Medizinwitz des Tages 13. September 2019

Demenz gehört zu unserer Gesellschaft. Immer mehr Menschen sind damit konfrontiert und oft auch überfordert.

Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege am 13.09.2019

Wer in Deutschland 3 oder mehr verordnete Medikamente über mindestens 4 Wochen einnimmt oder anwendet, hat Anspruch auf einen Medikationsplan. Dieser soll helfen, unerwünschte Wechselwirkungen von Arzneimitteln besser zu erkennen und Einnahmefehler zu vermeiden. Doch die Schlaganfall-Hilfe macht ähnliche Erfahrungen wie viele andere Patientenorganisationen: Offensichtlich erhält nur ein kleiner Teil der Patienten einen Medikationsplan.

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am 13.09.2019

Das Apothekenmonopol in Österreich behindert die ärztliche Versorgung im Land.

Ärztekammer für Tirol am 13.09.2019

Asthma und COPD sowie Allergien sind chronische Erkrankungen, die sich mit echtem Mehrwert für die Patienten über Apps und smarte Inhalationsgeräte (Smarthaler) digital managen lassen.

Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner am 13.09.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Garantieren EU-Patente der Pharmabranche überhöhte Preise ?

Das Europäische Patentamt hat einer Patentanfechtung von Organisationen aus 17 Ländern gegen ein Medikament von Gilead Sciences, das den Wirkstoff Sofosbuvir verwendet, nicht stattgegeben. Laut Ärzte der Welt, einem der Kläger, werde diese Ablehnung den Zugang Hunderttausender Patienten in Europa zu einer bezahlbaren Behandlung von Hepatitis C verhindern.

Demonstration in Genf gegen den Patentmissbrauch in der Medizin. (Foto: obs / Ärzte der Welt)

Zudem zeige dieser Fall, wie Pharmafirmen das Patentsystem missbrauchen bzw. es nur für die eigenen wirtschaftlichen Interessen nutzen würden. “Das Patentsystem in Europa funktioniert nicht. Das wird auch Konsequenzen für die vielen neuen Krebsmedikamente haben, die derzeit auf den Markt kommen. Ihr Preis ist sogar 10 Mal höher als der Preis von Sofosbuvir”, ärgert sich Olivier Maguet von Ärzte der Welt. Und mehr noch: “Dieses Patentsystem ermöglicht Monopole und erlaubt es Unternehmen, exorbitant hohe Preise für lebenswichtige Medikamente zu kassieren.”

So verlange Gilead in Europa immer noch bis zu 43.000 € für die 12-wöchige Behandlung mit Sofosbuvir. Die Behandlung von Hepatitis C mit Sofosbuvir hat eine Heilungsrate von über 90 %. Ältere Medikamente kommen auf nur rund 50 %. Aber wegen des enorm hohen Preises muss das Medikament bereits rationiert werden. “Dabei ist die gleiche Behandlung dort, wo der Wirkstoff nicht patentiert ist, bereits für unter 100 Dollar zu haben”, weiß Maguet. Mit der Anfechtung wollte man den Weg zur Herstellung und den Import weit billigerer Generika in der EU frei machen !

Erfolge in China, Indien und Russland ?

Patente auf Sofosbuvir wurden bereits in den Ländern Ägypten, China und der Ukraine zurückgewiesen. In Argentinien, Brasilien, Indien, Russland und Thailand stünden die Entscheidungen noch aus. “Weil der Zugang zu Medikamenten wie der Gesundheitsversorgung generell selbst für die einkommensstarken Länder Europas zu einer Herausforderung geworden sind, ist es an der Zeit, Patente anzufechten, die den Pharmakonzernen überhöhte Preise garantieren”, meinen Ärzte der Welt, Ärzte ohne Grenzen und Just Treatment.

1. Österreichischer Gesundheitsgipfel in Wien

Michael Stolpe vom Institut für Weltwirtschaft der Universität Kiel sagte beim 1. Österreichischen Gesundheitsgipfel in Wien, dass Innovationen im Gesundheitswesen oft von Konzernen angeboten würden, die vielfach durch Patente abgesicherte Monopolmacht hätten und dazu neigten, die geringe Preissensibilität der effektiven Nachfrage in solidarisch finanzierten Gesundheitssystemen auszunutzen, um hohe Preise und Gewinnmargen durchzusetzen !

Foto: Ärztekammer für Wien / S. Seelig

Dietrich Grönemeyer forderte als Eröffnungsredner ein „radikales Umdenken” in der Gesundheitspolitik unter der Prämisse “Heilen statt Kranksparen”. Laut dem bekannte Universitätsprofessor sollten Investitionen im Gesundheitssystem nicht primär als Kosten gesehen werden, sondern eher der damit verbundene volkswirtschaftliche Nutzen. “Investitionen in das Gesundheitswesen seien Investitionen in die Entwicklung der Gesellschaft, und zwar im ganzheitlichen Sinn: wirtschaftlich, ökologisch und sozial”, betonte der Deutsche.