Medizinwitz des Tages 5. Juli 2020

Die Umwelt hat einen Einfluss auf die Entstehung von Diabetes und möglicherweise auch auf ihren Verlauf. Neben Faktoren wie Luftverschmutzung, Lärm oder einem ungünstigen Wohnumfeld kann auch der Klimawandel mit wochenlangen Hitzewellen Diabetikern gefährlich werden.

Diabetes Ratgeber am 05.07.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Immunoseneszenz

Die Sache mit dem Älterwerden ist vielleicht einfacher und durchsichtiger, als wir (wohl alle) bisher gedacht haben. Weitergeholfen hat uns da die Genetik und die Epigenetik. Man kommt darauf, wenn man sich einmal auf das Immunsystem konzentriert. Also jenes System des Körpers, das über Gesundheit und Krankheit entscheidet.

Alt werden geht Hand in Hand mit der sog. Immunoseneszenz, einem Zustand, in dem Immunzellen in eine Art Schlummerzustand fallen. Der wiederum bewirkt eine allmähliche und ganz natürliche Veränderung der Struktur und der Funktion des Immunsystems !

Diese Immunalterung ist gekennzeichnet durch die abnehmende Fähigkeit des Immunsystems, sich anzupassen wie auch durch die Entwicklung einer chronischen Entzündungsphase. Erinnern Sie sich?

Jede Krankheit ist eine Entzündung.

Da können Sie Depression (Entzündungszeichen im Kernspin) nehmen oder Asthma (Entzündung der Bronchien) oder Krebs (deshalb hilft Vitamin C) oder Diabetes (Innenseite der Blutgefäße) uvm..

Wegen dieser Immunalterung haben ältere Menschen ein erhöhtes Risiko für Infektionen, für eine verzögerte Wundheilung, eine Vielzahl an chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma, Arteriosklerose und den Typ-II-Diabetes.

Forscher der Stanford University ist es nun gelungen, auf Genen, die für die Bildung von Immunzellen verantwortlich sind, sog. epigenetische Marker zu identifizieren. Die Anzahl dieser Marker auf den Immun-Genen war bei älteren Menschen deutlich höher als bei jüngeren. Wichtig: Auch bei älteren eineiigen Zwillingen war die Anzahl dieser Marker höher als bei jüngeren eineiigen Zwillingen.

Der letzte Punkt beweist, dass die Anzahl der Marker genetisch nicht einfach so vorbestimmt ist, sondern im Laufe des Lebens – beim Älterwerden – zunimmt. Und diese epigenetischen Markierungen beeinflussen und bestimmen weitgehend das Verhalten der Immunzelle bzw. des Immunsystems. Und jetzt kommt’s:

Diese Markierungen sind nicht statisch, sondern verändern sich.

Deren Anzahl wird durch Faktoren wie Nahrung, Schlaf, Bewegung, Infektionen, Arbeit, Wohnverhältnisse, Pestizide, physischer oder psychischer Stress bestimmt. Also durch unsern ganz normalen Alltag. Der – von Mensch zu Mensch – völlig verschieden sein kann. Und damit – auf dem Umweg über Epigenetik – den Zustand unseres Immunsystems bestimmt.

Ob zu schwach oder ob kompetent und schlagkräftig. Damit haben wir die “Alterskrankheiten” – und damit den fast immer unnötig verfrühten Tod – selbst in der Hand. Gezeigt am Gen-Modell in der Stanford University !

Dort wurde auch ausdrücklich gesagt, dass der Mangel an „epigenetischen“ Lebensmitteln, also Nahrung, die der Körper von seiner Programmierung her erwartet, bereits ein wesentlicher Risikofaktor ist … für die Entstehung von Krankheiten. Beispiele gefällig?

Epigenetisch korrekte Lebensmittel wirken sich positiv auf diese Marker, auf die Methylierung aus. Dazu zählen:

Algen, Pilze, Fisch                                                   (Jod)
Eier                                                                                 (Cholin)
Rote Beete, Muscheln                                          (Betain)
Fisch, Nüsse                                                              (Methionin)
Brokkoli                                                                        (Sulforaphan)
Fisch, Meeresfrüchte                                            (Omega 3-Fettsäure DHA)
Eier, Kohl, grünes Gemüse, Geflügel             (B-Vitamine)

Instinktives Wissen unserer Vorfahren. Jetzt hochmodern auf dem Umweg über Genetik und Epigenetik nachvollzogen an einer führenden amerikanischen Universität.

