Arztbesuch: Patienten wünschen „gute Erklärungen“ und Freundlichkeit

Der Stada Gesundheitsreport 2017 hat auch erhoben, was (junge) Erwachsene von Ärzten erwarten und wie sich die Digitalisierung so generell auf die Arzt-Patienten-Beziehung auswirkt. Demnach wünschen sich 80 % der Patienten, „dass sich der Arzt Zeit nimmt und Diagnosen gut erklärt. „Freundlichkeit“ erwarten 71 % und 52 % „einen schnellen Termin“.

Infografik: obs / Stada Arzneimittel AG

Vor einem Arztbesuch würden sich 67 % überlegen, wie sie die Symptome am besten könnten und 25 % recherchieren auch im Internet, was sie wohl haben könnten. „Davon abgesehen scheint die Arzt-Patienten-Beziehung noch wenig digitalisiert“, heißt es in dem Report. So sei es für 71 % sogar unvorstellbar, sich via Webcam beraten zu lassen. Fast die Hälfte der Erwachsenen will den persönlichen Kontakt zum Arzt.

Der Stada Gesundheitsreport 2017 deckt auch die fehlende Gesundheitskompetenz von 66 % der 18-24-jährigen Bevölkerung in Deutschland auf. Damit schneide man sogar schlechter ab „als viele europäische Nachbarn“.

Uniqa Versicherung: 69 % der Österreicher mit Gesundheit zufrieden

Laut der größten privaten Krankversicherung Österreichs, Uniqa, fühlen sich 69 % der Österreicher gesund. Das ergab u.a. eine Befragung für den Gesundheitsreport 2018. Zudem halten sich die Männer mit 71 % für gesünder als die Frauen (67 %) und Verheiratete für fitter als Singles. Unter den Bundesländern fühlen sich übrigens die Burgenländer mit 80 % am wohlsten.

Gesunde Neujahrsvorsätze 2018 in Österreich. (Infografik: Uniqa)

Für “interessant” hält der Vorstandsvorsitzender von Uniqa Österreich, Kurt Svoboda, dass jene Befragten, die über eine private Krankenversicherung verfügen würden, ihre Gesundheit “deutlich besser bewerten” als die Befragten ohne private Gesundheitsvorsorge. Und unter den Neujahrsvorsätzen würde mit 57 % “das Abnehmen” dominieren, dicht gefolgt von “mehr Sport” (55 %) und “bessere Ernährung” (54 %). Rund 28 der Uniqa-Kunden würden auch konsequent umsetzen, was sie sich vorgenommen haben.

Deutschland braucht ein Schulfach Gesundheit

Laut dem Stada Gesundheitsreport 2017 fordern 80 % der der jungen Erwachsenen (18-24 Jahre) ein Schulfach Gesundheit. Und wenn die erhobenen Zahlen stimmen, was sie wohl tun, dann mehr als zu Recht. Die dazu 2.000 befragten Personen konnten nämlich einfachste Gesundheitsfragen nicht richtig beantworten. So wissen 38 % nicht, wie sich die Krankenkassen finanzieren und satte 40 % kennen den Unterschied zwischen ambulanter und stationärer Behandlung nicht.

Infografik: obs / Stada Arzneimittel AG

Zudem wüssten 40 % der jungen Männer nicht, dass ein Gynäkologe hauptsächlich Frauen behandelt und 33 % der befragten Frauen glauben, sie dürften nicht zum Urologen gehen. Und 38 % beider Geschlechter können mit dem Wort Antibiotikaresistenz nicht anfangen. Für 32 % ist übrigens das Internet die “gesunde” Hauptinformationsquelle. “Die junge Generation muss sich noch nicht so mit Gesundheitsthemen beschäftigen, weil sie in der Regel gesund ist. Dennoch wird bereits in jungen Jahren der Grundstein für die spätere Gesundheitsbildung gelegt”, meint Klaus Hurrelmann, Gesundheits- und Bildungsforscher von der Hertie School of Governance.

Zufriedenheit mit deutschem Gesundheitssystem sehr groß

Mit dem Gesundheitssystem in Deutschland sind aktuell 93 % der Ärzte und 82 % der Bevölkerung zufrieden, besagt der MLP Gesundheitsreport 2016. Jedoch gehen 62 % der Ärzte und 81 % der Bürger in den nächsten Jahren von dessen Verschlechterung aus, und das, obwohl die Politik laut RWI bis 2020 zusätzlich rund 40 Mrd. € für Mehrleistungen zur Verfügung stellen wird. Die Patienten fürchten etwa steigende Kassenbeiträge (81 %) und zu 67 % bzw. 70 % der Ärzte eine Zwei-Klassen-Medizin.

An der Gesundheitspolitik jedoch scheiden sich die Geister: Während 40 % der Bevölkerung (2012: 26 %) davon einen guten Eindruck haben, lehnen Ärzte diese zu 62 % (2012: 71 %) ab und sind der Meinung, dass das deutsche Gesundheitssystem “umfassend” reformiert gehöre. Dessen “strukturelle Probleme” hält auch der MLP-Vorstandsvorsitzende, Uwe-Schroeder-Wildberg, für nach wie vor nicht gelöst.