Laut Apothekerkammer wirken nur 41 % der Blutdrucktherapien

Wenn es stimmt, dass Bluthochdruck einer der bedeutendsten Risiko-faktoren für „die Gesamtsterblichkeit weltweit“ darstellt, dann ist ein Studienergebnis der Apothekerkammer (NÖ) für das heimische Gesundheitssystem nahezu blamabel. Demnach zeigte sich nämlich, dass bei 4.303 untersuchten Patienten „nur 41 % der diagnostizierten, behandelten und vorwiegend therapietreuen Patienten” das Blutdruckziel erreichten. „Das ist ein alarmierender Wert“, sagte Studienleiter Miklos Rohla vom Wiener Wilhelminenspital bei einer Pressekonferenz.

Status Quo der Hypertonie in Österreich
Status Quo der Hypertonie in Österreich “alarmierend”. (Foto: Österreichische Apothekerkammer / APA / Nielsen)

Im Mittel wurden den Patienten nämlich sogar „2,2 verschiedene antihypertensive Substanzen verschrieben“ und 45 % erhielten „ein modernes Kombinationspräparat“. Bei einem Grenzwert 140/90 mmHg erreichte also nur die eingangs erwähnte Anzahl die gewünschten Blutdruckwerte. „Bei durchschnittlich 2,2 Blutdruck senkenden Substanzen bestünde ausreichend Spielraum zur Steigerung der Therapie. Basierend auf diesen Daten sollten Disease Management Programme auch die Aufmerksamkeit des Arztes zur Therapieintensivierung beleuchten“, propagiert Rohla.

„Die Vorsorge und Behandlung von Bluthochdruckerkrankungen sind ein großes Thema bei der NÖGKK“, sagte auch deren Generaldirektor Jan Pazourek, zumal 20 % der NÖGKK-Versicherten Medikamente gegen Hypertonie bekäme. „2015 waren das 3,7 Mio. Packungen um insgesamt 41 Mio. €.“ Und zugleich wisse man, dass die Dunkelziffer der Hypertoniker Niederösterreichs noch viel höher liegt. „Viele Betroffene kennen ihre Gefährdung noch gar nicht, weil man Bluthochdruck kaum spürt“, so Pazourek.

Besorgniserregend

Und “besorgniserregend” sei weiters, dass dann „die verschriebenen Medikamente nicht oder nicht ausreichend eingenommen werden“. Das kommentieren wir vom Molner Health Center ausnahmsweise: „Ein Teufelskreis – oder vielleicht nicht?“