Medizinwitz des Tages 16. September 2020

Während der Corona-Krise haben Europas Ärzte und Pfleger Wunder vollbracht !

EU-Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen am 16.09.2020

Die Apothekerspanne in Deutschland zum Gegenstand von Rabattschlachten zu machen, hieße, die Beratungskompetenz und die dem Wohnort nahe Versorgung der Schnäppchenjagd zu opfern.

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie am 16.09.2020

Die Österreichische Gesellschaft für ein humanes Lebensende (ÖGHL) betrachtet ein Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende als wesentlichen Teil der Autonomie des Menschen. Sie setzt sich daher für die Entkriminalisierung der Sterbehilfe ein, insbesondere für die Liberalisierung von § 78 StGB „Mitwirkung am Selbstmord“ und von § 77 StGB „Tötung auf Verlangen“.

Österreichische Gesellschaft für ein humanes Lebensende am 16.09.2020

Noch immer wird in deutschen Kliniken und Praxen bei der Aufbereitung von Ultraschallsonden überwiegend die manuelle Wischdesinfektion angewandt. Diese birgt jedoch hinsichtlich des mikrobiologischen Wirkspektrums, der Prozessvalidierung, Prozesscompliance und Prozessdokumentation sowohl klinische als auch rechtliche Risiken.

Nanosonics Europe GmbH am 16.09.2020

… bekommt jede Teilnehmerin am 1st Women’s Distance Run in Wien leihweise einen Community Distance Marker als digitalen Support mit auf die Laufstrecke. Mit der Zuordnung der Startnummer können kritische Kontakte im Anlassfall nachvollzogen und eine rasche, lückenlose Informationskette in Gang gesetzt werden. Damit wird in Österreich erstmals ein Contact Tracing bei Veranstaltungen mit nicht zugewiesenen Sitzplätzen möglich.

Österreichischer Frauenlauf GmbH am 16.09.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Acne inversa: Behandlung in Deutschland „eindeutig optimierbar“

AbbVie Deutschland und Die Schwenniger Krankenkasse haben in einer Aussendung „Defizite“ bei der Behandlung von Acne inversa moniert. Dazu gehören u.a. jahrelange Irrwege bis zur richtigen Behandlung, langwierige Wundheilungen und Depressionen als häufige Begleiterkrankung. Beide wollen nun „neue Ansätze“ für eine bessere Versorgung erarbeiten.

Foto: obs / AbbVie Deutschland GmbH / H. Schacht

In der Analyse wurden auch „Auffälligkeiten“ in verschiedenen Leistungs- und Kostenbereichen bestätigt und zudem festgestellt, dass „die medizinische Versorgung bei dieser Krankheit eindeutig optimierbar ist“. Im Rahmen der Kooperation würden, so Christoph Hagenlocher von AbbVie Deutschland, digitale Ansätze wie Data Mining und neuronale Netzwerke eine wichtige Rolle spielen. “Das Projekt zeigt, dass Pharmafirmen und Krankenkassen auch jenseits von Rabattverträgen innovativ kooperieren können.”

Und selbst der Bundesverband Deutscher Dermatologen (BVDD), der sich als Innovationsmotor in diesem Bereich versteht, begrüßt die digitalen Technologien zur Verbesserung der Versorgungsqualität. Acne inversa, auch Hidradenitis suppurativa genannt, sei eine schmerzhafte, chronisch-entzündliche, systemische Hauterkrankung. Diese trete „typischerweise“ tritt sie in Form von Knoten, Abszessen, Fisteln und Vernarbungen in den Achselhöhlen auf, in der Leiste wie an Brust, Gesäß und der Innenseite der Oberschenkel.

10 Jahre bis zur Diagnose

Oft seien die Hautveränderungen mit starken Schmerzen verbunden und würden von den Betroffenen als sehr belastend und einschränkend empfunden. Meistens dauert es auch sehr lange, bis die Erkrankung diagnostiziert wird: Nach der Erstbesuch beim Arzt vergehen in Deutschland bis zur Diagnose über 10 Jahre …!

Österreichs Parlament zieht Kostenbremse bei teuren Medikamenten – EU-Schnitt

Künftig wird es in Österreich auch für Medikamente eine Preisobergrenze geben, die nicht im Erstattungskodex der Krankenkassen gelistet sind. Das sieht eine Gesetzesnovelle vor, die vom Parlament beschlossen wurde. Demnach dürfen neue Medikamente in Österreich grundsätzlich nicht mehr kosten als im EU-Schnitt. Zudem werden die Preisregelungen für Generika angepasst und ähnliche Regelungen für so genannte Biosimilars in das Gesetz aufgenommen.

Zeitlich gestaffelte Preise

Das ASVG sieht für den roten und gelben Bereich des Erstattungskodexes künftig eine zeitlich gestaffelte Preisfestsetzung vor. So ist der EU-Durchschnittspreis 18 Monate nach der erstmaligen Festsetzung erneut zu ermitteln, eine weitere Prüfung gebe es dann 24 Monate später. Nach weiteren 18 Monaten kann allenfalls eine vierte Preisfestsetzung erfolgen. Und sogar gesetzlich gewährte Rabatte in den Mitgliedsstaaten müssten mitberücksichtigt werden!

Durch die neue Generika-Regelung ergibt sich für das erste Generikum in Hinkunft ein Preisunterschied von 50 % (bisher 48 %) zum Originalmedikament. Für das dritte Generikum sind es dann 65 %. Ähnliche Regelungen werden für Biosimilars, Nachfolgeprodukte von Biopharmazeutika, in das Gesetz aufgenommen, wobei hier der regulatorische Preisunterschied zum Originalprodukt insgesamt 52,5 % beträgt. Bestehende Preisunterschiede für wirkstoffgleiche Medikamente sollen durch ein Preisband verringert werden.

Industrie und Verbände verärgert

Nahezu erbost gaben sich Tags darauf Wirtschaftskammer (WKO), Industriellenvereinigung (IV) und weitere Branchenverände. Seitens der WKO bezeichnete Generalsekretärin Anna Hochhauser regulierte Medikamentenpreise als “Rückschritt für Gesundheitssystem und den Wirtschaftsstandort”. Laut IV-Generalsekretär Christoph Neumayer ist die beschlossene Sache “ein klar negatives Signal für die forschungsintensive Pharmawirtschaft in Österreich”.  Zudem müsse es doch “klar” sein, dass derartige Preisregelungen per Gesetz in einem marktwirtschaftlichen System nichts zu suchen haben dürften.

Der Branchenverband Pharmig wiederum sieht durch solche “planwirtschaftlichen Eingriffe” die Arzneimittelversorgung in Österreich gefährdet. “Denn gerade bei günstigeren Medikamenten und bei Generika könnte die neue Regelung dazu führen, dass Patienten gar nicht mehr versorgt werden können”, so Pharmig-Generalsekretär  Jan Huber. Unternehmer müssten kostendeckend arbeiten. Und laut FOPI-Generalsekretär Ronald Pichler fördere das neue Gesetz eine 2-Klassen-Medizin und verstoße vielleicht sogar gegen EU-Recht.