BMGF präsentierte Österreichische Diabetes-Strategie

Namens des Gesundheitsministeriums (BMGF) präsentierte die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner dieser Tage  Österreichs Diabetes-Strategie, in die auch Empfehlungen der EU sowie WHO eingeflossen seien. Demnach verfolge die besagte Strategie 2 übergeordnete Ziele: Zum einen sollen bereits an Diabetes erkrankte Personen besser versorgt werden, damit sie bei hoher Lebensqualität möglichst lange leben, zum anderen sollen präventive Maßnahmen Neuerkrankungen verhindern.

Umsetzungsplan soll folgen

Dazu wurden konkret 6 „Wirkungsziele“ definiert, auf deren Basis ein konkreter Umsetzungsplan „für die nächsten 5-10 Jahre“ noch erarbeitet werden soll. Die 6 Wirkungsziele lauten: (1.) Steigerung der diabetesbezogenen Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung (2.) Förderung diabetesreduzierender Umwelt- und Umfeldfaktoren (3.) Befähigung von Erkrankten zum eigenständigen und kompetenten Umgang mit Diabetes (4.) Konzeption, Implementierung und Sicherstellung der Integrierten Versorgung (5.) Aufbau, Vernetzung und Transparentmachung von Wissen und Kompetenz der Gesundheitsberufe

(6.) Schaffung von Wissen sowie Unterstützung von evidenzbasiertem, qualitätsgesichertem Handeln. „Ich bin überzeugt, dass wir mit der österreichischen Diabetes-Strategie einen Rahmen für alle Stakeholder erarbeitet haben, der uns hilft, die Diabetes-Neuerkrankungen in den nächsten Jahren zu verringern“, versicherte Rendi-Wagner. Die Volkskrankheit Diabetes sei eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist, und an der in Europa rund 32 Mio. Menschen leiden würden – darunter 600.000 in Österreich.

In Österreich kommen auf 1.000 Einwohner 4 Ärzte

In Österreich kommen auf 1.000 Einwohner “nur” 4 Ärzte, moniert die Ärztekammer Wien in einer Aussendung und fordert daher einen „Masterplan Medizinernachwuchs“. Genügend Nachwuchs, um „eine fundamentale Versorgungskrise“ abzufangen, sei nämlich nicht in Sicht. So gebe es an Österreichs Medizinuniversitäten seit gut 10 Jahren jedes Jahr rund 1.700 Absolventen, allerdings mit stetig steigendem „Ausländeranteil“. Und darüber hinaus bleibe Österreich laut dem Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, noch dazu „ein Exportland von Medizinern“.

Streikschulung der Ärztekammer Wien am 7. Sept. 2016. (Foto: ÄK Wien / S. Seelig)
Streikschulung der Ärztekammer Wien am 7. Sept. 2016 im Festsaal der WU Wien. (Foto: ÄK Wien / S. Seelig)

Der Bundeshauptstadt Wien würden 2030, also schon in 14 Jahren, 3.000 bis 4.000 Ärzte fehlen. „Der Befund ist eindeutig: Über 60 % der Kassenärzte werden in den nächsten 10 Jahren das gesetzliche Pensionsalter erreichen“, weiß Johannes Steinhart von der Österreichischen Ärztekammer. So gerechnet gebe es in Wien aktuell noch 730 Hausärzte, 2030 dann jedoch nur mehr 190. „Schon im Jahr 2025 kommen auf einen Allgemeinmediziner 3.338 Patienten und auf einen Facharzt 2.914 Patienten.“

Die Gesundheitspolitik dürfe, so der Ärztevertreter, auch die immer wichtigere Rolle des Wahlarztes nicht übersehen. Ohne diese würde der niedergelassene Versorgungsbereich schon jetzt nicht mehr funktionieren. „Um aber weiter 100 % im Beruf geben zu können, braucht die Ärzteschaft neben dem passenden Umfeld auch die richtigen Bedingungen“, fordert Steinhart. Dazu gehöre u.a. die Streichung von zeitraubenden bürokratischen Auflagen genauso wie ein Ende der Deckelungen und Degressionen im niedergelassenen Bereich.