Medizinwitz des Tages 13. August 2019

Von der Politik kann man nicht verlangen, dass sie Pflegekräfte bäckt. Aber es muss in Deutschland endlich darüber nachgedacht werden, wie sinnvoll es ist, so viele Krankenhäuser zu haben, in denen dann das Pflegepersonal fehlt.

SPD-Gesundheitssprecher Prof. Dr. Karl Lauterbach am 13.08.2019

Ginge es Österreichs Apotheken tatsächlich nur um die Interessen der Patienten, so würde ein kurzer Anruf beim verschreibenden Arzt ausreichen, um im Falle nicht verfügbarer Arzneimittel rasch eine medizinisch vertretbare Lösung zu finden.

Österreichischer Ärztekammer am 13.08.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Hälfte der deutschen Pflegekräfte denkt an Ausstieg

Wegen der aktuellen Rahmenbedingungen denken 54 % der deutschen Pflegekräfte über den Ausstieg aus ihrem Beruf nach. Das ergab der 1. Pflexit Monitor der Paul Hartmann AG. Für 72 % sei der andauernde Personalmangel und die damit verbundene hohe Arbeitsbelastung der Grund. Und nur 35 % würden diesen Job wiederwählen oder ihn weiterempfehlen.

Infografik: obs / Paul Hartmann AG

“Der Pflegeberuf muss in vielerlei Hinsicht aufgewertet werden“, findet Chima Abuba. Konkret meint der Geschäftsführer von Paul Hartmann Deutschland in Bezug auf Verantwortung, Gehalt und Ausbildung. “Ansetzen könnte man bei der Bezahlung, einer Reform der Pflegeausbildung oder der Akademisierung der Pflege. Und während in den vergangenen Jahren in Deutschland immer mehr Ärzte eingestellt wurden, stieg die Anzahl an Pflegekräften trotz zunehmender Patientenzahlen nicht im gleichen Maße. Laut Bertelsmann Stiftung könnten bis 2030 in der Pflege rund 500.000 Vollzeitkräfte in der Pflege.

Pflegekräfte würden auch oft nur als Helfer des Arztes angesehen. “Dabei könnte die Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten dem Pflegebereich einen deutlichen Schub geben“, glaubt Raimund Koch von Paul Hartmann. Schon jetzt erlaube das Pflegeerweiterungsgesetz von 2008 eine Wundversorgung wie das Ausstellen von Rezepten. „Das wäre ein Schritt in Richtung Aufwertung und Gleichberechtigung des Pflegebereichs gegenüber Ärzten oder Apothekern. Doch wegen des sehr komplexen Prozesses wären die ersten Modellprojekte erst 2020 möglich.“