Medizinwitz des Tages 25. Januar 2021

Das Auftreten der Influenza-Welle ist in Österreich nicht vorhersagbar, jedoch gelten Kinder als wichtige Überträger.

Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller am 25.01.2021

Unverhältnismäßig hohe Freihaltepauschalen für Krankenhausbetten, zum Teil komfortable Ausgleichsregelungen für entgangene Umsätze oder für Hygiene in der ambulanten Versorgung und nicht nachvollziehbare Abgabenerstattungen in Höhe von 6 € pro FFP2-Masken an Apotheken. Mit Blick auf diese und weitere Beispiele warnen die Innungskrankenkassen davor, dass mit dem Argument der Bewältigung der Corona-Pandemie der Aspekt der Wirtschaftlichkeit im Gesundheitssystem schleichend erodiert.

IKK am 25.01.2021

Damit die Großeltern nicht Influenza anstatt Covid-19 bekommen, müssen wir die Kinder gegen Influenza impfen. Das auch dann, wenn die Großeltern schon gegen Influenza geimpft sind.

Österreichische Ärztekammer am 25.01.2021

Was können “Fatigue”-Betroffene gegen die dauernde Erschöpfung tun? Da Medikamente zur gezielten Behandlung bislang nicht erlaubt sind, können lediglich die Symptome behandelt werden. “Patienten können z.B. Strategien lernen, um besser mit der Krankheit zu leben”, meint Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen von der Berliner Charite. Zu diesen Strategien zählen vor allem Energiemanagement und Stresskontrolle.

HausArzt am 25.01.2021

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 16. Oktober 2020

ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres fordert dazu auf, verstärkt alle Wege zu einer Therapie gegen das Coronavirus zu verfolgen. … Die Entwicklung eines Medikaments dauert Jahre. Angesichts der aktuellen Situation ist das keine wirkliche Option.

Österreichische Ärztekammer am 16.10.2020

Neue Erkenntnis könnte dazu beitragen, die metastatische Ausbreitung von Tumoren und das Ansprechen auf die Behandlung vorherzusagen.

St. Anna Kinderkrebsforschung e.V. am 16.10.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

“Entscheidende” Moleküle

Manchmal könnte man sich über das wissenschaftliche Arbeiten direkt lustig machen. Über das wissenschaftliche Arbeiten unter Zeitdruck und Geldmangel …

Will heißen, 1.200 Studien selektieren. Dann die Zusammenfassungen (engl. abstract) von ca. 400 Studien durchlesen. Wenn gefühlt (gefühlt deshalb, weil für mehr keine Zeit bleibt) 50 % des Inhalts der Zusammenfassung dem entspricht, was man sucht, so liest man das Fazit (engl. conclusion). Übrig bleiben dann vielleicht 100 Studien. Und von diesen, wenn noch Zeit bleibt, schaut man sich letztlich ein paar noch genauer an.

Ein Verhaltensökonom muss dabei wohl im Trüben fischen, denn bei dieser enormen Vorselektion kann es passieren, die Studien nicht gänzlich objektiv auszuwählen. Das wäre dann eine Voreingenommenheit (engl. bias). Und das Entscheidungsverhalten von Menschen ist enorm komplex, wie man sich vorstellen kann. Eine Untersuchung dieses Verhaltens daher entsprechend kompliziert.

Während des Kalten Kriegs erfolgte das mittels Zahlen und Formeln. Genannt Spieltheorie. Jedoch belegte der Träger des Alfred Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften, Jean Tirole, zusammen mit Drew Fudenberg mathematisch (!) (siehe „Game Theory“, von Tirole/Fudenberg), dass es unmöglich ist, mittels logisch interpretierter Zahlen das menschliche Entscheidungsverhalten vorherzusehen. Ein Beispiel: Das Kaufverhalten an der Börse.

Der novellierte Ansatz besteht nun darin, die Neurowissenschaften, Psychologie, Biologie und den Kognitivismus in die Spieltheorie mit einzubeziehen. Heißt dann alles zusammen

„Neuropsychoeconomics“.

Und was hat diese ökonomische Speerspitze der Wissenschaft herausgefunden? Sie hat herausgefunden, dass

Moleküle das Entscheidungsverhalten der Menschen steuern.

