Medizinwitz des Tages 31. Mai 2019

Der 122. Deutsche Ärztetag warnt Krankenkassen davor, digitale Anwendungen wie z.B. Apps ihren Versicherten ohne Einbindung eines behandelnden Arztes zur Verfügung zu stellen. Dies gefährde die Arzt-Patienten-Beziehung. Krankenkassen sind Kostenträger und sollten auf diese Art keine medizinischen Leistungen erbringen.

Bundesärztekammer am 31.05.2019

Bei strenger ärztlicher Indikation lindern Opioide effektiv die dauerhaften Beschwerden der Patienten. Allerdings ist diese Therapieform mit starken Nebenwirkungen und der Gefahr einer Abhängigkeit verbunden.

BPI am 31.05.2019

Zur Behandlung unkomplizierter Harnwegsinfekte nennt die deutsche Leitlinie 5 bestimmte Antibiotika. Andere Antibiotika, wie z.B. Ciprofloxacin, sollten komplizierten Fällen vorbehalten bleiben. Auch das in keiner deutschen Leitlinie empfohlene Mittel Cefuroxim-axetil ist für diese Indikation ungeeignet. Denn durch eine unkritische Verordnung von Antibiotika steigt das Risiko von Resistenzen.

ABDA am 31.05.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder die Konsequenz “absurd” ist …

Pharmig: Medikamentenforschung bleibt teures Hochrisikogeschäft

Dass die Erforschung neuer Medikamente ein kostenintensives Hochrisikogeschäft ist und bleiben wird, das sagen nicht wir vom Molner Health Center, sondern der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig). So unterstreiche eine neue Studie wieder “die Komplexität der Arzneimittelforschung”, die noch dazu in die Milliarden gehe. Aktuell würden weltweit rund 7.000 Forschungsprojekte laufen, wovon sich 2.000 Krebs widmen.

10.000 Anfangssubstanzen

Laut Pharmig bilde die Studie (über Krebsmedikamente) aber nur “ein Bruchteil des Marktes” ab und verzerre daher “massiv die Realität”. In der Regel nämlich hätten Pharmakonzerne mehrere Projekte in der Pipeline, würden gleichzeitig an mehreren Wirkstoffen für mehrere Indikationen arbeiten. Und laut Pharmig schafft es von 10.000 “Anfangssubstanzen” im Durchschnitt nur eine einzige bis zur Marktreife. Laut der im „Jama Internal Medicine“ publizierten Studie der Public Citizien Group reicht das Investitionsvolumen bis zur Marktreife von 150 Mio. US-Dollar bis fast 2 Mrd.. Zudem würden neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie regulatorische Anforderungen “laufend” die Höhe der Kosten für Forschungsprojekte beeinflussen.