So geht Immunsystem

Immunsystem ? Selbst für viele meiner Ärzte-Kollegen ein amorpher, schwammiger Begriff. Da gebe es so unendlich viele Beschreibungen. Auch die abenteuerlichsten Therapieversuche: Eigenblut, Thymus, Ozon, Bioresonanz, Homöopathie … Zudem gehe es da um irgendwelche T- oder B- Zellen. Alles ziemlich wirr. Doch eines ist ganz klar:

Das Immunsystem ist der Knackpunkt der Gesundheit. (News 19.11.2015)

Nun, das können wir ein bisschen aufklären. Auch ein bisschen ordnen:

Die Haut ist die erste Mauer: Jeden Teil dieser natürlichen Barriere können wir unterstützen. Die Haut durch Waschen und Pflege. Die Schleimhäute in Nase und Mund, indem wir auf Abstand gehen. Schleimhäute können antimikrobielle Proteine erzeugen. Diese Proteine sind natürliche Antikörper gegen alles, was nicht in den Körper eindringen soll. Proteine sind Eiweiß !

Plasmaproteine als schnelle Einsatztruppe: Konnte ein Erreger die Mauer Haut überwinden, trifft er auf eine mobile Einsatztruppe aus Plasma-Proteinen. Diese Proteine zirkulieren permanent im Blut und den Körperflüssigkeiten. Bei einer Infektion werden sie scharf gestellt und eliminieren Eindringlinge. So schützen sie uns innerhalb von Minuten, noch bevor unser Körper Antikörper gebildet hat. Je mehr Eiweiß im Blut, desto stärker das Immunsystem !

Bild: www.strunz.com

Immunzellen als Tatortreiniger: Einige Stunden nach dem Eindringen eines Krankheitserregers melden sich dann die Immunzellen: Als Killerzellen töten sie befallene Zellen ab. Makrophagen räumen Zelltrümmer weg und schlagen Alarm, indem sie Botenstoffe (Zytokine) aussenden.

Spezialtruppen mit Gedächtnis: Am Schluss kommt die Spezialabwehr. Die dauert zwar länger, aber ist sehr genau: T-Zellen lernen, wie ein Virus aussieht (so funktioniert Impfen). Sie entwickeln passgenaue Rezeptoren, vermehren sich zu einer ganzen Armee und ziehen los, das Virus anzugreifen. B-Zellen produzieren passgenaue Antikörper, vergleichbar mit Projektilen. Treffen diese Projektile auf Viren, dann heißt es „versenkt !“. Beide Zelltypen übrigens merken sich das Virus. Kommt es wieder, wird es sofort eliminiert !

Das ist nur ein kleiner Einblick in die Funktionsweise des menschlichen Immunsystems. Das angeborene (!) Immunsystem besteht – wie schon oft erwähnt – aus 1,5 kg reinem Eiweiß und braucht zum Funktionieren Vitamine und Mineralstoffe. Dann wird es auch mit den täglichen Anfeindungen von außen locker fertig !

QUELLE: Einband-Text meines neuen Büchleins „Die 15 besten Tipps für ein starkes Immunsystem“.

PS: Haben Sie schon mal an ein Aminogramm gedacht ? Nicht nur zu Corona-Zeiten eine wirklich gute Idee …

Das nächste neue Virus kommt bestimmt

Covid-19 ist NEU ! Neu heißt, der Körper kennt das nicht. Das ist dann auch ein besonders überzeugendes Panik-Argument. Dagegen könne man also nichts machen und daher dürfe man das Corona Virus keinesfalls unterschätzen. Erstes ist, wie man sich denken kann, ein sehr dümmliches Argument. Denn, wenn es tatsächlich so wäre, dann würde es die Menschheit schon längst nicht mehr geben. Also bitte mal ein bisschen Ordnung und der Reihe nach (Zitat folgt):

Coronaviren sind eigentlich ein alter Hut. Schon lange haben wir sie als ganz normale Schnupfenviren, jedoch war die aggressive Form des Auslösers von Covid-19 neu. Und dieses neue Virus wird nicht das letzte neuartige Corona-Virus gewesen sein. Peter Daszak, Präsident der EcoHealth Alliance, New York City, vermutet sogar bis zu 5.000 weitere Corona-Virusstämme (in Fledermäusen).

Fünftausend !