Z.B. das Hormon Oxytocin oder Kuschelhormon. Nachzuschlagen bei Krueger et al. (2007) und Kosfeld et al (2005). Oxytocin regelt bekanntlich das Gefühl von Vertrauen. Dopamin den Antrieb usw..

Man wollte dann auch wissen, ob die gerechtfertigte Bestrafung einer Person in uns Glückshormone freisetzt. Das ist tatsächlich der Fall und von Person zu Person verschieden. Man fand heraus, dass die dafür zuständigen Gehirnregionen besonders aktiv sind bei jenen Personen, die auch nicht davor zurückschrecken, viel zu opfern, nur um eine Person „zu Recht“ bestrafen zu können.

Sind wir diesen Molekülen also ausgeliefert ? Haben wir keinen freien Willen ?

Eben nicht. Ich denke vielmehr und in aller Bescheidenheit, ich war dieser Speerspitze der Wissenschaft einen Schritt voraus. Denn:

Man hat Kontrolle über seine Moleküle !

Folglich kann man die Moleküle seines Entscheidungsverhaltens beeinflussen, sogar steuern. Man kann Gene aktivieren und stumm schalten. Die Wissenschaft dahinter, den entscheidenden Schalter dazu kennen Sie:

Epigenetik.

Genetisch korrekte(s) Bewegung, Ernährung, Denken.

Zum Nachlesen: Sie sind der Boss (News v. 15.12.2017)

Krebstherapie: A.T. Kearney prophezeit für 2018 “entscheidende Durchbrüche”

A.T. Kearney ist laut Eigendefinition eine der weltweit führenden Managementberatungen und berät Firmen wie auch Organisationen mit strategischer Weitsicht und operativer Umsetzungsstärke bei der Transformation ihres Geschäfts. Und nach den treffsicheren Vorhersagen für 2017 wagt ein Think Tank nun auch 10 Vorhersagen für 2018. Dabei gebe es, so Martin Eisenhut von A.T. Kearney Zentraleuropa, gute Nachrichten für die Medizin, denn die werde in der Krebstherapie “zahlreiche Erfolge” verbuchen können.

Infografik: obs / A.T. Kearney

Sogar mehr noch: “Dank der Digitalisierung sind entscheidende Durchbrüche bei der Behandlung von Krebs zu erwarten.”

Pharmakometrie kombiniert Biologie und Mathematik

Pharmakometrie kennt man landläufig eher weniger. Aber, so erfährt man dank Pharma fakten, dass Pharmakometriker keine Wirkstoffe entwickeln würden, sondern mathematische Formeln, um die Forschung von Wirkstoffen zu unterstützen und das Forschungsrisiko zu mindern. Das Ziel der Arzneimittelforschung sei nämlich der richtige Wirkstoff für den jeweiligen Patienten in der richtigen Dosis. Und dabei würden computerbasierte Berechnungen eine immer größere Rolle spielen.

Vorhersagen machen

So betreibt etwa der Pharmakonzern AbbVie in Ludwigshafen eine Computerlandschaft aus 1.000 Rechnern um, wie es heißt „die Biologie“ in den Computer zu bringen. Die Pharmakomometrie operiert also an der Schnittstelle zwischen Biologie und Mathematik. Es geht ihr darum, vorhersagen zu können, was ein bestimmter Wirkstoff im Körper macht. Wie lange er seine Wirkung behält und wie sich die Wirkung im Krankheitsverlauf ändert. „Wir können auf Basis unserer Modelle Vorhersagen treffen, die noch nicht beobachtet wurden“, meint man bei AbbVie.

Ein Beispiel sei die neueste Generation von Hepatitis C-Medikamenten. Diese sei so wirksam, dass das Virus bei Patienten schon nach 2 Wochen nicht mehr nachweisbar ist. Das heiße aber nicht, dass der Patient auch tatsächlich schon virusfrei ist. Denn nach den derzeitigen Nachweismethoden könnten sich noch bis zu 1 Mio. Viren im Körper befinden. So habe die Pharmakometrie folgende Fragen zu beantworten: Wie lange muss weiter behandelt werden, bis der Patient definitiv virenfrei ist und damit geheilt? Und in welcher Dosierung? Spielen Geschlecht und Gewicht eine Rolle?