Kohlenmonoxid: Eine tödliche Gefahr im trauten Heim

“Obwohl eine Vergiftung der Atemluft mit Kohlenmonoxid zumeist tödlich verläuft, sind deren Verursacher Bewohnern kaum im Bewusstsein”, weiß Nina Glaser vom Bundesinstitut für Risikobewertung. Die Gefahren gehen dabei nämlich hauptsächlich von defekten Heizungsanlagen, Gasthermen und Holzöfen aus. Schätzungen in Deutschland gehen von rund 1.000 Toten im Jahr aus.

Bild: obs / Arbeitskreis Kohlenmonoxid / Ei Electronics GmbH

Kohlenmonoxid ist farblos, geruchlos und geschmacklos. Das macht es so gefährlich, denn man bemerkt es nicht. Die typischen Symptome einer beginnenden CO-Vergiftung sind Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit. Für Personen in geschlossenen Räumen bedeutet das Gas eine echte Lebensgefahr, denn es wird eingeatmet und verhindert dann im Blut die lebenswichtige Sauerstoffaufnahme, was letztlich zum Tod führt.

Stressabbau: MBSR Übung für zu Hause

Zu viel Stress ist in der Tat eine der häufigsten Krankheitsursachen und dabei muss nicht immer gleich Burnout gemeint sein.  Zur Entspannung für zu Hause empfiehlt die AOK Hessen darum das Achtsamkeitstraining nach Dr. Jon Kabat-Zinn. Die englische Kurzform MBSR steht für “Mindfulness-Based Stress Reduction” und vereint Übungen, die bei regelmäßiger Durchführung sogar Depressionen verhindern könnten.

Infografik: obs / AOK Hessen / MBSR Achtsamkeitstraining

Wer will, der kann schon 100 Jahre alt werden

Die Lebenserwartung der Menschen steigt erfreulicherweise an. Deren Jahre bei voller Gesundheit eher nicht so sehr. Wurde man im 19. Jahrhundert noch rund 50 Jahre alt, so dürften 28 % der Mädchen mit Geburtsjahr 2017 an die 100 Jahre alt werden. Von den Burschen dürften es 7 % schaffen. Dies haben Studien des Max-Planck-Institut für demografische Forschung ergeben. Eine heute 50-jährige Frau dürfte 88,2 Jahre alt werden, gleichaltrige Männer kommen auf eine Lebenserwartung von 83,4 Jahren.

In der EU sind 27 Mio. Menschen über 80 Jahre alt. (Infografik: obs / Ergo Versicherungsgruppe AG)

Wer also will, der kann bereits 100 Jahre alt werden. Die Gründe für diese Steigerung der Lebenserwartung sind schnell aufgezählt: Bessere Wohn- und Arbeitsbedingungen, mehr Bildung, mehr Hygiene, eine gesündere Ernährung sowie der medizinische Fortschritt insgesamt. Einen großen Einfluss auf das Alter haben bekanntlich auch noch der soziale Status wie der jeweilige Lebensstil. Darin vorbildlich ist z.B. Wildor Hoffmann, der ehemalige Präsident der Deutschen olympischen Gesellschaft. Er lehrt mit 92 Jahren noch immer als Professor an der Kölner Sporthochschule, lernt gerade Rumba tanzen und bewältigt jeden Tag 200 Treppenstufen.

“Langlebigkeit hat vor allem mit geistiger und körperlicher Fitness zu tun hat, also mit Denken und Sport”, unterstreicht Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen. Dass Männer statistisch gesehen rund 7 Jahre kürzer leben als Frauen, liegt laut der Universität Wien auch daran, dass sie riskanter leben würden. Damit gemeint sind eine Vorliebe für Alkohol und Nikotin, das Schwänzen von Vorsorgeuntersuchungen, die oft grundsätzliche Ablehnung von Nahrungsergänzungsmitteln sowie das Betreiben von Extremsportarten. Daran will u.a. auch der “Weltmännertag” jedes Jahr am 3. November aufmerksam machen!