Medizinwitz des Tages 10. April 2020

Mehr Schutz für das Rote Kreuz Niederösterreich dank einer Alkoholspende der Brauerei Wieselburg.

Brau Union Österreich AG am 10.04.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Österreicher essen jährlich jeweils 235 Eier – “Eierdatenbank” für mehr Transparenz

Eier wurden jahrelang völlig zu Unrecht gescholten und daher ist es sehr erfreulich, dass Herr und Frau Österreicher nunmehr im Jahr so um die 235 Eier verspeisen. Tendenz hoffentlich steigend” Zu Ostern würden rund 70 Mio. Eier gegessen, was einem Zehntel des heimischen Jahresverbrauches entspricht. Diese Zahlen und weitere interessante Fakten gab die Agrarmarkt Austria Marketing GmbH (AMA) im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.

Die AMA-Gütesiegel-Richtlinie mit dem AMA-Gütesiegel garantieren beste Qualität. (Foto: Agrarmarkt Austria Marketing / APA / Juhasz)

In Österreich wurden 2016 übrigens 707 Mio. Eier verkauft, fast die Hälfte davon in Diskont-Supermärkten. „Bei den Haltungsformen dominiert der Menge nach die Bodenhaltung mit 65 %, 23 % entfallen auf Freilandhaltung und knapp 12 % auf die Biohaltung“, erklärte Michael Blass, AMA-Marketing-Geschäftsführer. Im Wert jedoch komme der Bioanteil bereits auf 20 %. Und Blass weiter: „Ein österreichischer Haushalt gibt pro Monat 4 € für Eier aus. Ein Bioei kostete 2016 im Schnitt 41 Cent, ein Ei aus Freilandhaltung 30 Cent, aus Bodenhaltung 20 Cent.“ Österreichs 6,6 Mio. Hennen legen jährlich 1,8 Mrd. Eier.

Damit könnten die heimischen Landwirte 86 % der Nachfrage decken. „Das produktionsstärkste Bundesland übrigens ist die Steiermark mit 365 AMA-Gütesiegel-Betrieben, gefolgt von Niederösterreich mit 109 und Oberösterreich mit 106“, so Blass. Und: In der Österreichischen Eierdatenbank würden 90 % der zum Verkauf angebotenen Eier erfasst, auch Ostereier. Laut AMA sorgt dieses „freiwillige System“ samt Stempel für jedes Ei für „absolute Transparenz“, welche die Konsumenten mittels „Quick-Egg-Check” auf www.eierdatenbank.at auch überprüfen könnten.

Keine Kohlenhydrate

Im Vorjahr hatten zu Ostern rund 360.000 Konsumenten den Code auf dem Ei abgefragt. Für 2017 hofft man bei der AMA auf ein ähnlich großes Interesse. Und wir vom Molner Health Center ergänzen gerne, dass Eier sind nicht nur schmackhaft sind, sondern auch sehr gesund. Sie haben nämlich viel Eiweiß und kaum Kohlenhydrate !!

Österreicher jährlich fast 2 Wochen im Krankenstand – 1 % BIP

Laut Fehlzeitenreport 2016 des WIFO im Auftrag von Hauptverband, WKO und AK waren Österreichs unselbständig Beschäftigte 2015 im Schnitt 12,7 Tage im Krankenstand und damit um 2,5 % mehr als 2014. Dies entspricht einem Verlust an Jahresarbeitstagen von 3,5 %. Dabei dauerten fast 39 % aller Krankenstände weniger als 4 Tage. Deren Gewicht, so das WIFO, ist allerdings mit nur 8 % aller krankheitsbedingten Fehlzeiten gering. Und während nur 12,5 % der Krankenstände länger als 2 Wochen dauern, würden diese dennoch knapp 60 % der Fehlzeiten ausmachen. Langfristig gesehen sei das heimische Krankenstandsniveau “derzeit vergleichsweise niedrig”.

Lisa Brunner vom Institut für Suchtprävention und Ulrike Rabmer-Koller vom Hauptverband neben weiteren Experten bei der Präsentation des Fehlzeitenreports 2016. (Foto: Hauptverband / APA / Roßboth)

Laut WIFO wandelt sich das Bild der wichtigsten Krankenstands-ursachen im Laufe der Zeit. Derzeit ergebe sich bei psychischen Erkrankungen „ein klarer Aufwärtstrend“. Und, was so schon bekannt ist, treten ältere Arbeitskräfte sogar seltener als die Jungen einen Krankenstand an, fehlen dann jedoch länger am Arbeitsplatz. Wie die Krankenstandsquoten nach Alter überhaupt einem leichten “U” folgen würden: Jugendliche bis 20 Jahren seien vergleichsweise oft krank, zwischen 25 und 39 Jahren am wenigsten und ab 40 Jahren dann wieder öfter mit dem Höhepunkt von 60-64.

