Medizinwitz des Tages 2. Juli 2020

Die Wirkung des Entzündungshemmers Dexamethason ist bekannt und bewährt: Sie unterdrückt das Immunsystem, was vor allem bei schweren Krankheitsverläufen eine wichtige therapeutische Komponente ist. Denn der Körper kann in seinem Abwehrkampf gegen die viralen Eindringlinge eine überschießende Immunantwort abgeben. Diese richtet sich dann nicht nur gegen das Virus, sondern erzielt darüber hinaus zerstörende Kräfte.

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie am 02.07.2020

Laut dem Dachverband EFPIA beschäftigte die europäische Pharmaindustrie 2019 knapp 800.000 Mitarbeiter und generierte damit “ein Produktionsvolumen” von 275 Mrd. €. Auch wenn das erfreuliche Zahlen sind, so ist über die Jahre hinweg doch ganz eindeutig die Tendenz erkennbar, dass Europa gegenüber Brasilien, Indien und China an Bedeutung verliert.

Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs am 02.07.2020

“PRIMA-eDS” steht für “Polypharmacy: Reduction of Inappropriate Medication and Adverse drug events in older populations by electronic Decision Support””. An der von der EU geförderten Studie waren Forschungsteams aus 5 Ländern beteiligt. Dabei konnte gezeigt werden, dass durch ein elektronisches “Tool” die Anzahl verordneter Medikamente im Durchschnitt um 0,5 Arzneimittel pro Patient verringert werden kann. Tendenziell kommt es auch zu einer Reduktion von Spitalsaufenthalten. In weiteren Auswertungen soll nun evaluiert werden, welche Kosteneinsparungen dank des Tools möglich sind.

MedUni Wien am 02.07.2020

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Verbreitung chronischer Krankheiten an. Als Folge werden immer mehr Medikamente verschrieben. Bei den über 65-Jährigen in Österreich sind bereits 25 % von “Polypharmazie” betroffen. Dabei werden regelmäßig mindestens 5 verschiedene Medikamente eingenommen. Dadurch kommt es zu Interaktionen und auch unerwünschten Nebenwirkungen. So ergaben Studien, dass bei älteren Menschen bis zu 10 % der notfallmäßigen, internistischen Aufnahmen im Spital durch Medikamente verursacht werden.

MedUni Wien am 02.07.2020

Viele Arzneimittel können als unerwünschte Nebenwirkung die Lichtempfindlichkeit der Haut steigern. Dazu gehören z.B. einige Wasser ausschwemmende Medikamente (Diuretika) und andere Blutdrucksenker, verschiedene Schmerzmittel und Antibiotika. Im Winter spielt das kaum eine Rolle, aber im Sommer kann durch Medikamente das Risiko für Sonnenbrände und andere Hautschäden steigen.

ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände am 02.07.2020

Eine Patentlösung gegen den Hausärztemangel in Deutschland gibt es nicht. Es ist vielmehr eine Vielzahl von Maßnahmen erforderlich, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Bundesärztekammer am 02.07.2020

Den Auftakt der Podcast-Reihe “Pralles Leben mit Gewicht” auf health tv bildet das Thema Adipositas-Chirurgie.

health tv am 02.07.2020

Gesundheitsministerium rät von Gruppensex ab

OE24.at am 02.07.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 9. Mai 2020

Es ist eine Tatsache, dass die kostendeckende Produktion von Penicillin extrem herausfordernd ist. Am Weltmarkt kostet 1 Kilogramm Penicillin 20 Dollar und damit weniger als Kaugummi.

Novartis Pharma GmbH am 09.05.2020

Die letzte Penicillin-Produktion Europas in Tirol soll wackeln.

ORF.at am 09.05.2020

Die Corona-Krise hat die strukturellen Schwächen der Österreichischen Gesundheitskasse schonungslos offengelegt. Die ÖGK droht an ihrer Hauptaufgabe zu scheitern.

Österreichische Ärztekammer am 09.05.2020

Seitens des österreichischen Gesundheitsministeriums gibt es keine Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes während der Geburt. Dieser ist aus medizinischer Sicht während der Geburt auch nicht zu empfehlen.

Bundesministerium für Soziales, Gesundheit und Pflege am 09.05.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 6. Mai 2020

Mehr als die Hälfte der Deutschen hat Probleme damit, das Gespräch mit dem Arzt oder einen Artikel im Internet zum Thema Gesundheit wirklich zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden.

Apotheken Umschau am 06.05.2020

Die Corona-Krise war in Österreich von Beginn an durch das Erzeugen von Angst in der Bevölkerung und einem bislang ungekannten Ausmaß an politischer, polizeilicher und rechtlicher Willkür durch die Regierung gekennzeichnet. Nachdem die Besprechungsprotokolle der Bundesregierung vom März geleakt wurden, ist das, was vorher als “Verschwörungstheorie” galt, nun offiziell bestätigt.

Initiative für evidenzbasierte Corona Informationen am 06.05.2020

Anfänglich hat die österreichische Regierung erklärt, die Ausbreitung des Corona-Virus würde extrem rasch erfolgen und sich alle paar Tage verdoppeln – eine sog. exponentielle Ausbreitung. Dieser irreführende Eindruck wurde nur dadurch erreicht, dass ein neuer Test in steigender Anzahl durchgeführt wurde. Je mehr Tests erfolgten, desto mehr positive Ergebnisse gab es. Zudem wurden alle Fälle immer zu den bisherigen Fällen dazugezählt. Das ist eine bekanntermaßen irreführende Darstellung, die selbst dann eine Zunahme suggeriert, wenn gar keine tatsächliche Zunahme vorliegt.

