Medizinwitz des Tages 18. April 2019

Der Tod eines 68-jährigen Teilnehmers am Vienna City Marathon 2019 unterstreicht die Dringlichkeit einer Sporttauglichkeitsuntersuchung in Österreich. Die ÖÄK begrüßt körperliche Bewegung und die Ausübung diverser Sportarten ausdrücklich, jedoch darf man die Gefahren dabei nicht ignorieren.

Österreichische Ärztekammer am 18.04.2019

Von den 2018 rund 457.000 verkauften Fahrrädern in Österreich, waren 150.000 mit einem Elektromotor ausgestattet. Auffällig ist, dass besonders Senioren eine außergewöhnlich hohe Affinität zu E-Bikes haben.

Wiener Städtische Versicherung AG am 18.04.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder die Konsequenz “absurd” ist …

Österreich: “VGN” für Rauchverbot in Gastronomie – Ärztepräsident ein Raucher !

In einer Presseaussendung haben sich alle 10 Chefredakteure der Verlagsgruppe News (VGN) für die Beibehaltung des Rauchverbotes in der österreichischen Gastronomie ausgesprochen. Dieses hätte am 1. Mai 2018 definitiv in Kraft treten sollen, dürfte allerdings von der neuen Bundesregierung aus ÖVP und FPÖ wieder „abgeschafft“ werden. Argumentiert werde das mit der Wichtigkeit der „Wahlfreiheit für Raucher“.

Infografik: VGN

Offenbar fallen dann auch zehntausende Rauchertote – allein in Österreich – nicht so sehr ins Gewicht. Indes wurde auch Österreichs Präsident der Ärztekammer (!), Thomas Szekeres, von der Gratiszeitung Österreich beim Zigarettenrauchen erwischt … vor einem Wiener Lokal! Die genannten Chefredakteure sind übrigens: Esther Mitterstieler (News), Christian Rainer (Profil), Hadubrand Schreibershofen (TV-Media), Euke Frank (Woman), Andreas Weber (Trend), Susanne Hofbauer (Autorevue), Anna Wagner (Gusto), Kristin Pelzl-Scheruga (Lust auf‘s Leben), Goran Miletic (e-Media) und Roland Duller (Yachtrevue).

Infografik: VGN

Silvester: Ärzte warnen vor Kombination “Alkohol und Pyrotechnik”

“Feuerwerke sollte man den Profis überlassen”, findet die Ärztekammer Österreich und warnt gleichzeitig vor der besonders gefährlichen Kombination Alkohol und Pyrotechnik. “Die Folgen können fürchterlich sein”, weiß Unfallchirurg und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer. In Österreich seien 40 % aller zu Silvester im Umgang mit Böller und Krachern Verletzten zwischen 15 und 24 Jahren alt. 20 % sogar jünger als 15.

Foto: obs / Bundesverband für Tiergesundheit / BfT / A. Klostermann

Schwere Brandwunden, abgetrennte Finger oder ein Knalltrauma werden auch heuer wieder den Jahreswechsel in den Spitälern sehr arbeitsintensiv gestalten. Noch dazu seien die meisten “Opfer” der Silvesterknallerei alkoholisiert. “Und leider können wir Ärzte auch nicht alles wieder reparieren”, so Mayer. Dauerhafte Folgeschäden seien daher nicht selten. Dazu passend vielleicht noch 2 Zahlen aus Deutschland: Dort wurden zu Silvester 2016 insgesamt 137 Mio. € in die Luft gejagt. In München musste die Feuerwehr rund 2.000 Mal ausrücken, in Berlin 1.500 Mal.

ÖÄK: Neue Regierung muss Probleme des Gesundheitssystems lösen

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) fordert von der neuen Bundesregierung “die Probleme des Gesundheitssystems zu beheben”. Zu den “offenen Großbaustellen” zählt ÖÄK-Präsident Thomas Szekeres  den sich verschärfenden Ärztemangel, volle Ambulanzen sowie das Ärztesterben am Lande. “Alarmierend” sei auch die Tatsache, dass Österreichs Gesundheitsversorgung im internationalen Vergleich “abgestürzt ist”.

Die Spitze der ÖÄK mit der scheidenden Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner. (Foto: ÖÄK)

Szekeres bezeichnet die Ärzte “als erste Experten für Gesundheitspolitik” und freue sich daher auf eine enge Zusammenarbeit mit der neuen Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein. Zudem appellierte der Ärtzekammerpräsident an die neue Regierung aus ÖVP und FPÖ, dem Thema Gesundheit dieselbe Priorität einzuräumen wie anderen Bereichen, die “für die Zukunft des Standorts Österreich von essentieller Bedeutung” seien. So würden etwa Deutschland oder die Schweiz im Verhältnis zum BIP mehr Geld für Gesundheit ausgeben.

Österreichs Gesundheitssystem jedes Jahr 1 Milliarde € teurer

Im Jahr 2021 könnten Österreichs Ausgaben für Gesundheit um insgesamt 4,6 Mrd. € teurer sein als heute. Das gab die Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser nach Abschluss einer sog. 15a-Verordnung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherungen bekannt. „Entgegen den Aussagen der Ärztekammer steigen die Investitionen und Ausgaben im Gesundheitswesen jährlich weiterhin an. Es gibt keine Einsparungen, ganz im Gegenteil!”

Es brennt der Hut

Nunmehr existiere aber erstmals  eine vertraglich fixierte Finanzierungszusage der Länder und der Sozialversicherungen für einen Ausbau der Primärversorgung. „Mit der Zweckwidmung von 200 Mio. € haben wir einen wichtigen Pflock für die Gesundheitsreform eingeschlagen. Damit kommen wir dem Ziel, den Spitalsbereich zu entlasten und die ambulante und niedergelassene Versorgung auszubauen, einen großen Schritt näher“, so Oberhauser.

Demnach könnte sich die Bevölkerung konkret über eine Versorgung nahe am Wohnort freuen, einen besseren Zugang dank längerer Öffnungszeiten und mehr Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe. Angesichts der genannten Verordnung brennt hierzulande auch für den Präsidenten der ÖÄK, Artur Wechselberger, der Hut – wenngleich aus anderen Gründen. „Es kann doch nicht sein, dass ein Angebotsmonopol für Kassenplanstellen bei den Ländern und Krankenkassen liegt, wo doch gerade die Ärztekammern immer auf die Notwendigkeit neuer Kassenstellen gedrängt haben.“

Verschlechterungen ?

Der „massive Umbau“ des Gesundheitssystems werde, so der ÖÄK-Präsident,  für alle Beteiligten Verschlechterungen mit sich bringen.