Medizinwitz des Tages 13. September 2020

Allgemein wird zwar eine Schrittzahl von 10.000 pro Tag empfohlen, aber so viele müssen es gar nicht sein: Krankheitsanfälligkeit und Sterblichkeitsrate sinken schon bei 6.000 bis 8.000 Schritten deutlich. Bei älteren Menschen genügen laut Harvard Medical School auch schon 5.500 Schritte, um diese Wirkung zu erreichen.

Sporthochschule Köln am 13.09.2020

Von 100 Pulsmessungen einer sog. Smart Watch am Handgelenk sind 5-10 fehlerhaft. Auch sollte man sich nicht voll und ganz auf die digitale Kalorienzählung verlassen, denn dort liegt die Fehlerquote bei 30-40 %.

Sporthochschule Köln am 13.09.2020

Mangels Eichung und gültiger Standards bergen die PCR-Tests, mit denen die Covid-19 Infektionen erhoben werden, ein großes Manipulationspotential.

Cyber Cryptic UG am 13.09.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 24. April 2020

Homeoffice senkt weltweit die Standards bei der Körperpflege.

Unilever Plc am 24.04.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 4. Juli 2019

Versorgungsengpässe bei Medikamenten entstehen erst dadurch, dass wegen des niedrigen Preisniveaus in Österreich der Export von Arzneimitteln finanziell höchst lukrativ ist und sich so einzelne Beteiligte der Lieferkette ein “Körberlgeld” verdienen. Das ist ein Punkt, wo die Apothekerkammer auch in ihren eigenen Reihen ansetzen könnte, wenn es um die Sicherstellung der Inlandsversorgung geht.

FOPI Österreich am 04.07.2019

Mit der jährlichen Offenlegung geldwerter Leistungen hat die pharmazeutische Industrie in Österreich einen neuen Standard der Transparenz im Gesundheitsbereich geschaffen. Schließlich ist es völlig legitim, dass Ärztinnen und Ärzte für ihre Expertise rund um die Verbesserung oder Entwicklung von Arzneimitteln auch angemessen honoriert werden. Die Rate der namentlichen Veröffentlichungen liegt bei fast 20 %.

Pharmig am 04.07.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Fallschirme unnötig und teuer

Weil es immer wieder Schrottstudien gibt, welche die Notwendigkeit von Vitaminen, Mineralstoffen und Omega-3 bestreiten, also kurz gesagt Nahrungsergänzungsmittel (NEM) unnötig seien, schlägt jetzt die ehrliche Wissenschaft zurück. Endlich !! Und zwar in der renommierten Fachzeitschrift British Medical Journal.

Dort wird in einer randomisiert kontrollierten Studie gezeigt, dass es bei einem Sprung aus dem Flugzeug für die Anzahl an Toten oder traumatischen Verletzungen keine Rolle spielt, ob man einen funktionierenden Fallschirm trägt oder nicht. Und nun probieren Sie bitte einmal und ersetzen im vorherigen Satz “Fallschirm” durch “Vitamine” oder “Omega-3” …

Die randomisierte, kontrollierte Studie gilt in der medizinischen Wissenschaft als Königsweg zur Gewinnung brauchbarer Erkenntnisse. Und in genau so einer Studie beweisen die Autoren, dass es keinen Unterschied macht, ob man mit oder ohne Fallschirm aus einem Flugzeug springt. Und das ging so:

In der Zeit von September 2017 bis August 2018 wurden 92 erwachsene gesunde Passagiere von Linienmaschinen ausgewählt, wovon 23 auch einwilligten, für die Studie aus einem Flugzeug zu springen. Dazu wurden sie – per Zufall randomisiert – entweder mit einem funktionierenden Fallschirm (Neupreis bis zu 5.000 €) ausgestattet oder mit einer Fallschirm-Attrappe. Weiters wurde – wie für Fallschirmsprünge üblich – ein Hubschrauber benützt.

Nach den Fallschirmsprüngen wurden innerhalb von 5 Minuten – also unverfälscht durch äußere Einflüsse – sog. Vitalparameter und Verletzungen erhoben – und zwar nach dem standardisierten „Injury Severity Score“. Das Ergebnis lautet: In beiden Gruppen (Fallschirm oder Attrappe) sowie den Untergruppen kam es nach der Landung zu keinerlei Todesfällen (0 %) oder Verletzungen (0 %).

Somit ergibt sich beim Sprung aus einem Flugzeug kein Vorteil durch die Benützung eines Fallschirms.

