KFV: Medikamente „schuld“ an bis zu 25 % aller Verkehrsunfälle

„Medikamente können die Fahrtüchtigkeit mit dem Auto negativ beeinflussen“, warnt Österreichs Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) – gerade im Winter (Stichwort Grippezeit). Noch dazu werde diese Gefahr von den Autofahrern unterschätzt. Die Experten gehen davon aus, dass 20-30 % aller in Österreich zugelassenen Medikamente Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit haben.

9.000 Verkehrsunfälle im Jahr

Eine neue „KFV-Dunkelzifferstudie“, dass in Österreich rund 521.000 Personen in den letzten 12 Monaten ein Kraftfahrzeug gelenkt hätten, obwohl sie wegen Medikamentenkonsums dessen unsicher waren. Dazu zählt KFV-Direktor Othmar Thann, Fehleinschätzungen aller Art, vermindertes Reaktionsvermögen und Müdigkeit. Es gebe Schätzungen, wonach 8-25 % aller Verkehrsunfälle direkt oder indirekt auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen sind.

„Das wären allein in Österreich pro Jahr zwischen 3.000 und bis 9.000 Verkehrsunfälle“, so Thann. Zu der Studie wurden Medikamente gegen Grippe, Schmerzen, Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel abgefragt. Ein Viertel (23 %) der Befragten gestand, den Beipackzettel selten oder nie zu lesen, um über die Nebenwirkungen genauer Bescheid zu wissen. Das auf der Medikamentenschachtel aufgedruckte Warndreieck mit Rufzeichen ist ebenfalls nur 24 % der Autofahrer bekannt.

Tückischer Hangover-Effekt

„Tückisch“ sei laut KFV auch der sog. Hangover-Effekt: So hätten manche Medikamente noch 16 Stunden nach der Einnahme eine Wirkung, die bis zu 0,8 Promille Alkohol im Blut entspricht. Und 29 % der Befragten hatten sich sogar unmittelbar nach der Medikamenteneinnahme wieder ans Steuer ihres Fahrzeugs gesetzt.