Initiative für evidenzbasierte Corona Informationen am 06.05.2020

In der Medizin ist jemand krank, wenn er Symptome hat. Laut Österreichs Gesundheitsministerium ist jedoch jede Corona-Infektion eine “Erkrankung”, unabhängig davon, ob jemand auch Symptome hat. Das erzeugt in der Bevölkerung eine gewaltige Angst.

Initiative für evidenzbasierte Corona Informationen am 06.05.2020

Nach Ansicht des österreichischen Gesundheitsministeriums ist in der Corona-Krise die am meisten pessimistische Variante “am aussagekräftigsten”.

Initiative für evidenzbasierte Corona Informationen am 06.05.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

BMGF präsentierte Österreichische Diabetes-Strategie

Namens des Gesundheitsministeriums (BMGF) präsentierte die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner dieser Tage  Österreichs Diabetes-Strategie, in die auch Empfehlungen der EU sowie WHO eingeflossen seien. Demnach verfolge die besagte Strategie 2 übergeordnete Ziele: Zum einen sollen bereits an Diabetes erkrankte Personen besser versorgt werden, damit sie bei hoher Lebensqualität möglichst lange leben, zum anderen sollen präventive Maßnahmen Neuerkrankungen verhindern.

Umsetzungsplan soll folgen

Dazu wurden konkret 6 „Wirkungsziele“ definiert, auf deren Basis ein konkreter Umsetzungsplan „für die nächsten 5-10 Jahre“ noch erarbeitet werden soll. Die 6 Wirkungsziele lauten: (1.) Steigerung der diabetesbezogenen Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung (2.) Förderung diabetesreduzierender Umwelt- und Umfeldfaktoren (3.) Befähigung von Erkrankten zum eigenständigen und kompetenten Umgang mit Diabetes (4.) Konzeption, Implementierung und Sicherstellung der Integrierten Versorgung (5.) Aufbau, Vernetzung und Transparentmachung von Wissen und Kompetenz der Gesundheitsberufe

(6.) Schaffung von Wissen sowie Unterstützung von evidenzbasiertem, qualitätsgesichertem Handeln. „Ich bin überzeugt, dass wir mit der österreichischen Diabetes-Strategie einen Rahmen für alle Stakeholder erarbeitet haben, der uns hilft, die Diabetes-Neuerkrankungen in den nächsten Jahren zu verringern“, versicherte Rendi-Wagner. Die Volkskrankheit Diabetes sei eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist, und an der in Europa rund 32 Mio. Menschen leiden würden – darunter 600.000 in Österreich.

Pharmig: Preisdumping in Gesetz gefährdet Gesundheitsversorgung Österreichs

Nachdem man noch tags zuvor der neuen Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner gehuldigt hatte, kritisierte der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig) einen Gesetzes-entwurf vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen „unter Einfluss des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger“ – und zwar wegen der Aufnahme von Arzneimitteln in den Erstattungskodex. Dieser würde zudem „massiv negativ“ in den seit Jahren bestehenden Prozess der Preisfestsetzung eingreifen!

Restriktives Preisregime

Österreichs Pharmawirtschaft sieht dergestalt die Versorgung der heimischen Patienten mit innovativen Arzneimitteln gefährdet, denn laut Pharmig würde „ein restriktives Preisregime“ auch die bisherige „partnerschaftliche Haltung“ zwischen Pharmabranche und Haupt-verband vermissen lassen. Zudem habe man den Krankenkassen 2016 ohnehin „die stattliche Summe von 125 Mio. € an Solidarbeiträgen“ überwiesen. „Sämtliche Vertreter der Pharmawirtschaft sehen für die massiven Einschnitte, die der Entwurf vorsieht, keine wirtschaftliche Notwendigkeit“, heißt es in einer Presseaussendung des Pharmig.

So seien durch die Solidarbeiträge die Nettoausgaben für Arzneimittel um über 2 % zurückgegangen und der Hauptverband werde „dadurch“ 2016 einen Gebarungsüberschuss von voraussichtlich 81 Mio. € verzeichnen können, betont etwa Sylvia Hofinger vom FCIO. Und für Johann Kwizda, Vorsitzender im Bundesgremium des Handels mit Arzneimitteln, bestehe „für einen so massiven regulatorischen Eingriff überhaupt keine Notwendigkeit“! Schließlich würden die Krankenkassen auch „beständig“ ihre Rücklagen vermehren … Von dem Gesetzesentwurf besonders betroffen sei laut eigener Aussage der Arzneimittelgroßhandel (PHAGO).

Gesprächsbereitschaft

Laut dessen Verbandspräsidenten reiche der steigende Einsatz von extrem preisgünstigen Generika nicht mehr aus, die variablen Kosten abzudecken. „Schon jetzt liegt die Großhandelsspanne für die Hälfte aller Krankenkassen-Packungen unter den Porto-Kosten eines Standardbriefes (68 Cent). Wenn diese Entwicklung so weitergeht, können wir den Versorgungsauftrag als kritische Infrastruktur für Österreich nicht mehr aufrechterhalten“, erklärt Andreas Windischbauer. Alle Beteiligten, so wird betont, darunter Manuel Reiberg vom FOPI wie auch Wolfgang Andiel vom Generikaverband, seien weiter gesprächsbereit um den Gesetzesentwurf noch abzuändern.