Korrekter Weise erwähnen die Studienautoren auch noch, dass sich die untersuchten Personen und Helikopter in deutlich niedrigerer Höhe (Mittelwert 0,6 m) befanden als die Mehrzahl der nicht an der Studie teilnehmenden Personen (in Linienmaschinen) und diese auch eine deutlich niedrigere Geschwindigkeit (Mittelwert 0 km/h) aufwiesen.

Kommentar von Dr. Strunz:

Sehen Sie, genau so werden die meisten Vitamin- oder NEM-Studien gemacht. Da werden sinnlose Mengen geglaubt und auch getestet wie z.B.:

  • 100 mg Vitamin C täglich statt 10 g
  • 1 g Omega-3 täglich (vielleicht sogar noch nüchtern !) statt 4 g
  • 50 mg Vitamin E pro Tag statt 400 mg (und sogar ohne Vitamin C !!)
  • 800 IE Vitamin D täglich statt 9.000 IE

Haben Sie sich beim Lesen ebenfalls königlich amüsiert ? Nochmals betont: Das ist ein Bericht aus dem British Medical Journal ! Wenn nicht, dann aber sicher jetzt nach dem Schlusswort der Studienautoren:

Die Ergebnisse der Untersuchung beeindrucken in ihrer Eindeutigkeit. Auch wenn die Flugsicherheit nicht zum Kernbereich der medizinischen Forschung zählt, so kann man wohl davon ausgehen, dass sich die gezeigten wissenschaftlichen Erkenntnisse bald in der Praxis niederschlagen werden. Folglich könnte weltweit viel Geld für unnötige Ausrüstung einspart werden und könnten auch die Besitzer von Flugzeugen aus dem Würgegriff der Fallschirm-Lobby befreit werden.

QUELLE: BMJ 2018;363:k5094

Gesundheitssystem in Österreich zum Wundern – Weniger gesunde Lebensjahre !

Obwohl das Gesundheitssystem in Österreich alljährlich zig Milliarden Euro kostet, aber gleichzeitig Herr und Frau Österreicher weniger gesunde Lebensjahre haben als in anderen Ländern, stehe es dennoch auf soliden Beinen und würde funktioniere. Das war der Tenor einer Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und Sozialminister Alois Stöger (beide SPÖ) mit der Präsentation einer „Effizienzstudie“ der London School of Economics. Nicht nur der Zugang zum Gesundheitssystem sei gegeben, sondern auch insgesamt die Zufriedenheit in der Bevölkerung hoch, versicherte auch der Studienleiter Elias Mossialos.

Health expenditure in Austria … (Foto: BKA / BPD / R. Aigner)

Der Universitätsprofessor plädiert daher nur „für aufeinander aufbauende Veränderungen, statt einer Revolution“. Zudem seien die Verwaltungskosten hierzulande „deutlich niedriger“ als in Ländern mit vergleichbaren Systemen wie den Niederlanden, Belgien oder der Schweiz. Für den Experten sei auch wichtiger die Qualität des Systems weiter zu verbessern, als eine Diskussion über die Anzahl der Sozialversicherungen in Österreich zu führen . Es sei „ein alarmierendes Faktum“, dass die Bürger in Österreich „deutlich weniger gesunde Jahre“ verbringen.

Nun sei die Politik gefordert, weil ansonsten die Kosten für ältere, chronisch Kranke in den nächsten Jahrzehnten explodieren werde. Die Lebenserwartung der Österreicher wird zwar bis 2030 um 2 bis 2,5 Jahre steigen – in anderen Ländern aber weitaus mehr. Die Gesundheitsministerin plant daher eine Stärkung der Prävention, um die Anzahl der gesunden Jahre in Österreich sogar deutlich zu erhöhen. Rendi-Wagner: „Jeder Euro, der in Prävention fließt, ist gut angelegt“. Weiters will die Ressortchefin durch eine Bundesagentur österreichweit gleiche Standards in den Spitälern sicherstellen.

Themenverfehlung ?

Für Österreichs Pharmaindustrie wiederum stellt die Studie um satte 630.000 € „eine klare Themenverfehlung“ dar, denn laut Regierungsvorhaben hätten „ganz konkret Kostendämpfungs- und Einsparungsmöglichkeiten in den Bereichen Verwaltung und Beschaffung erhoben werden sollen“. UND: „Obwohl Österreich mit 10,4 % des BIP zu den EU-Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben zählt, sind der Bevölkerung deutlich weniger gesunde Lebensjahre vergönnt als anderen EU-Bürgern.“