Wissen das auch Krankenhäuser ?

Jede Heilung ist Selbstheilung. Ein zentraler Satz der Frohmedizin. Jeder kann und sollte sein eigener Arzt sein. Damit gemeint ist eine Medizin der Eigenverantwortung. Wenn Heilung nun immer und in jedem Fall Selbstheilung ist, so kann man seine Gesundheit auch tatsächlich und vollständig in die eigenen Hände nehmen. Landet man trotz allem im Krankenhaus, so stellt sich die Frage: Wissen das auch Krankenhäuser ?

Und da lautet meine persönliche Erfahrung: nein. Dadurch verschenken diese Einrichtungen und die Ärzte dort Riesenchancen. Nämlich Patienten (Menschen) glücklich oder noch glücklicher zu machen. Dabei geben sich die Spitäler auch wirklich Mühe, den Aufenthalt von Kranken so angenehm wie möglich zu machen. Chirurgen operieren und reparieren praktisch Tag und Nacht. Jedoch wird dann eines nicht bedacht:

Jetzt muss das Ganze erst heilen !

Und wenn jede Heilung Selbstheilung ist, dann müssten selbst Spitäler diese auch effektiv unterstützen. Doch genau das wird – eigene Erfahrung – nicht getan !

Dabei weiß die Medizin – eigentlich, was Sache ist. Oder sollte es zumindest wissen … schon seit 2007. Damals erschien nämlich ein Artikel in der Wiener klinischen Wochenschrift (2007/119-7:201) über das Beispiel „akutes Nierenversagen“. In dem Befund sozusagen wurde außerordentlich ehrlich dargestellt, dass bislang alle medikamentösen Versuche dem Menschen mit akutem Nierenversagen zu helfen, gescheitert sind.

Doch was habe man nicht alles versucht: Prostaglandine, Endothelin-Antagonisten, atriale natriuretische Peptide, Wachstumsfaktoren, Thromboxan- und Zytokin-Antagonisten usw. Milliarden an Euro … verpulvert !

Und dann wörtlich:

Offensichtlich ist ein optimaler metabolischer Status bzw. eine optimierte Ernährung ein wichtiger Faktor.

Ei gucke da ! Das hatte man bislang also übersehen. Die Ernährung im Spitalsbett …

Und weiter:

Ein erster und nahe liegender Ansatz in diesem metabolischen Management ist die Zufuhr von speziellen Aminosäuren.

Das ist zwar auch schon seit 1973 (Abel) bekannt gewesen, aber immerhin. Folglich heißt es dann in dem Artikel kurz und gut:

Es muss akzeptiert werden, dass eine optimierte Ernährungstherapie die Reparation günstig beeinflusst.

Also, wie viel mehr Erfolge könnte man in Krankenhäusern erzielen, würden die Patienten dort „essentiell“ ernährt. Und damit Selbstheilung möglich gemacht. Denn, die Frohmedizin weiß schon seit je her:

Ernährung ist stärker, besser, heilsamer als jedes Arzneimittel …

PS: Laut einer Meta-Studie vom Juni 2019, publiziert im JPEN, reduziert bei parenteraler Ernährung (Infusionen) die Zugabe von Omega-3-Fettsäuren das Infektionsrisiko um 40 % (!) und die Dauer der Krankenhausaufenthalte um 2 Tage. … Nur als Beispiel.