Bundesbeamte wiederum lieben Kurzkrankenstände und sind hierzulande um gut 9 % öfter „krank“ als die Arbeiter und Angestellten der Privatwirtschaft. Verglichen nur mit den Angestellten seien es sogar 20 %. „Beim Bundespersonal fällt zudem pro Kopf eine deutlich höhere Anzahl an Kurzkrankenständen auf als bei den ASVG-Versicherten“, monieren die Experten des WIFO. Im Schnitt war 2014 jeder Bundesbedienstete 2,5 Arbeitstage im Krankenstand, in der Privatwirtschaft war es nur 1 Tag. Und auch regional sei die Krankenstandquote sehr unterschiedlich.

Salzburger am gesündesten

Während Salzburg mit 10,4 Tagen nun schon seit Jahren die geringsten Fehlzeiten aufweist, kommt man in Niederösterreich sogar auf 2 Wochen. Dahinter liegen Oberösterreich (13,2 Tage) und Wien mit 13 Tagen. „Krankenstände stellen nicht nur für die Beschäftigten eine Belastung dar, sondern auch für die Betriebe und die Volkswirtschaft“, unterstreichen die Studienexperten. So hätten die Arbeitgeber 2014 in Summe 2,7 Mrd. € an Entgeltfortzahlungen geleistet und weitere 674 Mio. € wurden von den Sozialversicherern ausbezahlt – in Summe 3,4 Mrd. € oder 1 % des BIP.

Laut Apothekerkammer wirken nur 41 % der Blutdrucktherapien

Wenn es stimmt, dass Bluthochdruck einer der bedeutendsten Risiko-faktoren für „die Gesamtsterblichkeit weltweit“ darstellt, dann ist ein Studienergebnis der Apothekerkammer (NÖ) für das heimische Gesundheitssystem nahezu blamabel. Demnach zeigte sich nämlich, dass bei 4.303 untersuchten Patienten „nur 41 % der diagnostizierten, behandelten und vorwiegend therapietreuen Patienten” das Blutdruckziel erreichten. „Das ist ein alarmierender Wert“, sagte Studienleiter Miklos Rohla vom Wiener Wilhelminenspital bei einer Pressekonferenz.

Status Quo der Hypertonie in Österreich
Status Quo der Hypertonie in Österreich “alarmierend”. (Foto: Österreichische Apothekerkammer / APA / Nielsen)

Im Mittel wurden den Patienten nämlich sogar „2,2 verschiedene antihypertensive Substanzen verschrieben“ und 45 % erhielten „ein modernes Kombinationspräparat“. Bei einem Grenzwert 140/90 mmHg erreichte also nur die eingangs erwähnte Anzahl die gewünschten Blutdruckwerte. „Bei durchschnittlich 2,2 Blutdruck senkenden Substanzen bestünde ausreichend Spielraum zur Steigerung der Therapie. Basierend auf diesen Daten sollten Disease Management Programme auch die Aufmerksamkeit des Arztes zur Therapieintensivierung beleuchten“, propagiert Rohla.

„Die Vorsorge und Behandlung von Bluthochdruckerkrankungen sind ein großes Thema bei der NÖGKK“, sagte auch deren Generaldirektor Jan Pazourek, zumal 20 % der NÖGKK-Versicherten Medikamente gegen Hypertonie bekäme. „2015 waren das 3,7 Mio. Packungen um insgesamt 41 Mio. €.“ Und zugleich wisse man, dass die Dunkelziffer der Hypertoniker Niederösterreichs noch viel höher liegt. „Viele Betroffene kennen ihre Gefährdung noch gar nicht, weil man Bluthochdruck kaum spürt“, so Pazourek.

Besorgniserregend

Und “besorgniserregend” sei weiters, dass dann „die verschriebenen Medikamente nicht oder nicht ausreichend eingenommen werden“. Das kommentieren wir vom Molner Health Center ausnahmsweise: „Ein Teufelskreis – oder vielleicht nicht?“