Zahnärzte sehen „digitale Praxis“ kommen

So gut wie alle Zahnärzte (in Deutschland) erwarten eine zunehmende Digitalisierung ihres beruflichen Umfeldes und 68 % davon haben auch eine große Bereitschaft, Prozesse wie Abrechnung, Verwaltung und medizinische Dokumentation zu digitalisieren. Das erhob die Health AG in einer Umfrage.

Infografik: obs / Health AG

Der Hauptgrund für diese Digitalisierungsbereitschaft unter Zahnärzten ist laut Jan Schellenberger, CTO der Health AG, die wachsenden bzw. sich verändernden Ansprüche der Patienten. Zum Arbeitsalltag vieler Zahnärzte gehöre mittlerweile auch, den Patienten stärker als früher Rede und Antwort zu stehen. Vor allem die 18- bis 35-Jährigen kämen immer öfter vorinformiert in die Praxis und würden die Behandlung hinterfragen. Diese Erfahrung machen zumindest 53 % der Zahnärzte.

Gesundheitssystem in Österreich zum Wundern – Weniger gesunde Lebensjahre !

Obwohl das Gesundheitssystem in Österreich alljährlich zig Milliarden Euro kostet, aber gleichzeitig Herr und Frau Österreicher weniger gesunde Lebensjahre haben als in anderen Ländern, stehe es dennoch auf soliden Beinen und würde funktioniere. Das war der Tenor einer Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und Sozialminister Alois Stöger (beide SPÖ) mit der Präsentation einer „Effizienzstudie“ der London School of Economics. Nicht nur der Zugang zum Gesundheitssystem sei gegeben, sondern auch insgesamt die Zufriedenheit in der Bevölkerung hoch, versicherte auch der Studienleiter Elias Mossialos.

Health expenditure in Austria … (Foto: BKA / BPD / R. Aigner)

Der Universitätsprofessor plädiert daher nur „für aufeinander aufbauende Veränderungen, statt einer Revolution“. Zudem seien die Verwaltungskosten hierzulande „deutlich niedriger“ als in Ländern mit vergleichbaren Systemen wie den Niederlanden, Belgien oder der Schweiz. Für den Experten sei auch wichtiger die Qualität des Systems weiter zu verbessern, als eine Diskussion über die Anzahl der Sozialversicherungen in Österreich zu führen . Es sei „ein alarmierendes Faktum“, dass die Bürger in Österreich „deutlich weniger gesunde Jahre“ verbringen.

Nun sei die Politik gefordert, weil ansonsten die Kosten für ältere, chronisch Kranke in den nächsten Jahrzehnten explodieren werde. Die Lebenserwartung der Österreicher wird zwar bis 2030 um 2 bis 2,5 Jahre steigen – in anderen Ländern aber weitaus mehr. Die Gesundheitsministerin plant daher eine Stärkung der Prävention, um die Anzahl der gesunden Jahre in Österreich sogar deutlich zu erhöhen. Rendi-Wagner: „Jeder Euro, der in Prävention fließt, ist gut angelegt“. Weiters will die Ressortchefin durch eine Bundesagentur österreichweit gleiche Standards in den Spitälern sicherstellen.

Themenverfehlung ?

Für Österreichs Pharmaindustrie wiederum stellt die Studie um satte 630.000 € „eine klare Themenverfehlung“ dar, denn laut Regierungsvorhaben hätten „ganz konkret Kostendämpfungs- und Einsparungsmöglichkeiten in den Bereichen Verwaltung und Beschaffung erhoben werden sollen“. UND: „Obwohl Österreich mit 10,4 % des BIP zu den EU-Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben zählt, sind der Bevölkerung deutlich weniger gesunde Lebensjahre vergönnt als anderen EU-Bürgern.“