Und immer, wenn eines dieser neuen CORONA-VIREN auf den Menschen überspringt, hat unser Immunsystem keine Ahnung von dem, was da kommt. So heißt es. STIMMT ABER NICHT ! Es stimmt nur für die letzte Barriere unseres Immunsystems, es stimmt für die absolut passgenaue Attacke unserer Spezialtruppe mit Gedächtnis: T-Zellen, B-Zellen …

Neues Buch von Dr. Ulrich Strunz. (Bild: www.strunz.com)

Die Haut als 1. Barriere

Alle vorgeschalteten Barrieren – Plasmazellen, Killerzellen, Makrophagen – können sofort auf neue Viren reagieren und sie tun das auch. Wenn man sein angeborenes Immunsystem rechtzeitig scharfgestellt hat: Mit Eiweiß, Vitaminen & Co., mit Sport und Meditation (oder wenigstens Entspannung). Unser inneres gleichwie angeborenes Immunsystem schützt uns. Doch das ist nur die 2. Linie. Wir haben noch eine 1. Verteidigungslinie, die ebenfalls nicht auf Impfstoffe warten muss.

Sie funktioniert immer und sofort.

Diese 1. Barriere ist gemacht aus Haut, Schweiß und Tränen. Dort landen die Krankheitserreger zuerst. Es geht gar nicht anders. Und auf der Haut findet unsere 1. Abwehr statt.

Es klingt immer so banal, so ganz un-molekularmedizinisch, aber es ist richtig: Das Händewaschen (mit Seife !) macht einen riesigen Unterschied. Es ist die Entscheidung zwischen Viren mit sich herumtragen, sich selbst und andere anstecken oder gesund bleiben.

UND: Das nächste “neue” Virus kommt bestimmt. Und das Übernächste auch … Doch auch damit sollte Ihr Immunsystem locker fertig werden, wenn Sie es denn fit halten und immer brav die Hände waschen. Also:

Bleiben Sie gesund !

QUELLE: „Die 15 besten Tipps für ein starkes Immunsystem“. Erscheint als E-Book am 06.04.2020, gedruckt dann am 06.05.2020.

Sauerstoff lässt schlafen

Als Nachtpfleger in der Spitalschirurgie lernt man so manche Tricks, auf die normale Ärzte nicht kommen. Einer davon betrifft die Schlaflosigkeit älterer Herrschaften. So um die 80. Die lagen meistens seit 20 Uhr in ihrem Bett und waren um 23 Uhr, 24 Uhr, um 1 Uhr immer noch wach. Die üblichen Schlafmittel haben denen gar nichts gebracht …

Also ging ich in die Stationsküche und habe denen starken Kaffee gebraut. Die älteren Damen und Herren nickten dankbar, haben eine halbe Tasse getrunken … und waren weg. Schliefen sofort ein. War sehr eindrucksvoll und hat immer wieder funktioniert. Ein Grund: Deren Gehirn bekam einfach nicht genug Sauerstoff zum Schlafen. Dank des Koffeins aber steigt kurzzeitig der Blutdruck, damit die Durchblutung, damit die Sauerstoffdurchflutung des Gehirns. Ich hatte gelernt:

Zum Schlafen braucht das Gehirn Sauerstoff !

Intuitiv hatte ich gedacht, dass das Gehirn in der Nacht eher herunterschaltet. Damit könnte ich diese News nun beenden. Sie haben den springenden Punkt wohl mitbekommen und wissen wie Schlaf jetzt geht: mit Sauerstoff! Und wenn Sie noch weiter denken, kommen Sie auch drauf, dass Sie den Sauerstoff im Gehirn den ganzen Tag bräuchten, also Sauerstoff im Überfluss haben müssten, um nachts dann auch einzuschlafen.

Wie schafft man mehr Sauerstoff im Gehirn? Wir wissen, dass Omega-3, Vitamin C, Lysin (Lp a), die Makrophagen das Fett von der Innenwand der Blutgefäße wegfressen sollten. Wenn diese nur nicht mit Zucker überfüttert wären! (News vom 10.08.2017). Wir wissen um die Schutzwirkung von Vitamin E. Wir wissen um die stärkste fettabbauende Substanz in den Blutgefäßen, nämlich Wachstumshormon. Besteht übrigens aus reinem Eiweiß. Ich wiederhole das immer gerne.

Soll heißen: Wir wissen, dass kein Mensch verkalken müsste. Und wenn man es schon ist, kann man dennoch die Durchblutung des Gehirns enorm steigern. Natürlich gibt’s dazu auch Durchblutungstabletten. Die einzig von den FDA in den USA zugelassene Tablette schafft maximal 7 % mehr Sauerstoff ins Gehirn. Immerhin. Wir Frohmediziner kennen aber auch den “Trick” mit der Bewegung. Mit dem Laufen.

