Medizinwitz des Tages 10. Oktober 2019

Der 2012 verfasste “1. Australische Report” über die Wirkung von Homöopathie wurde lange unter Verschluss gehalten und gelangte erst auf internationalen Druck hin im August 2019 (!) an die Öffentlichkeit. Dieser zeichnet – wie erwartet – ein weit positiveres Bild der Homöopathie als der 2015 sehr wohl veröffentlichte “2. Australische Report”. Warum das so passierte, ist vielfach merkwürdig. Faktum jedenfalls ist, dass die Empfehlungen des Dachverbandes der europäischen Akademien der Wissenschaften (EASAC) auf dem umstrittenen 2. Bericht basieren, was ungerechtfertigter Weise zu großen Nachteilen für die Homöopathie auch in Europa führte. So wurde u.a. eine Empfehlung gegen Homöopathie in der Human- sowie Veterinärmedizin ausgesprochen ! Der 1. Australische Report aber widerlegt die meisten Aussagen der Homöopathie-Kritiker. So ist das Ganze wieder einmal ein Beispiel dafür, dass Wissenschaft sehr wohl mit wirtschaftlichen und politischen Interessen verknüpft wird.

Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte am 10.10.2019

Obwohl sich die Behandlungsmethoden von Brustkrebs in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert haben, können immer noch nicht alle Patientinnen geheilt werden. Deutsche Wissenschaftler sind jetzt möglicherweise einer neuen Therapieoption auf der Spur: Sie wollen herausfinden, ob und wie sog. Statine (Cholesterinsenker) auch gegen Brustkrebs eingesetzt werden können.

Deutsche Krebshilfe am 10.10.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 24. September 2019

Forschung ist die effizienteste Weise, Krebs die Stirn zu bieten.

MedUni Wien am 24.09.2019

Behandlungsentscheidungen werden manchmal sehr schnell getroffen und nicht immer zum Vorteil der Patienten ! Viele Studien haben gezeigt, dass medizinische Fehler noch immer weit verbreitet sind.

LigneSante am 24.09.2019

Die Stimmung in den Apotheken Deutschlands wird immer schlechter. Und wenn 4 von 5 Apothekenbetreibern für die nächsten Jahre “schwarz” sehen, dann erodiert das Fundament für eine hochwertige und wohnortnahe Arzneimittelversorgung der Menschen.

ABDA am 24.09.2019

Hobbysportler leben gefährlich: Wer zahlt bei Unfällen ?

R+V Versicherung am 24.09.2019

Kritisch sehen die Herausgeber des Arzneiverordnung-Report 2019 auch die Entwicklung der Jahrestherapiekosten bei neuen Arzneimitteln. Denn neben Präparaten mit sehr hohen Jahrestherapiekosten von fast 1 Mio. € können auch Mittel wie Erenumab (Aimovig) mit Jahrestherapiekosten von 12.000 € für die GKV zur Herausforderung werden. Nämlich dann, wenn sie von einem großen Kreis an Patienten gebraucht werden. Aimovig ist zur Migräneprophylaxe zugelassen und kommt  für 2,4 Mio. Patienten in Frage. Erenumab könnte daher rechnerische GKV-Gesamtkosten von unvorstellbaren 30,3 Mrd. € verursachen. Dabei war ein Zusatznutzen nur für eine kleine Gruppe von 14.500 Patienten belegt, die auf keines der verfügbaren Migräneprophylaktika ansprechen.

Wissenschaftliches Institut der AOK am 24.09.2019

Wenn man in Deutschland eine Gesundheitsversorgung auf Topniveau haben will, dann sollte man moderat ansteigende Arzneimittelkosten endlich als das begreifen, was sie sind: Eine wünschenswerte Investition in Gesundheit und Lebensqualität von Millionen Patienten.

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie am 24.09.2019

67 % der Apothekenbetreiber in Deutschland halten die Homöopathie für eine sinnvolle Ergänzung der Schulmedizin: Deren Präparate jedoch werden nur Frauen angeboten und ganz selten Männern.

Apotheke adhoc am 24.09.2019

Viele vor allem ältere Menschen in Österreich müssen Arzneimittel miteinander kombinieren. In der Altersgruppe über 75 z.B. sind es rund 340.000 Senioren, die an jeweils bis zu 5 Krankheiten leiden und dementsprechend viele Präparate einnehmen. Da steigt dann das Risiko von Wechselwirkungen enorm.

Österreichische Apothekerkammer am 24.09.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Nehmen Frauen die Pille mangels Aufklärung ?

Wie nun die weltweit größte Verhütungsstudie „Tanco Report 2017“ enthüllte, kennen Frauen in Deutschland weniger Verhütungsmethoden als gedacht. Will heißen, im Schnitt nur 6 von 15 Methoden. Und gar 60 % aller verhütenden Damen könnten sich vorstellen auf eine Langzeitmethode zu wechseln, wenn sie darüber mehr wüssten. So komme es also, dass sich 61 % der Frauen gleichsam aus Gewohnheit ihr Pillenrezept in der Arztpraxis abholen. Und beim Frauenarzt findet laut dem Tanco Report 2017 „offenbar keine ausreichende Beratung über Langzeitmethoden“ statt.

Zahlen von 2015: Wo bleibt der Verhütungsfortschritt? (Infografik: obs / Jenapharm)

Der Grund klingt so überraschend wie plausibel: Die Ärzte schätzen das Wissen ihrer Patientinnen höher ein und das Informationsbedürfnis niedriger, als es tatsächlich ist. Laut dem Report 2017 sei das Wissen über die Wirkungsweise einzelner Methoden sogar „mehr als lückenhaft“. Nur 47 % der Kombipillen-Verwenderinnen wüssten, dass diese Methode den Eisprung verhindert. Und gerade einmal 14 % aller befragten Frauen sind darüber informiert, dass das Verhütungsschirmchen keine Östrogene enthält. Schlechte Kommunikation, wenig Eigeninitiative und Macht der Gewohnheit lauten die Gründe, warum es bei der Verhütung in Deutschland nicht mehr Vielfalt gibt.

„Und das, obwohl die Pille unverändert pannenanfällig ist“, wie die Studienleiterin Patricia Oppelt weiß. „Fast die Hälfte der Anwenderinnen hat die Pilleneinnahme in den letzten 3 Monaten mindestens einmal vergessen und jede 4. Frau musste schon einmal die “Pille danach” einnehmen.“ Wie gesagt, scheint eine Ursache des Informationsdefizits in Sachen Verhütung in einer mangelnden Arzt-Patientinnen-Kommunikation zu liegen. Dafür werden auch aussagekräftige Zahlen geliefert. So glauben die befragten Gynäkologen, dass Langzeitverhütung nur für 18 % der Frauen eine Option ist. Tatsächlich aber betrage diese Zahl mindestens 60 %.