Medikamentenmissbrauch: Große Akzeptanz in Deutschland

Der Missbrauch von Medikamenten wird von 43 % der deutschen Bevölkerung akzeptiert. Davon hätten auch schon 17 % einmal verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen – und zwar zur „Verbesserung des persönlichen Wohlbefindens“. Das sind Ergebnisse einer Umfrage der Bundesapothekerkammer (BAK).

BAK-Präsident Andreas Kiefer (Foto: obs / ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände / Wagenzik)

“Diese Ergebnisse sind erschreckend“, sagte Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer beim Symposium “Arzneimittelmissbrauch – Fakten und Herausforderungen” in Berlin. Arzneimittel seien keine Lappalie, denn einerseits habe jedes Medikament Risiken und Nebenwirkungen und andererseits trete die erhoffte Doping-Wirkung – wenn überhaupt – höchstens kurzzeitig ein. Häufigster Grund für die (missbräuchliche) Einnahme von Medikamenten ist die Stimmungsaufhellung bzw. Reduzierung von Nervosität.

Dies käme für 33 % der Befragten sogar „grundsätzlich“ in Frage. Die Steigerung der Konzentration und anderer geistiger Leistungen wäre für 27 % zumindest „eine Option“. Bemerkenswert jedenfalls ist die Tatsache, dass 11 % der missbräuchlichen Verwender sich die rezeptpflichtigen Medikamente illegal via Internet besorgt hätten. Wenig verwunderlich also, dass rezeptfreie oder frei verkäufliche Medikamente noch mehr verharmlost werden. Diese hätten 30 % der Deutschen schon einmal eingenommen und für weitere 25 % käme das in Frage.