Österreichs Gesundheitssystem jedes Jahr 1 Milliarde € teurer

Im Jahr 2021 könnten Österreichs Ausgaben für Gesundheit um insgesamt 4,6 Mrd. € teurer sein als heute. Das gab die Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser nach Abschluss einer sog. 15a-Verordnung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherungen bekannt. „Entgegen den Aussagen der Ärztekammer steigen die Investitionen und Ausgaben im Gesundheitswesen jährlich weiterhin an. Es gibt keine Einsparungen, ganz im Gegenteil!”

Es brennt der Hut

Nunmehr existiere aber erstmals  eine vertraglich fixierte Finanzierungszusage der Länder und der Sozialversicherungen für einen Ausbau der Primärversorgung. „Mit der Zweckwidmung von 200 Mio. € haben wir einen wichtigen Pflock für die Gesundheitsreform eingeschlagen. Damit kommen wir dem Ziel, den Spitalsbereich zu entlasten und die ambulante und niedergelassene Versorgung auszubauen, einen großen Schritt näher“, so Oberhauser.

Demnach könnte sich die Bevölkerung konkret über eine Versorgung nahe am Wohnort freuen, einen besseren Zugang dank längerer Öffnungszeiten und mehr Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe. Angesichts der genannten Verordnung brennt hierzulande auch für den Präsidenten der ÖÄK, Artur Wechselberger, der Hut – wenngleich aus anderen Gründen. „Es kann doch nicht sein, dass ein Angebotsmonopol für Kassenplanstellen bei den Ländern und Krankenkassen liegt, wo doch gerade die Ärztekammern immer auf die Notwendigkeit neuer Kassenstellen gedrängt haben.“

Verschlechterungen ?

Der „massive Umbau“ des Gesundheitssystems werde, so der ÖÄK-Präsident,  für alle Beteiligten Verschlechterungen mit sich bringen.

Österreichische Diabetes-Strategie bis 2017 in Ausarbeitung

Anlässlich des Weltdiabetestages 2016 gab Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser die Ausarbeitung einer Österreichischen Diabetes-Strategie bekannt. Grund seien nicht nur die rund 600.000 betroffenen Menschen hierzulande, sondern auch das weltweite Ansteigen der Zuckerkrankheit. „Diabetes mellitus Typ 2 wird zu einer immer größeren Herausforderung für Politik und Gesellschaft. Um dieser enormen gesundheitspolitischen Aufgabe wirksam zu begegnen, entwickelt das BMGF derzeit eine Diabetes-Strategie.“

Den Diabetes-Ratgeber der MedUni Wien gibt es hingegen schon seit Juni 2016. (Foto: Petry&Schwamb / MedUni Wien / Manz Verlag)
Den Diabetes-Ratgeber der MedUni Wien gibt es seit Juni 2016. (Foto: Petry & Schwamb / MedUni Wien / Manz Verlag)

Deren Ergebnis werde 2017 der Öffentlichkeit präsentiert. Im Sinne des Health-in-all-Policies-Ansatzes sei eine breite Fachöffentlichkeit in die Entwicklung der österreichischen Diabetes-Strategie eingebunden. Dabei wird es auch konkrete Handlungsempfehlungen geben, denn die Folgekrankheiten von Diabetes seien „besonders schwerwiegend“: Erhöhtes Risiko eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles, Augenleiden bis hin zur Erblindung, Amputationen, Nierenschäden und Sexualstörungen.