Medizinwitz des Tages 30. Juni 2020

Die meisten Deutschen sind ausreichend mit Nährstoffen versorgt. … Aus medizinischer Sicht ist daher die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln für die allermeisten Menschen ohne Nutzen. Zudem werden die Produkte häufig in Dosierungen angeboten, die den Tagesbedarf an Vitaminen und Mineralstoffen um ein Vielfaches übersteigen und damit das Erkrankungsrisiko in manchen Situationen sogar erhöhen können. Es ist daher notwendig, die Verbraucher in Deutschland besser vor den Gesundheitsgefahren durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu schützen. Die derzeitige Regulierung von Nahrungsergänzungsmitteln reicht dazu nicht aus.

Antrag von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag am 12.05.2020

In der neuesten Folge der Podcasts Business Class spricht Tilo Bonow mit Dr. Lutz Kloke, Gründer der Cellbricks GmbH, darüber, ob Organe aus dem 3D-Drucker in Zukunft zentrale Probleme der Medizin lösen könnten. Und wer wird sich einmal so eine gedruckte Leber oder Niere überhaupt leisten können ?

Piabo PR GmbH am 30.06.2020

Mit 1. Juli 2020 ändern sich in Deutschland auch viele Festbeträge. Das sind die Erstattungshöchstbeträge der Krankenkassen für bestimmte Wirkstoffe. Betroffen davon sind hauptsächlich verordnungsstarke Protonenpumpenhemmer (Magensäureblocker) und Statine (Cholesterinsenker) in 5 Wirkstoffgruppen. Deren Marktvolumen lag 2018 bei insgesamt 53 Mio. Packungen und einem Umsatz von 1,3 Mrd. €.

ABDA am 30.06.2020

Die Deutsche Krebshilfe protestiert in einer Medienmitteilung gegen die Senkung der Umsatzsteuer von 19 auf 16 % bei allen Tabakprodukten. Gegen die gleiche Umsatzsteuersenkung bei Medikamenten habe man auf Nachfrage von Molner Health Center allerdings keine Einwände.

Deutsche Krebshilfe am 30.06.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

2017 über 35 Mrd. € Kosten für 741 Mio. Packungen Medikamente in Deutschland

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für Arzneimittel sind 2017 in Deutschland um 3,1 % auf 35,2 Mrd. € weiter angestiegen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) spricht dabei von einer „Wachstumsabschwächung im 3. Jahr in Folge“. Soll heißen, dass es 2014 noch 8,9 % waren, 2015 genau 5 % und 2016 noch 3,8 %. Im Jahr 2017 wurden in Deutschland sage und schreibe 741 Mio. Packung Medikamente verschrieben …

Foto: obs / ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Dabei habe sich jedoch die Anzahl der GKV-Versicherten um knapp 800.000 auf fast 73 Mio. erhöht, jedoch die Zahl der verordneten Packungen Medikamenten um 2,1 % auf 741 Mio. „verringert“. Laut DAV wurden vor allem Magensäureblocker wie Omeprazol und Pantoprazol seltener verschrieben. “Die Ausgaben für Arzneimittel in Deutschland steigen weiterhin, aber immer moderater”, sagt dazu der DAV-Vorsitzende Fritz Becker. Und: „Wenn mehr Patienten länger und besser leben können, darf man keine rückläufigen Ausgaben erwarten.” Laut Pro Generika seien mittlerweile auch 77 % der abgegebenen Medikamente Generika.

Medizin und Plutonium

Ihr persönliches Atomkraftwerk, wenn man so will, ist die Zigarette. (News vom 08.12.2011) Ein Päckchen täglich pro Jahr versorgt Sie mit dem Vierfachen der maximal zugelassenen radioaktiven Dosis für Arbeiter in Atomkraftwerken.

  • In Tabakpflanzen finden wir Polonium-210 und Blei-210: Polonium strahlt 1.000-fach stärker als Plutonium oder Cäsium-123.
  • 20 Zigaretten am Tag haben die jährliche Strahlendosis von 250 Lungenröntgenaufnahmen.
  • Bei 20 Zigaretten täglich erreichen Sie im Jahr 106 Milli-Sievert. Zum Vergleich: Angestellte in Atomkraftwerken dürfen im Jahr maximal 20 Milli-Sievert abbekommen.

Medizin und Plutonium haben etwas gemeinsam: das Risiko. Beim Plutonium ist es das Risiko, dass ein Atom zerfällt. Dann strahlt. Heißt Radioaktivität. Zitat der ÄrzteZeitung (04.04.2011): „Es ist als Alpha-Strahler radioaktiv und als chemischer Stoff toxisch. …Nach dem Einatmen von nur 50 mg Plutonium stirbt jeder 2. Mensch sofort. Inhaliertes Plutonium verbleibt auch für Jahrzehnte in der Lunge.“ In der Medizin wiederum begegnen Sie dem Risiko bei jeder Tablette.

Da gibt es einen Beipackzettel, auf dem ganz genau steht, was alles Unerwünschtes passieren kann – sogar mit Prozentangaben. Vor jeder Operation unterschreiben Sie auch alle möglichen Komplikationen. Der Arzt erklärt Ihnen lächelnd, wie selten oder gar nicht die auftreten. Und man lächelt mit – bis sie auftreten. Bei mir im letzten Sommer gab es ein Risiko von 0,3 %.