Laufen versorgt den Muskel mit bis zu 10 Mal mehr Sauerstoff, das Gehirn mit bis zu doppelt so viel.

Verstanden? Es gibt keine vergleichbare Methode in der Medizin, die Ähnliches schafft. Nennt man Epigenetik. Also Ihren Lebensstil. Ein Gesetz der Evolution. Die hat nämlich diese Sauerstoffsteigerung erfunden. Und erwartet selbstverständlich, dass Sie diese Technik auch täglich anwenden. Wenn nicht, dann schläft man eben schlecht. Neben der Fortpflanzung scheint Bewegung das zweitwichtigste Gesetz der Evolution zu sein !

Zucker und Kohlenhydrate sind Gift

Fortwährend werden Studien publiziert, die immer mehr das Zitat von Professor Robert Lustig bestätigen, dem berühmten Kinderarzt in den USA:

Zucker ist Gift

Zunehmend, also praktisch jeden Tag, erscheinen in der medizinischen Literatur Studien, die einem Arzt keine andere Wahl lassen als

Kohlenhydrate sind Gift.

Ein verantwortungsvoller Arzt muss also von „no carb“ reden, über Ketose und darf sich eben nicht auf „low carb“, also selbst geringe Mengen Kohlenhydrate, einlassen. Dieser oft propagierte „vernünftige“ Ansatz, nämlich künstliche Kohlenhydrate (Zucker und Mehl) sehr wohl im täglichen Leben zu erlauben, dieser „Kompromiss“ wird immer weniger haltbar !

Erst recht beim sitzenden Menschen. Also beim „Normalmenschen“. Allerdings jenen, für die die schulmedizinischen Lehrbücher gedacht sind. Fängt der Mensch nämlich an zu laufen, Sport zu treiben, wie es die Evolution vorsieht, dann stimmt das Alles natürlich nicht mehr. Dann nämlich werden Kohlenhydrate gegessen und sofort verbrannt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, wie Sie wissen.

Die aber leider nie in der ärztlichen Praxis auftaucht. Der Arzt muss „no carb“ sagen. Biologen, Ernährungsberater uvm. können Kohlenhydrate erlauben. Die haben auch keinen Eid geschworen !

Verstehen Sie also bitte die Lage des verantwortungsvollen Arztes !

Mir z.B. sitzen sie eben täglich gegenüber, die Krebskranken, die MS-Kranken, die Depressiven, die Übergewichtigen, die Diabetiker usw. Wenn ich denen Kohlenhydrate erlaube, verletze ich mein Gelöbnis. Das darf ich nicht. Ein Arzt muss da „schwarz-weiß“ sprechen.

Das klang jetzt alles so ernst. Also lassen Sie mich wieder ein bisschen zum Geschichtenerzähler werden. Lassen Sie mich Ihr Interesse wecken. Da erzähle ich Ihnen doch einfach einmal etwas sehr Spannendes über

Windpocken, Gürtelrose, Herzinfarkt und Zucker.

Eine Kausalkette. Sie alle kennen Windpocken. Eine sehr ansteckende Infektionskrankheit mit typischem Hautausschlag. Viele von Ihnen kennen auch Gürtelrose. Eine Viruserkrankung an den Nervenfasern, die in die Haut einwandern und dort die typischen Blasen erzeugen. Sehr schmerzhaft. Wussten Sie, dass das der gleiche Virus ist? Ein Virus, der bei geschwächter Abwehr leichtes Spiel hat …

Hab ich persönlich natürlich auch schon mitgemacht. Und jetzt kommt’s: Gürtelrose entwickeln besonders gerne Menschen mit verkalkten Blutgefäßen. Tja, was hat das miteinander zu tun?

Ich hatte ich Ihnen in den News 10.08.2017 erzählt, dass es im Körper so Fresszellen (Makrophagen) gibt, die eigentlich die Fettablagerungen an den Blutgefäßen wegfressen sollen. Die haben aber leider selbst die höchst unangenehme Eigenschaft, massiv freie Radikale zu erzeugen. Und dadurch die Blutgefäße schädigen, so dass sich dort wieder neues Fett ablagern kann. Ein Teufelskreis …

Diese unerwünschte Hyperaktivität der Fresszellen war verursacht durch ein Zuviel an Zucker. Nennt man Epigenetik. Zucker bedeutet metabolischen Stress für die Zellen und verändert deren biochemisches Profil. Die produzieren plötzlich doppelt so viel freie Radikale ! Und nun zu den Folgen für das Immunsystem …

Die hat sich eine Forschergruppe angeschaut und herausgefunden,

  • dass die mit Zucker vollgestopften Fresszellen einen hemmenden Effekt auf andere Immunzellen (T-Zellen) haben. T-Zellen sollten Windpocken-Erreger im Schach halten.
  • Bei Gürtelrose-Patienten fahren die überfütterten Fresszellen die Produktion eines Moleküls (PD-L1) hoch, das die T-Zellen lahmlegt.
  • So wird die Abwehr von Erregern, auch von Tumorzellen, durch diese entarteten, zuckergefütterten Fresszellen blockiert.

