Das Kalzium-Paradox

Haben Sie schon einmal nachgedacht: Wie ist das möglich, dass in westlichen Ländern die Menschen gleichzeitig

  • einerseits an Osteoporose und Kalziummangel leiden und
  • andererseits an Gefäßverkalkung und kalziumhaltigen Nierensteinen ?

Ist doch seltsam oder ? Nennt man übrigens das Kalzium-Paradox. Denn tatsächlich weisen Menschen in den Ländern mit der höchsten Kalziumaufnahme (überwiegend als Kalziumphosphat aus Milch) die höchste Rate an Hüftfrakturen und Osteoporose auf !

Es scheint ganz so zu sein, als ob das lebensnotwendige Kalzium einfach nicht dort ankommt, wo es hin soll: Statt in den Knochen landet es in den Blutgefäßen. Ein Irrtum der Natur, möchte man fragen …

Die Natur irrt natürlich nicht. Nennt man Evolution. Irrtümer würden sich sehr rasch von selbst erledigen. Würden aussterben. Übrig bleibt das Richtige, Wahre, Gute, das Zähe, das Fitte, das Soziale. Das glauben Sie nicht? Gegenfrage: Wer stirbt denn früher und wer rottet sich durch Kriege aus ? Immer wieder …

Aber bleiben wir beim Kalzium. Die Erklärung zum genannten Sachverhalt ist einfach. Hat mit sauer und basisch zu tun: Eine säurereiche Ernährung erhöht den Kalziumabbau in den Knochen, erhöht die Kalziumausscheidung über den Urin und damit die Nierensteinbildung.

Warum vermehrter Abbau in den Knochen? Weil Kalzium als Puffer gegen die Säure benötigt wird. Gegen die übliche westliche Ernährung, wenn Sie so wollen. Zur Erinnerung: Tierisches macht sauer, Pflanzliches macht basisch. Die erschreckende Ausnahme dabei: Brot. Macht ebenfalls sauer. Und Mehl gehört zur Hauptspeise der westlichen Welt.

Und wenn säurereiche Ernährung den Kalziumabbau im Knochen erhöht, fließt das Kalzium vermehrt in die Blutgefäße und Nieren und lagert sich dort ab, statt dem Knochenaufbau zu dienen. Besonders heimtückisch übrigens ist der Spruch „die Milch macht’s“. Die Milch – sozusagen als Kalziumquelle – enthält zugleich viel säurebildendes Phosphat. In dem Blut fällt also Kalziumphosphat aus, die Blutbahnen verkalken.

Ein schleichender Prozess von frühester Jugend an !

Darf ich an den verärgerten Herzchirurgen in München erinnern? Der sich darüber beschwert, dass er schon 18-jährige an den Herzkranzgefäßen operieren müsse. Das machte wohl die Milch …

Bessere Kalziumquellen sind Gemüse und Obst. Die enthalten nämlich auch – im Gegensatz zu Milch – basenbildendes Magnesium und Kaliumcitrat. Es ist kein Zufall, dass ich seit Jahren schon täglich größere Mengen Brokkoli zu mir nehme !

Die Lösung ?

Kennen wir. Entweder basisch essen (viel mehr Gemüse), entweder stressfrei leben (Stress macht Ihr Blut auf dem Umweg der Hyperventilation ebenfalls sauer) oder … biochemisches Wissen nutzen, sprich Molekularmedizin.

  • Vitamin D: Ist ein Kalziumregulator. Erhöht die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung. Man kommt also mit weniger Brokkoli aus. Fördert Knochendichte, aber auch die Muskelstärke (!!!).
  • Magnesium: Brauchen Sie, um Vitamin D aus der inaktiven Form in seine aktive Form umzuwandeln. Magnesium braucht aber auch das Vitamin D-bindende Protein, das für den Transport von Vitamin D im Blut zuständig ist. Ohne genügend Magnesium bleibt bekanntlich Ihr Vitamin D nur gespeichert und inaktiv.
  • Vitamin K2: Hilft beim erwünschten Kalziumeinbau in die Knochen, hemmt die Ablagerung von Kalzium an den Gefäßwänden. Oder kurz gesagt: Vitamin K2 dirigiert Kalzium von den Blutgefäßen zurück in die Knochen.