Weltweit essen 50 % der Spitalspatienten zu wenig – Neues Monitoring Tool

Die Ernährung von Spitalspatienten ist gewiss nicht einfach. Deren „Überprüfung“ im Krankenhausalltag erfolgt derzeit noch durch sog. Tellerprotokolle. Dazu wird auf einem Blatt Papier mit grafischen Tellersymbolen eingetragen, wie viel vom Patienten gegessen wurde. Ein digitales, fotografisches „Monitoring Tool“ der MedUni Wien könnte die Sache nun sehr erleichtern …

Neues Werkzeug

„Anders als bei gesunden Menschen, kann eine Nahrungsreduktion aber während des Spitalaufenthalts zu klinisch relevanten Problemen führen sowie Prognose und Heilung negativ beeinflussen“, erklärt die Studienleiterin Karin Schindler. Die Ernährungswissenschaftlerin Eva Winzer führte daher im AKH Wien eine Studie mittels digitaler Fotografie durch. Dabei fotografierte und wog sie über 7 Wochen lang die Speisenteller von 20 Patienten vor und nach dem Essen.

„Dieses digitale Tool ist valide, genau, praktisch anwendbar und könnte auch ohne das Abwiegen des Tellers genutzt werden. Durch den Vorher-Nachher-Vergleich ließ sich jedenfalls genau quantifizieren, wie viel tatsächlich verzehrt wurde“, betonen die Expertinnen. Somit könnten in Zukunft „therapeutische Ernährungsmaßnahmen“ wie etwa Trinknahrung früher eingeleitet oder auch Diätologen eine permanente wie umgehende Beurteilung der Nahrungsaufnahme ermöglicht werden.

Apotheken für mehr Gesundheits- und Arzneimittelkompetenz in Österreich

Mit dem Anspruch „Sicher? Nur mit Ihrer Apotheke“ starten die Österreichische Apothekerkammer, der Österreichische Apothekerverband und der Verband angestellter Apotheker Österreichs erstmals zusammen eine Informationsoffensive zur Steigerung der Gesundheits- und Arzneimittelkompetenz. Denn obwohl die Alpenrepublik eines der besten Gesundheitssysteme der Welt habe, sei das Land „bei diesem Thema unter den Schlusslichtern in Europa“.

Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr (Apotherkammer) und Mag. Jürgen Rehak vom Apothekerverband … (Foto: P. J. Hartberger)

So betonen auch alle Apothekenverbände Österreichs in einer Aussendung, dass hierzulande im Zusammenhang mit der Beschaffung und Einnahme von Medikamenten „zahlreiche Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung“ bestehen. Zudem seien rezeptpflichtige Medikamente aus dem Internet in der Alpenrepublik verboten. „Mit deren Kauf unterstützt man kriminelle Netzwerke und gefährdet seine eigene Gesundheit“, so die Branchenvertreter. Und selbst Nahrungsergänzungsmittel könnten falscher Einnahme bzw. Dosierung „ernstzunehmende Folgen“ haben.

Demnach könne ein scheinbar harmloses Schlucken von Aspirin für Kleinkinder lebensbedrohlich werden. Und die Gesundheitsrisiken durch Polymedikation bei älteren Menschen würden ohnehin schon die sprichwörtlichen Spatzen von den Dächern pfeifen. „Bereits ab 6 verschiedenen Medikamenten steigt das Risiko für einen Spitalsaufenthalt durch falsche Einnahme rasant an“, betonen die Pharmazeuten. Nicht umsonst also könnten 95 % der Bevölkerung die nächste Apotheke „innerhalb von 10 Minuten“ erreichen.

Hyponatriämie: Viele Auslöser von zu wenig Natrium im Blut

Hyponatriämie ist kein harmloser Laborbefund, sondern kann lebensgefährlich werden. Darauf will man bei Otsuka Pharma mit einem Aufklärungsvideo aufmerksam machen. Hyponatriämie bedeutet zu wenig Natrium im Blut. Natrium ist einer der 47 lebenswichtigen Nährstoffe und gemeinhin als Kochsalz (Natriumchlorid) bekannt.

VIDEO

Laut Otsuka findet man bei jedem 3. Krankenhauspatienten eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Hyponatriämie. „Zeigt ein Patient Symptome wie Übelkeit, unsicheren Gang oder Desorientiertheit, wird oft nicht an eine Hyponatriämie als Ursache gedacht. Und das, obwohl diese sog. Elektrolytstörung den Spitalssaufenthalt der Patienten verlängern oder schlimmsten Falles tödlich enden. Als Ursache liege bei 33 % der Hyponatriämiefälle eine “Überwässerung” vor.

