Medizinwitz des Tages 15. Dezember 2020

Rein zahnärztliche Medizinische Versorgungszentren (MVZ) unter Kontrolle von Fremdinvestoren stehen schon seit Jahren für die Gefahr einer versorgungsschädlichen Kommerzialisierung des Gesundheitswesens. In Deutschland stieg deren Zahl 2019 nochmals an und zwar auf 699 (+36 %). Nach heutigem Stand gibt es sogar bereits 1.062 MVZ, jedoch sind davon nur rund 20 % investorengetragen.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung am 15.12.2020

Der letzte Tag der Krebstherapie ist nicht der letzte Tag des Leidensweges der Patienten: in den meisten Fällen wird es nach Therapieende nicht schlagartig besser, sondern es folgt vielmehr eine weitere lange, sehr schwierige Lebensphase. Erschöpfung, extreme Müdigkeit, Ängste, posttraumatischer Stress und Sorgen machen sich breit. Oft wird erst in der Nachsorge das ganze Ausmaß des Erlebten offensichtlich, wenn die Folgen der kräftezehrenden Therapie ans Tageslicht kommen.

Österreichische Krebshilfe Wien am 15.12.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 12. August 2020

Weniger Geld im Gesundheitssystem bedeutet in Österreich zwangsläufig eine schlechtere medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Österreichische Ärztekammer am 12.08.2020

Viele Menschen haben überzogene Vorstellungen davon, was Ärzte leisten können. Von der Medizin erwartet man ja so eine Art Heilsversprechen, aber es ist nicht alles machbar. Schuld an den falschen Erwartungen sind auch nicht die Patienten, sondern Mediziner, die mehr versprechen als sie heilen können, weil das Kliniksystem wirtschaftlichen Profit abwerfen müsse.  Dadurch wird den Patienten teilweise eine Scheinwelt vorgegaukelt. Spitalsbetreiber müssen sich alljährlich in den Budgetverhandlungen damit auseinandersetzen, wie viel eingenommen wurde. Das führt dann dazu, dass man sich angesichts eines Patienten zuerst fragt, was ist aus dem herauszuholen. Das ist jetzt sehr überspitzt formuliert und natürlich eine völlig falsche Betrachtungsweise. Doch kaum jemand will noch Chefarzt werden … Zudem wächst eine junge Ärztegeneration heran, die nur noch dieses kommerzialisierte Kliniksystem kennt.

Universitätsklinik Ulm im stern-Podcast “Die Boss – Macht ist weiblich” am 12.08.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Freie Ärzteschaft betont Unterschied zwischen Arztpraxis und McDonald‘s

Deutschlands Freie Ärzteschaft (FÄ) kritisiert in einer Aussendung ein neues Geschäftsmodell der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (kurz Apobank). Diese wolle sich nämlich mit sog. “Franchise-Praxen direkt in den Gesundheitsmarkt einklinken“. “Die Apobank besitzt weder medizinische Kompetenz noch ist sie zur vertragsärztlichen Versorgung ermächtigt”, protestiert dagegen der FÄ-Vorsitzende Wieland Dietrich.

Einmischung in Gesundheitsmarkt

Besonders befremdlich findet Dietrich das angedachte Franchise-Modell, wie es etwa Fast-Food-Ketten und Coffee-Shops betreiben. “Arztpraxen sind nicht McDonald’s oder Starbucks.“ Und dass die Apobank überhaupt auf solche Geschäftsideen komme, sei vermutlich „ihrer betriebswirtschaftlichen Einsichten in puncto Praxisfinanzierungen“ geschuldet. Doch nicht nur das ärgert den FÄ-Vorsitzenden. „Der Ideenvorstoß der Apobank ist auch ein Affront gegen die ärztliche Unabhängigkeit und die kritische Diskussion über die Kommerzialisierung im Gesundheitswesen.“

Bei den jüngsten Deutschen Ärztetagen sei nämlich sehr deutlich geworden, dass Renditeorientierung und ökonomische Fremdbestimmung in der Medizin nichts zu suchen hätten. Die Freie Ärzteschaft fordert daher ärztliche Mandatsträger im Aufsichtsrat der Apobank auf, sich von dort zurückzuziehen, sollten derartige Geschäftsideen weiter verfolgt werden. Auch alle Ärzte seien aufgerufen, ihre Geschäftsbeziehungen mit der Apobank zu prüfen. Denn „als Kapitalunternehmen mit eigenen Praxen“ würde (1.) ein unfairer Wettbewerb angestoßen und (2.) würden sich vielleicht “auch andere Banken in den Gesundheitsmarkt einmischen“ wollen.