaska Seelachs)
Nährstoffe im Alaska Seelachs, der Deutschen liebster Speisefisch. (Infografik: obs / Edelman.ergo / Alaska Seelachs)

Das Gehirn z.B. besteht zu 60 % aus Fett und wächst auch das ganze Leben hindurch, wenn es den Gehirnbaustein DHA, eine Omega-3-Fettsäure, bekommt. Die bereits erwähnten „industriellen Killerfette“ hingegen begünstigen Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes, Rheuma, Depressionen uvm.. Und das sind immerhin 60 % aller verspeisten Fette – im bedenklichen Verhältnis 20:1 verspeisten Fette! Also bitte weiterhin Finger weg von Butter, Margarine, Wurst …

Omega-3-Fettsäuren, also Leinöl, Fische oder Krill, sind das Geheimnis der 100-Jährigen – und zwar weltweit! Als ungesättigte Fettsäuren schützen sie die 70 Billionen Körperzellen und damit den Körper insgesamt vor Diabetes, Stress bis hin zu Krebs. Sollten Sie nun Fisch nicht so mögen und greifen daher zu Omega-3-Kapseln, so empfiehlt es sich, auf deren Zusammensetzung zu achten. Wollen Sie mehr ihrem Gehirn helfen, dann brauchen Sie DHA, wollen Sie mehr für Ihr Gewebe und gegen Entzündungen tun, brauchen Sie EPA. (2015)

Eine
Eine “Harvard”-Studie bestätigt: Omega-3 schützt vor Demenz, Herzinfarkt und Krebs. (Infografik: obs / Edelma.ergo / Margarine und pflanzliche Streichfette)

Und jüngste Studien förderten sogar Sensationen zu Tage. So verlängert etwa Omega-3 die Telomere, welche die noch verbleibende Lebenszeit des Menschen anzeigen. (2016) Oder dass Omega-3 über 6 Monate eingenommen den Abbau der Muskelmasse stoppen kann bzw. dass täglich 4 g Omega-3 die Muskeln „um 50 %“ (!) schneller wachsen lassen, noch dazu ohne Training. (2015) Logisch also, dass die EFSA schon 2012 den Referenzwert für die tägliche Aufnahme von langkettigen Omega-3-Fettsäuren mit 5 Gramm festgelegt hat. Das entspricht etwa 200 g Lachs oder 250 g Hering.

Oder dass Omega-3 die Vitalkapazität der Lunge, also das Lungenvolumen, um sagenhafte 41 % erhöht. Oder dass Omega-3, so Dr. Strunz, sogar das Wachstum „der vielen, vielen potenziellen Krebse“ verhindert! (2010) Kurz und gut: Omega-3-Fettsäuren gehören zu den 47 lebensnotwendigen Stoffen, die man essen muss. Und sie sind mindestens so wichtig wie Eiweiß. Da können es dann schon auch 4-6 g am Tag sein! (2012) Omega-3 ist Teil genetisch korrekter Kost wie auch Omega-6. Letzteres aber bitte nur als 5 % der Nahrung und nicht wie üblich 50 %! Omega-6 macht nämlich dick … (2010)

“Omega-3 macht Krebs”

Und selbstverständlich wurde auch den so segensreichen Omega-3-Fettsäuren schon unterstellt, ein Krebsverursacher zu sein. Das war im Deutschen Ärzteblatt schon so, in den Tageszeitungen usw.. (2013) Ist natürlich absoluter Blödsinn und war leicht durchschaubar. Aber zumindest das Deutsche Ärzteblatt hat sich mittlerweile korrigiert: Aus Omega-3-Fettsäuren könnten Prostatakrebs fördern wurde 2016 Omega-3-haltige Nahrungsmittel senken Sterblichkeit. 2006 übrigens hatte es dort noch geheißen, Omega-3-Fettsäuren hätten keinen Effekt auf das Krebsrisiko … (2016)

Die Aufnahme von Omega-3 im Körper kann übrigens um den Faktor 13 (!) variieren, hängt aber in jedem Fall davon ab, wie viel Fett gerade im Magen ist. (2018)