Dabei bestehe eigentlich kein Mangel an Natrium, sondern ein Zuviel an Wasser. Der häufigste Grund hierfür ist ein SIADH, will heißen „ein Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons“. ADH, das antidiuretische Hormon, bremst nämlich die Wasserausscheidung über den Urin und hält damit die Menge des Gesamtkörperwassers gleich.

SIADH

Beim SIADH kommt es zu einer überschießenden Ausschüttung von ADH oder zu einer unverhältnismäßigen Reaktion des Körpers auf dieses Hormon, sodass dann die Wasserausscheidung gedrosselt wird. „Das Gesamtkörperwasser steigt an und die Konzentration von Natrium im Blutserum sinkt.“ Viele Erkrankungen könnten so ein SIADH auslösen, u. a. Krebs, Lungenentzündungen, Tuberkulose, Gehirnhautentzündung, Schlaganfall, Aids – aber auch eine Vielzahl an Medikamenten !!!

EU-Länder brauchen effektivere und belastbarere Gesundheitssysteme

Die Lebenserwartung in den meisten EU-Ländern liegt inzwischen bei über 80 Jahren, wobei dieser Rekordwert nicht immer mit einem gesunden Älterwerden einhergeht. Das geht aus dem von EU-Kommission und OECD präsentierten Bericht „Gesundheit auf einen Blick: Europa 2016“ hervor. Rund 50 Mio. Europäer seien mehrfach chronisch krank und sogar über eine halbe Million würden alljährlich im erwerbsfähigen Alter an chronischen Krankheiten sterben. Daraus entstehen in der EU jährliche Kosten von 115 Mrd. €.

Informationszyklus von EU und OECD zum Gesundheitszustand in der EU (Infografik: EU Kommission)
Informationszyklus von EU und OECD zum Gesundheitszustand in der EU (Infografik: EU Kommission)

Als Konsequenz aus dem vorgelegten Bericht fordern Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicher-heit, wie auch OECD-Generalsekretär Angel Gurria, dass die Gesund-heitssysteme der EU-Mitgliedsländer (1.) effektiver, (2.) einfacher zugänglich und (3.) belastbarer werden. So seien 16 % der Erwachsenen aktuell fettleibig (2000 noch 11 %) und ein Fünftel von ihnen raucht nach wie vor. „Viele Menschenleben könnten gerettet werden, indem einerseits mehr Ressourcen in Strategien zur Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention investiert würden“, so die beiden Poliker.

Weiters müssten 27 % der Patienten eine Notaufnahme aufsuchen, , weil nicht genügend Einrichtungen zur medizinischen Grundver-sorgung da sind. Zudem würden aber durchschnittlich 15 % der Gesundheitsausgaben von den Patienten direkt bezahlt, wobei für arme Menschen in Europa sich im Vergleich zu ihren wohlhabenderen Mitbürgern das Risiko, aus finanziellen Gründen nur schwer angemessene medizinische Versorgung zu erhalten verzehnfache. In der gesamten EU stieg der Anteil der über 65-Jährigen von unter 10 % (1960) auf fast 20 % (2015) und dürfte bis 2060 auf knapp 30 % anwachsen.

Informationszyklus zum Gesundheitszustand in der EU

Nicht allein deshalb seien E-Health-Angebote nötig, kürzere Spitals-aufenthalte sowie ein bedachterer Einsatz von Medikamenten. Mit dem Informationszyklus zum Bericht „Gesundheitszustand in der EU“ sollen die Mitgliedstaaten dabei unterstützt werden, ihre Kenntnisse zu verbessern und stärker faktenbasierte politische Entscheidungen zu treffen.