Medizinwitz des Tages 9. Mai 2020

Es ist eine Tatsache, dass die kostendeckende Produktion von Penicillin extrem herausfordernd ist. Am Weltmarkt kostet 1 Kilogramm Penicillin 20 Dollar und damit weniger als Kaugummi.

Novartis Pharma GmbH am 09.05.2020

Die letzte Penicillin-Produktion Europas in Tirol soll wackeln.

ORF.at am 09.05.2020

Die Corona-Krise hat die strukturellen Schwächen der Österreichischen Gesundheitskasse schonungslos offengelegt. Die ÖGK droht an ihrer Hauptaufgabe zu scheitern.

Österreichische Ärztekammer am 09.05.2020

Seitens des österreichischen Gesundheitsministeriums gibt es keine Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während der Geburt. Dieser ist aus medizinischer Sicht während der Geburt auch nicht zu empfehlen.

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege am 09.05.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 4. Juli 2019

Versorgungsengpässe bei Medikamenten entstehen erst dadurch, dass wegen des niedrigen Preisniveaus in Österreich der Export von Arzneimitteln finanziell höchst lukrativ ist und sich so einzelne Beteiligte der Lieferkette ein “Körberlgeld” verdienen. Das ist ein Punkt, wo die Apothekerkammer auch in ihren eigenen Reihen ansetzen könnte, wenn es um die Sicherstellung der Inlandsversorgung geht.

FOPI Österreich am 04.07.2019

Mit der jährlichen Offenlegung geldwerter Leistungen hat die pharmazeutische Industrie in Österreich einen neuen Standard der Transparenz im Gesundheitsbereich geschaffen. Schließlich ist es völlig legitim, dass Ärztinnen und Ärzte für ihre Expertise rund um die Verbesserung oder Entwicklung von Arzneimitteln auch angemessen honoriert werden. Die Rate der namentlichen Veröffentlichungen liegt bei fast 20 %.

Pharmig am 04.07.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Pharmafirmen sponsern Österreichs Ärzte mit 22 Millionen € im Jahr

Laut Transparency International – Austrian Chapter (TI-AC) gilt das Gesundheitswesen eines Landes als besonders korruptionsanfällig. Daher hatten sich 2013 die Pharmafirmen im europäische Branchenverband EFPIA verpflichtet, „Zuwendungen“ an medizinische Einrichtungen wie auch Ärzte offen zu legen. Auch Österreichs Branchenverband Pharmig hatte sich 2014 dazu bekannt, nur geschah laut TI-AC bisher aber so gut wie nichts. „Von den 22,4 Mio. €, die 2015 direkt an Ärzte flossen, wurden nur 3,8 Mio. € mit dem Namen des Empfängers publiziert“, kritisiert Österreichs Vorsitzende Eva Geiblinger.

Österreichs Pharmafirmen sponsern aber auch Patienteninitiativen ... (Infografik: LBI HTA / mmp; www.multimediaproduktione)
Österreichs Pharmafirmen sponsern aber auch Patienteninitiativen … (Infografik: LBI HTA / mmp; www.multimediaproduktione)

Die Offenlegung der übrigen 18,6 Mio. € sei „aggregiert ohne Namens-nennung“ erfolgt. Laut Geiblinger begrüßt das TI-AC die freiwillige Initiative des Pharmig, jedoch zeige diese – wie befürchtet – kaum Wirkung. „Daher ist eine verpflichtende gesetzliche Regelung analog zum Sunshine Act in den USA dringend notwendig.“ So hätten 2015 „nur 69 von 115“ Pharmig-Mitgliedern ihre Geldleistungen an das heimische Gesundheitswesen auch offen deklariert.

Für TI-AC sei diese Praxis schlicht „Augenauswischerei“. Der Branchen-verband Pharmig reagierte in einer Aussendung auf die Vorwürfe und sprach von einem erst eingeleiteten „Kulturwandel“. Beim Geld gebe es in Österreich schnell eine Neiddebatte, so deren Generalsekretär Jan Huber. Zudem mache das geltende Daten-schutzrecht die Einwilligung der begünstigten Ärzte notwendig. Laut Pharmig sei an der (kritisierten) Zusammenarbeit aber ohnehin „nichts Verwerfliches“ zu finden.