Und siehe da – wieder einmal wurden aus 0,3 % plötzlich 100 %. (News vom 08.07.2017)

Die Prozentangaben auf den Beipackzetteln sind übrigens geschönt. Denn es wird nur ein Teil aller Zwischenfälle gemeldet. Ich schätze mal nur so 20 %. Hatte Ihnen das einmal am Beispiel “Impfschaden” erklärt (News vom 04.09.2017). Aber es ist ohnehin klar, dass für Sie persönlich Prozentzahlen keine Bedeutung haben. Die gelten für 1.000, 5.000, 10.000 Patienten im Mittel. Da stimmen die dann auch. Beim Einzelfall versagt jede Statistik. Es erwischt Sie oder eben nicht. Ganz einfach …

Leicht erklären kann man das am Plutonium. Ist radioaktiv. Für den Körper schädlich wie andere Schwermetalle auch. Wir können exakt (wirklich exakt!) voraussagen, dass die Hälfte dieser Kerne von so 1 kg Plutonium in 24.110 Jahren zerfallen sein wird. Nehmen wir aber nur ein einzelnes Plutoniumatom, können wir gar nichts mehr sagen. Ob das sofort zerfällt oder in 10.000 Jahren … Wir wissen es einfach nicht. Bei Einzelatomen versagt jede Statistik. Genau wie beim Einzelpatienten !

Faszinierend: Die Zerfallsrate, die Halbwertszeit von 24.110 Jahren bleibt immer gleich, ob sie das Plutonium abkühlen, zusammenpressen, ins Weltall schießen oder mit ihm nach Bielefeld fahren. Und das, obwohl sich die einzelnen zufällig zerfallenen Kerne gegenseitig nicht beeinflussen. Denke da auch an die Atomkraft in Deutschland. Zurückgeblieben – unabhängig von der Schließung der Kraftwerke – sind hier hoch radioaktive 30.000 Kubikmeter.

Wir machen uns da leider so gar keine Vorstellung. Haben immer nur das Cäsium von Tschernobyl mit seinen lumpigen 36 Jahren im Ohr. Aber, darf ich?

Plutonium 24.110 Jahre, Jod-129: 16 Mio. Jahre, Uran-235: 704 Mio. Jahre, Uran-238: über 4 Mrd. Jahre

Alles menschengemacht ! Bei solchen Dimensionen denke ich immer an das “Vergackeiern” der Bürger. Und zudem bin ich auch aus sehr persönlicher Erfahrung mit radioaktiver Strahlung (Tandemlabor Erlangen) generell gegen Atomkraft !

Laut Apothekerkammer wirken nur 41 % der Blutdrucktherapien

Wenn es stimmt, dass Bluthochdruck einer der bedeutendsten Risiko-faktoren für „die Gesamtsterblichkeit weltweit“ darstellt, dann ist ein Studienergebnis der Apothekerkammer (NÖ) für das heimische Gesundheitssystem nahezu blamabel. Demnach zeigte sich nämlich, dass bei 4.303 untersuchten Patienten „nur 41 % der diagnostizierten, behandelten und vorwiegend therapietreuen Patienten” das Blutdruckziel erreichten. „Das ist ein alarmierender Wert“, sagte Studienleiter Miklos Rohla vom Wiener Wilhelminenspital bei einer Pressekonferenz.

Status Quo der Hypertonie in Österreich
Status Quo der Hypertonie in Österreich “alarmierend”. (Foto: Österreichische Apothekerkammer / APA / Nielsen)

Im Mittel wurden den Patienten nämlich sogar „2,2 verschiedene antihypertensive Substanzen verschrieben“ und 45 % erhielten „ein modernes Kombinationspräparat“. Bei einem Grenzwert 140/90 mmHg erreichte also nur die eingangs erwähnte Anzahl die gewünschten Blutdruckwerte. „Bei durchschnittlich 2,2 Blutdruck senkenden Substanzen bestünde ausreichend Spielraum zur Steigerung der Therapie. Basierend auf diesen Daten sollten Disease Management Programme auch die Aufmerksamkeit des Arztes zur Therapieintensivierung beleuchten“, propagiert Rohla.

„Die Vorsorge und Behandlung von Bluthochdruckerkrankungen sind ein großes Thema bei der NÖGKK“, sagte auch deren Generaldirektor Jan Pazourek, zumal 20 % der NÖGKK-Versicherten Medikamente gegen Hypertonie bekäme. „2015 waren das 3,7 Mio. Packungen um insgesamt 41 Mio. €.“ Und zugleich wisse man, dass die Dunkelziffer der Hypertoniker Niederösterreichs noch viel höher liegt. „Viele Betroffene kennen ihre Gefährdung noch gar nicht, weil man Bluthochdruck kaum spürt“, so Pazourek.

Besorgniserregend

Und “besorgniserregend” sei weiters, dass dann „die verschriebenen Medikamente nicht oder nicht ausreichend eingenommen werden“. Das kommentieren wir vom Molner Health Center ausnahmsweise: „Ein Teufelskreis – oder vielleicht nicht?“