Medizinwitz des Tages am 26. August 2019

Mit der elektronischen Gesundheitskarte sollen hunderttausende Arzt-, Zahnarzt- und Therapeutenordinationen, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen im Gesundheitswesen vernetzt werden. Doch welches Unternehmen ist für die Telematik-Infrastruktur der elektronischen Gesundheitskarte verantwortlich ? Solange das nicht geklärt ist, gehen Gesundheitsdaten in ein schwarzes Loch – das kann nicht sein. … Unvorstellbare Mengen vertraulicher Patientendaten sollen letztlich übermittelt, verarbeitet und gespeichert werden.

Freie Ärzteschaft am 26.08.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 14. März 2019

Die Gefährdung der Patienten beginnt in Wien schon bei den neugeborenen Kindern. … Ärztinnen und Ärzte kehren den Wiener Gemeindespitälern den Rücken zu, weil die Spitäler und Arbeitsbedingungen einfach nicht mehr konkurrenzfähig sind. Eine veraltete Infrastruktur, überbordende Bürokratie sowie eine komplett fehlende Wertschätzung seitens des Arbeitgebers schrecken die junge Ärzteschaft ab. Immer mehr Ärztepersonal meidet daher nicht nur Wien, sondern verlässt Wien.

Ärztekammer Wien am 14.03.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

GDI: Kommt die Pflegegesellschaft oder doch „Big Doctor“ ?

Geht es nach dem Schweizer Gottlieb Duttweiler Institute (GDI), dann steht die Pflegebranche vielerorts vor einer Revolution. Kurz gesagt: Aus einem angebotzentrierten System weniger (staatlicher) Anbieter wird ein nachfrageorientiertes (individuelles) System vieler (privater) Anbieter. Allein die Schweiz benötigt bis 2020 an die 17.000 zusätzliche Pflegekräfte.

SZENARIOStatus Quo PlusPflege-
bedarf
Care
Convenience
Big
Doctor
Wer pflegt ?Hauptsächlich professionelle PflegekräfteJeder jedenPlattform-
betreiber
bringen
Angebot und Nachfrage zusammen
Hausarzt, Technik
samt Algorithmus
Wo wird gepflegt ?mehr ambulant, weniger stationärin der Nachbar-schaft (geo-
grafisch oder kommunikativ bestimmt)
wo auch immerwo sich Person
aufhält
Wann wird gepflegt ?möglichst oft nach Bedarfimmerwann auch immerdigital: rund
um die Uhr
analog: before demand
Wie wird die Pflege organisiert ?Plege-Management, Best-Practice-Orientierungkleinräumig, auf kommunaler Ebenestaatliche Regulierung definiert den Rahmen für kommerzielle PlattformenEinigung auf von Mensch und Maschine zu respek-
tierende Werte

Auf jeden Fall werde das Geschäftsmodell bisheriger Anbieter von Betreuungsleistungen, ob Unternehmen oder Institutionen, in Frage gestellt, denn in einem nachfrageorientierten System würden zwar die direkt erbrachten Leistungen bezahlt, jedoch nicht die vom Anbieter aufgebauten Kapazitäten und Infrastrukturen. Demnach ergeben sich laut GDI für die Pflegeeinrichtungen folgende 4 Szenarien (s. Tabelle): Status quo plus, die Pflegegesellschaft, Care-Convenience (mit viel Potenzial für PPP-Modelle) und die „Big Doctor“ Lösung.

Während in einer Pflegegesellschaft die soziale Zuwendung dominiert, rückt „Big Doctor“ die Gesundheit des Menschen in den Mittelpunkt. Dabei werden digitale Diagnose-Systeme eine zentrale Rolle spielen und den Körper wie das Verhalten des Pflegebedürftigen überwachen. Dazu werden „Before-Demand-Lösungen“ insofern entscheidend beitragen, als sie aus den Körperdaten bevorstehende Komplikationen herauslesen können; etwa Herzinfarkt, Schlaganfall oder Über- bzw. Unterzuckerung. Durch ein rechtzeitiges Warnsignal sollte es dann gar nicht zum Ernstfall kommen !

Verändert Regenerative Medizin die Gesundheitsbranche radikal ?

Regenerative Behandlungsmethoden wie die Stammzell- oder Gentherapie versprechen eine vollständige Heilung von Krankheiten, die mit Arzneimitteln bisher nur behandelt werden konnten. Trifft das ein, so wird das laut den Unternehmensberatern von Roland Berger, für die Gesundheitsbranche einen radikalen Wandel mit sich bringen – ganz besonders für die Pharmaindustrie. Denn deren Geschäftsmodell basiert auf der mitunter jahrelangen Einnahme von Medikamenten.

Rosige Zeiten für die Regenerative Medizin … (Infografik: obs / Roland Berger)

Hingegen werden regenerative Behandlungsmethoden hauptsächlich von Kliniken und speziellen Anbietern entwickelt. Roland Berger zufolge scheint die Pharmaindustrie also “einen Markt neuer Therapien” zu verschlafen, der rasant wächst. Von 2020-2025 voraussichtlich um sogar 33 % pro Jahr. Die Regenerative Medizin wird hauptsächlich von Biotech-Firmen betrieben und verspricht neue Therapien für Krankheiten wie Krebs, genetische Anomalien oder Autoimmunerkrankungen. Schon jetzt erlaube es etwa die Stammzelltherapie, geschädigtes Körpergewebe zu erneuern (bis hin zum Ersatz ganzer Organe). Damit, so Roland Berger, verschiebt sich der Fokus von der Behandlung bestimmter Krankheiten hin zur Heilung!

Derzeit habe der Markt für Regenerative Medizin weltweit ein Volumen von 20 Mrd. €. Bis 2025 dürften es 130 Mrd. € sein, ergab die Studie “Regenerative medicine – The next generation of therapeutic products is set to shake up the pharmaceutical world”. Regenerative Behandlungen würden zudem für Patienten maßgeschneidert und müssten auch vor Ort durchgeführt werden. Roland Berger rät daher Pharmakonzernen zu Partnerschaften mit Biotech-Firmen und klinischen Forschungsgruppen sowie ihre Infrastruktur zu überdenken. Für die Regenerative Medizin sei es wichtig, dass Produktion und Anwendung eng kooperieren – auch räumlich.