Medizinwitz des Tages 7. September 2020

Jede 3. Frau und jeder 5. Mann über 50 erleidet in Deutschland eine Fragilitätsfraktur. Die mit solchen Knochenbrüchen verbundenen Kosten werden bis ins Jahr 2030 um 23 % auf  14 Mrd. € anwachsen.

Aktionsbündnis Osteoporose am 07.09.2020

Viele durch Osteoporose hervorgerufene Knochenbrüche ließen sich durch eine zielgerichtete medikamentöse Behandlung verhindern. Doch diese Volkskrankheit wird zu wenig beachtet und wegen fehlender Diagnosen auch zu selten therapiert. Sowohl die Verordnung von Osteoporose-Medikamenten als auch die Häufigkeit der Knochendichte-Messungen ist in Deutschland geringer als es bei einer Versorgung gemäß der aktuellen S3-Leitlinie zu erwarten wäre.

Aktionsbündnis Osteoporose am 07.09.2020

Zu den größten Geschäftshemmnissen der Apotheken in Deutschland zählt weiterhin die Abwanderung in den Versandhandel.

Aposcope am 07.09.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 3. April 2019

Die Apothekerschaft in Deutschland kämpft schon seit Jahrzehnten gegen den Versandhandel, durch den sie ihr Geschäftsmodell bedroht sieht. Doch alle Analysen und Statistiken zeigen, dass die Rede vom Apothekensterben eine Chimäre ist. Und der Versandhandel ist auch nicht der Grund dafür, dass es einige Apotheken schwerer haben. Vielmehr gibt es ein Überangebot in der Stadt wie auch Fehlanreize bei der Honorierung. Das jüngste Apothekengutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums macht deutlich, dass die Beitragszahler genug Geld für die Apotheken zur Versorgung stellen. Demnach gäbe es Einsparmöglichkeiten von über 1 Mrd. €.

AOK-Bundesverband am 03.04.2019

Österreichs Apotheken sind das “Zuhause” der Gesundheit.

Österreichische Apothekerkammer am 03.04.2019

Jedes Jahr werden geschätzt 250.000 Patienten in Deutschland wegen vermeidbarer Medikationsfehler in Krankenhäuser eingeliefert.

ABDA am 03.04.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder die Konsequenz “absurd” ist …

19.748 neuer Tiefststand deutscher Apotheken

Die Zahl deutscher Apotheken hat mit 19.748 zu Jahresende 2017 einen neuen Tiefststand erreicht. Das gab die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in einer Aussendung bekannt. “Nicht nur die Zahl der Apotheken sinkt immer weiter, sondern auch die Zahl der Inhaber“, zeigt sich deren Präsident Friedemann Schmidt besorgt.

Nur mehr 19.748 Apotheken in Deutschland … (Foto: MHJ)

Deren Zahl ist Schmidt zufolge 2017 um 371 auf 15.236 gesunken. Die Anzahl der Apotheken sank um 275, also 1,4 %. Nur 1987 hatte es in beiden Ländern zusammen noch weniger Apotheken gegeben. Der ABDA-Präsident macht dafür nicht nur den „scharfen Wettbewerb, sondern leider auch die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen“ verantwortlich. Wenn sich die deutschen Apotheken aber auf Dauer bei rezeptpflichtigen Medikamenten einen seiner Meinung nach unsinnigen Preiswettbewerb mit ausländischen Arzneimittelversendern liefern müssen, dann sei die flächendeckende Medikamentenversorgung gefährdet.

Das ist zwar total unlogisch, aber man kann es ja mal behaupten wie auch eine Gesetzesänderung fordern. “Deshalb brauchen wir dringend und schnell ein Gesetz, das wieder einheitliche Preise bei rezeptpflichtigen Medikamenten herstellt.“ Möglich würde das, so wörtlich, „über ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln“.

Deutschlands Apotheker sehen Zukunft skeptisch

Die selbständigen Apotheker in Deutschland schätzen 2017 die Zukunft ihrer Branche und des eigenen Betriebs deutlich pessimistischer ein als noch 2016. Das ist nur ein Ergebnis, welches dem Apothekenklima-Index 2017 zu entnehmen ist, einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Demnach erwarten 4 von 10 Apothekern in den kommenden 2-3 Jahren eine etwas oder sogar deutlich schlechtere Entwicklung für ihr Geschäft. Und für die gesamte Branche “Apotheken” rechnen sogar fast 2 Drittel (64,4 %) der Apothekeninhaber mit einer Verschlechterung in naher Zukunft.

Noch vertreten ABDA-Präsident Schmidt und Vizepräsident Arnold knapp 20.000 Apothekeninhaber … (Foto: obs / ABDA / Hinz)

Wesentlicher Grund für die Stimmungseintrübung ist das Urteil des Europäischen Gerichtshof vom Oktober 2016, wonach ausländische Versandhändler sich nicht mehr an die in der Arzneimittelpreisverordnung verankerten (einheitlichen) Preise für rezeptpflichtige Medikamente halten müssen. Die Apotheker in Deutschland sehen darin eine Schieflage im Wettbewerb entstehen, weshalb auch mehr als die Hälfte davon ihre Investitionen bremsen wollen. Ein Drittel der Betreiber wolle sogar Personal einsparen. Zudem dürfte in Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern der Umfrage zufolge auch die Ausbildung unter dem EuGH-Urteil leiden. 80 % der deutschen Apothekeninhaber wollen daher wieder ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten.

“Dass die Zahl der Apotheken in Deutschland bereits seit Jahren sinkt, ist bekannt. Wenn sich nun auch noch das Klima in den Apotheken innerhalb eines Jahres so massiv trübt, dann ist das noch mehr Grund zur Besorgnis. Schließlich wollen und müssen wir die gute Arzneimittelversorgung zwischen Usedom und Schwarzwald aufrecht halten”, kommentiert Friedemann Schmidt, Präsident der ABDA, den Bericht. Mit ihren “Kernpositionen zur Bundestagswahl 2017” hatte sich die Bundesvereinigung bereits im Frühjahr 2017 zu der freiberuflichen Leistungserbringung, einer Stärkung der flächendeckenden Versorgung und einer Weiterentwicklung des Honorarsystems bekannt.