Österreichs Schwachstellen: Alkohol, Rauchen und kaum Gesundheitswissen

„Österreich gehört zur europäischen Spitze beim Rauchen und dem Alkoholkonsum und die Gesundheitskompetenz ist im Vergleich zu anderen Ländern bedenklich gering“, kritisierte Thomas Dorner von der Österreichischen Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) anlässlich der Europäischen Public Health Konferenz 2016 in Wien. So würden 18 % der Bevölkerung Gesundheitszusammenhänge überhaupt nicht verstehen und bei weiteren 38 % sei die Kompetenz „problematisch“. Kein Wunder also, dass die “Gesundheitskosten” in Österreich bei 10,1 % des BIP liegen, im OECD-Schnitt aber nur bei 8,9 %.

Im Bild: Rabmer-Koller, Christiane Stock (EUPHA), Rendi-Wagner und Univ.-Prof. Dorner. (Foto: EPH Conference / Nesvadba)
Im Bild: Rabmer-Koller, Christiane Stock (EUPHA), Rendi-Wagner und Univ.-Prof. Dorner. (Foto: EPH Conference / Nesvadba)

Pro Kopf sind das Ausgaben von 3.150 € jährlich im OECD-Schnitt, in Österreich 4.150 €. Und ganz konkret ein Vergleich: In Italien muss nur 2.800 € jährlich ausgegeben werden und man lebt sogar 1,5 Jahre länger als in Österreich. Dazu passt, dass hierzulande mit nur 1,9 % die Investitionen in die Gesundheitsprävention viel niedriger sind als im OECD-Schnitt von 3,4 %. Dabei würden aber in der Alpenrepublik seit 5 Jahren die sog. 10 österreichischen Gesundheitsziele umgesetzt. In diesen Zielen sei auch die Bedeutung von nicht-medizinischen Maßnahmen festgeschrieben.

„Wichtig ist die Förderung der Gesundheitskompetenz und auch eine forcierte Reorientierung des Gesundheitssystems in Richtung Gesundheitsförderung und Prävention“, fordert Pamela Rendi-Wagner vom Bundesministerium für Gesundheit. Und Ulrike Rabmer-Koller vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger ärgert, dass in Österreich insgesamt 36 Mrd. € in die Gesundheitsversorgung fließen würden, davon aber nur 700 Mio. € in den Bereich Prävention. Das meiste Geld gehe für das Heilen von Krankheiten drauf …