Fazit: Die in den westlichen Ländern übliche „Fehlverteilung“ von Kalzium, nämlich raus aus den Knochen und ran an die Gefäßwände hat zur Folge, dass die häufigste Todesursache genau dieser Menschen der Herzinfarkt ist. Also selbst verschuldet ist ! Oder anders gesagt:

Richtig ernährt können Sie nicht an Ihren maroden Blutgefäßen sterben !

Dazu hilfreich sind NEM. Die machen das Leben auch ein bisschen bequemer.

QUELLE: Einführung in den Säure-Basenhaushalt, Teil 3 von Dr. L. M. Jacob. In „Die Naturheilkunde“ 3/2018, S. 46.

PS: Dr. Ludwig Jacob ist ein außerordentlich kluger, belesener Arzt. Der kann es sich leisten, auf Grund seines Wissens vegan zu leben. Sie kennen ihn bereits aus den News vom 20.10.2015 und 21.10.2015.

Nieren reinigen täglich 300 Mal das Blut

Rund 80.000 Patienten in Deutschland sind dauerhaft auf Dialyse angewiesen. Eine Aufgabe, die normalerweise die Nieren übernehmen – und zwar 300 Mal am Tag. Darauf macht das Biotechnologie-Unternehmen Amgen anlässlich des sog. Weltnierentag am 8. März aufmerksam. Zudem erfolgen alljährlich rund 2.100 Nierentransplantationen in Deutschland.

sHTP hat Folgen

Die Nieren filtern wie gesagt schädliche Stoffe aus dem Blut, damit diese über den Urin wieder aus dem Körper geschleust werden können. Die Nieren reinigen aber nicht nur das Blut, sondern sie regulieren auch den Wasserhaushalt, den Blutdruck, den Hormonhaushalt und das Säure-Basen-Gleichgewicht des Körpers. Arbeitet eine Niere nicht mehr richtig, so kann das Bluthochdruck, Blutarmut und Knochenerkankungen zur Folge haben.

Eine häufige Begleiterscheinung einer chronischen Nierenerkrankung ist der sekundäre Hyperparathyreoidismus (sHPT): Nimmt die Nierentätigkeit ab, so wird auch die Regulierung von Vitamin D, Kalzium und Phosphat – alle 3 sind essentiell – beeinträchtigt und in weiterer Folge Kalzium und Phosphat aus den Knochen freigesetzt. Und laut Amgen würden dann mit einer sHPT-Erkrankung verkalkte Gefäße, Herz-Kreislauf-Komplikationen sowie schwere Knochenschäden einhergehen.

Der Unsinn vom Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt ist eine never ending Story. Die Bücher dazu mögen Sie bitte selbst lesen. Hier nur ein kleiner Hinweis, der Ihnen erklärt, warum der Säure-Basen-Haushalt in meinen Büchern und auf meiner Webseite fast keine Rolle spielt.

Ich hab den nämlich nie verstanden …

In der üblichen Literatur ist Übersäuerung für fast alles verantwortlich, von Müdigkeit bis zum Haarausfall. Ursache der Übersäuerung soll in erster Linie eine Ernährung mit Säureüberschuss sein!

Zum Hintergrund:

Bei normalen Erwachsenen mit gemischter Ernährung entstehen im Stoffwechsel rund 800 Gramm CO2 und 0,04-0,08 Gramm Protonen pro Tag. Für CO2 und für Protonen können Sie jeweils Säure einsetzen. Bei intensivem Sport hingegen entstehen pro Stunde 600 Gramm CO2 und … ganz leicht mehr als 1 Gramm Protonen in wenigen Minuten.

Also ist die Säureproduktion bei Sporttreibenden über eine Zehnerpotenz höher als bei sitzenden Menschen. Die mal dies und mal das essen (sauer oder basisch). Und Sport wird generell als unbedenklich eingestuft. Vor allem Ausdauersport gilt anerkanntermaßen als gesundheitsfördernd …

Bleibt also die Frage:

Warum soll nun die wesentlich niedrigere Säurebelastung durch die Ernährung ein Problem sein? Wenn die Puffersysteme im Sport so gut funktionieren, weshalb sollten sie also mit der viel geringeren Säurebelastung durch die Ernährung nicht fertig werden … ?