Das FAZIT der Forscher: Ein ungünstiger Lebensstil – hier zu viel Zucker – schwächt das Immunsystem. Mit all den bekannten negativen Folgen.

Warum ich diese Arbeit referiere? Sie sollten das Wort Zucker, das Wort Kohlenhydrate viel viel ernster nehmen. Und sich nicht so flapsig Ihre 100 oder 200 g am Tag gönnen. Das dürfen Sie allenfalls als Sportler. Als „Normalmensch“ produzieren Sie mit tödlicher Sicherheit entartete Fresszellen. Mit all den bekannten Folgen !!

QUELLE: J Clin Invest, Online 12.06.2017

Zucker und Arteriosklerose

Das Neueste aus 2016. Der Artikel macht mir ein bisschen Angst. Zeigt mir, dass wir überall von Feinden umgeben sind. Von bösen Zellen. Zellen, die nur unseren Untergang wünschen. Auch wenn ich tief in mir drin weiß, dass das alles so nicht stimmt, kann ich die Fakten zunächst nicht abstreiten. Es geht um Arterienverkalkung. Deren Basis ist eine chronische Entzündung der Innenseite der Blutgefäße !

Nun hat der Körper Fresszellen (Makrophagen), die zu den “verkalkten” Blutgefäßen wandern, um die eingelagerten Fette zu fressen. Eine 2. Sorte dieser Aufräumer-Fresszellen ist sogar immunologisch aktiv. Und hat dazu 2 Waffen:

  • Aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale)
  • entzündliche Gewebshormone

Was also Eindringlinge eliminiert, ob nun Fett oder andere Schädlinge, fördert gleichzeitig im Gewebe auch Entzündung. Irgendwie beißt sich da die sprichwörtliche Katze in den Schwanz.

Demnach würden die verkalkten Fettgebilde innen an den Adern durch diese Angriffe spröde, würden aufbrechen und so innerhalb von Sekunden einen Infarkt oder Schlaganfall verursachen (können). Ein Schreckensszenario ersten Ranges … Kommt hinzu:

  • Herzinfarktpatienten haben doppelt so viele aggressive Fresszellen im Blut als Gesunde
  • Ähnliches findet sich bei Patienten mit Diabetes oder Bluthochdruck
  • Und diese aggressiven Aufräumzellen produzieren noch dazu die doppelte Menge an freien Radikalen, verglichen mit Zellen anderer Probanden. Waren also ein vierfaches Risiko !

Warum erzähle ich Ihnen das alles? Weil die Forscher nämlich schreiben, dass die Energie für diese aggressiven Fresszellen aus dem Zucker kommt. Die Fresszellen, die besonders viel Zucker aufnahmen, produzierten auch die meisten freien Radikale. Und genau solche Zellen findet man bei Herzinfarktpatienten.

Zuckergierige Fresszellen !

Daher meinen die Forscher, dass „der Überkonsum von Glukose in den Fresszellen“ ein zentrales, bisher unbekanntes Problem bei der Arteriosklerose (konkret bei Herzinfarkt oder Schlaganfall) sein könnte.

Oh, was lesen wir denn da? Die Forscher vermuten doch tatsächlich, dass diese falsch gepolten Makrophagen ihr schädliches Verhalten erst „erlernt“ haben, es sich epigenetisch angeeignet haben. Und warum ?

  • Die bekamen zu viel Zucker zur Verfügung.
  • Deshalb wurden sie so schädlich (epigenetisch).
  • Deshalb führen sie zu Gefäßentzündung und Aufbrechen von Plaques.

Und nach all dem glauben Sie gar nicht, wie mich der folgende Satz amüsiert: „Die Forscher spekulieren über neue Medikamente gegen Arteriosklerose. Medikamente, mit denen man diese aggressiven Fresszellen stoppen könnte. Welche ihre Energie aus der Glukose beziehen.“ Medikamente also! Jemand mit Hausverstand würde wohl fragen:

Und wenn man einfach keinen Zucker isst …?

QUELLE:  J Exp Med online 29.02.2016