ABDA: Antidepressiva unterscheiden sich in den Nebenwirkungen

Laut der Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände (ABDA) werden Depressionen noch immer unterschätzt. Die Patienten wiederum bräuchten auch Geduld, so Kristina Friedland beim Apothekerkongress pharmacon, denn „diese Krankheit heilt nicht von heute auf morgen“. Die Schulmedizin behandelt Depressionen „vor allem mit Arzneimitteln und Psychotherapie“. Bei saisonalen Depressionen könne auch eine Lichttherapie helfen.

Patienten Mut machen

Die Antidepressiva würden sich vor allem in ihren Nebenwirkungen unterscheiden, meint die Professorin der Universität Mainz und Apothekerin. „Jedoch gemeinsam ist allen Medikamenten, dass die Stimmungsaufhellung erst nach einigen Wochen eintritt. Begleitende Wirkungen wie Mundtrockenheit, Erbrechen oder Übelkeit setzen hingegen sofort ein!“ Das habe eine schlechte Therapietreue zur Folge: Rund 30-40 % der Patienten würden dann die Antidepressiva nach den ersten Wochen nicht mehr einnehmen.

Da sei dann die Information des Apothekers gefragt, der die Patienten zum Weitermachen „Mut machen“ sollte. „Viele Nebenwirkungen klingen nach 2-3 Wochen ab“, so Friedland. Und einige Nebenwirkungen ließen sich durch den richtigen Einnahmezeitpunkt verhindern. Z.B. könnten manche Medikamente, die abends eingenommen werden, Schlafstörungen in den ersten Wochen der Therapie „noch verschlimmern“. Wer Antidepressiva einnimmt, sollte sich deshalb in der Apotheke beraten lassen!

Psychische und physische Beschwerden

Wer bereits mehrmals (!!) im Leben an einer Depression litt, sollte nach dem ersten Ansprechen der Medikamente diese „noch mindestens 4-6 Monate lang“ einnehmen. So können Rückfälle verhindert werden. Neben den psychischen Beschwerden könne sich eine Depression auch in physischen Beschwerden wie Rücken- oder Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Schwindel oder einem Engegefühl in der Brust zeigen.