Geheimstudie: 7.600 Apotheken in Deutschland vor dem Aus

“Kurz vor Weihnachten hat das Wirtschaftsministerium doch noch die umstrittene Geheimstudie über Arzneimittelpreise in Deutschland veröffentlicht”, heißt es in der Online-Ausgabe der deutschen “Bild” vom 22.12.2017. Und diese Studie ist mehr als brisant, denn in Deutschland stünden 7.600 Apotheken vor dem Aus. Und das obwohl ihnen die Krankenkassen (wörtlich!) “über die Arzneimittelpreise 1,1 Mrd. € zu viel für ihre Leistungen bezahlen”.

Foto: MHJ

Diese Summe entspricht etwa 20 % aller Apothekeneinnahmen. Die Versorgung ländlicher Gegenden mit Medikamenten werde aber durch das Zusperren dieser Zahl an Apotheken nicht gefährdet, da sich rund 5.300 der unrentablen (!) Betriebe in den Städten befänden. Laut dem Gutachten stünde insbesondere der Zuschlag von 8,35 €, den die Apotheken pro verkaufter Arzneimittelpackung von den Krankenkassen bekommen, “in keinem Verhältnis zur tatsächlich geleisteten Arbeit” !!

Deutschland braucht ein Schulfach Gesundheit

Laut dem Stada Gesundheitsreport 2017 fordern 80 % der der jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) ein Schulfach Gesundheit. Und wenn die erhobenen Zahlen stimmen, was sie wohl tun, dann mehr als zu Recht. Die dazu 2.000 befragten Personen konnten nämlich einfachste Gesundheitsfragen nicht richtig beantworten. So wissen 38 % nicht, wie sich die Krankenkassen finanzieren und satte 40 % kennen den Unterschied zwischen ambulanter und stationärer Behandlung nicht.

Infografik: obs / Stada Arzneimittel AG

Zudem wüssten 40 % der jungen Männer nicht, dass ein Gynäkologe hauptsächlich Frauen behandelt und 33 % der befragten Frauen glauben, sie dürften nicht zum Urologen gehen. Und 38 % beider Geschlechter können mit dem Wort Antibiotikaresistenz nicht anfangen. Für 32 % ist übrigens das Internet die “gesunde” Hauptinformationsquelle. “Die junge Generation muss sich noch nicht so mit Gesundheitsthemen beschäftigen, weil sie in der Regel gesund ist. Dennoch wird bereits in jungen Jahren der Grundstein für die spätere Gesundheitsbildung gelegt”, meint Klaus Hurrelmann, Gesundheits- und Bildungsforscher von der Hertie School of Governance.

Sport verbessert die Lebensqualität von Krebspatienten

Die Bruttoausgaben der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Krebsmedikamente beliefen sich 2016 in Deutschland auf 5,35 Mrd. €. Das sind bezogen auf die Gesamtausgaben der GKV für Arzneimittel 13 %. Da macht ausgerechnet der Pharmakonzern Novartis mit einer Broschüre Mut. Denn dazu heißt es: Die Bedeutung von körperlicher Aktivität bei Krebs ist aus Angst vor Überanstrengung der Patienten lange unterschätzt worden. Diese Ansicht hat sich aber grundlegend geändert: Studien zeigen, dass Sport die Lebensqualität von Krebspatienten verbessert.

Bild: obs / Novartis Oncology / Novartis Pharma GmbH