Medizinwitz des Tages 1. August 2019

Auch Schatten schadet Sonnenanbetern.

Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie am 01.08.2019

Wie niedrig die tatsächlichen Einkaufspreise von Kontrastmitteln in Deutschland sind, war bisher ein gut gehütetes Geheimnis der Branche. Ein Vergleich von 28 radiologischen Praxen des “Radiologienetzes Deutschland” legt zudem nahe, dass Ärzte in jenen Bundesländern, in denen sie an Kontrastmitteln verdienen können, doppelt so viel MRT-Kontrastmittel einsetzen wie wenn die Abrechnung direkt über die Krankenkasse läuft. Das ist deshalb problematisch, weil einige dieser Kontrastmittel im Verdacht stehen, seltene schwere Nebenwirkungen verursachen zu können.

NDR / Das Erste am 01.08.2019

Dass Biertrinken automatisch zu einem Bierbauch führt, ist ein Mythos. Vielmehr ist es genetisch bedingt und vom Geschlecht abhängig, ob man dazu neigt, viel oder wenig Fett um den Bauch anzulegen. Bier regelmäßig und in größeren Mengen konsumiert kann aber Übergewicht begünstigen, weil es appetitanregend wirkt.

Land schafft Leben am 01.08.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Pharmakometrie kombiniert Biologie und Mathematik

Pharmakometrie kennt man landläufig eher weniger. Aber, so erfährt man dank Pharma fakten, dass Pharmakometriker keine Wirkstoffe entwickeln würden, sondern mathematische Formeln, um die Forschung von Wirkstoffen zu unterstützen und das Forschungsrisiko zu mindern. Das Ziel der Arzneimittelforschung sei nämlich der richtige Wirkstoff für den jeweiligen Patienten in der richtigen Dosis. Und dabei würden computerbasierte Berechnungen eine immer größere Rolle spielen.

Vorhersagen machen

So betreibt etwa der Pharmakonzern AbbVie in Ludwigshafen eine Computerlandschaft aus 1.000 Rechnern um, wie es heißt „die Biologie“ in den Computer zu bringen. Die Pharmakomometrie operiert also an der Schnittstelle zwischen Biologie und Mathematik. Es geht ihr darum, vorhersagen zu können, was ein bestimmter Wirkstoff im Körper macht. Wie lange er seine Wirkung behält und wie sich die Wirkung im Krankheitsverlauf ändert. „Wir können auf Basis unserer Modelle Vorhersagen treffen, die noch nicht beobachtet wurden“, meint man bei AbbVie.

Ein Beispiel sei die neueste Generation von Hepatitis C-Medikamenten. Diese sei so wirksam, dass das Virus bei Patienten schon nach 2 Wochen nicht mehr nachweisbar ist. Das heiße aber nicht, dass der Patient auch tatsächlich schon virusfrei ist. Denn nach den derzeitigen Nachweismethoden könnten sich noch bis zu 1 Mio. Viren im Körper befinden. So habe die Pharmakometrie folgende Fragen zu beantworten: Wie lange muss weiter behandelt werden, bis der Patient definitiv virenfrei ist und damit geheilt? Und in welcher Dosierung? Spielen Geschlecht und Gewicht eine Rolle?

Nur 11 % der Deutschen nehmen sofort Schmerzmittel

Nur 11 % der Deutschen, die ein rezeptfreies Medikament kaufen, wenden es auch sofort an. Und gar 40 % warten zunächst sogar ab, ob die Schmerzen zunehmen. Das ergab eine Umfrage von Bayer Vital, die auch Unterschiede zwischen Männern und Frauen ausmachte. So würden Frauen prinzipiell öfter zu Aspirin & Co. greifen als Männer und zwar, weil sie (1.) „im Alltag nicht ausfallen“ wollen (50 % versus 38 % der Männer) sowie (2.) für einen „wichtigen Termin fit sein“ wollen (44 % vs. 30 %). Frauen lesen aber auch mit 74 % öfter den Beipacktext als Männer (63 %), ergab die Studie.

Der Fehleinschätzung, wonach Schmerzen abhärten würden, unter-liegen allerdings beide Geschlechter gleich. Knapp ein Drittel aller Befragten verzichtet darum auf Schmerzmedikamente, was laut Uwe Gessner von Bayer Vital nicht ratsam ist: „Schmerzen auszuhalten kann Folgen haben, denn eine ständige, intensive Reizung der Sensoren kann zu einer Sensibilisierung der Nervenzellen führen.“ Der Körper würde nämlich „eine Erinnerungsspur“ für die Empfindung bauen und eine Art Schmerzgedächtnis anlegen. „Selbst bei verhältnismäßig leichten Reizungen kann er dann mit dauerhaften Schmerzsignalen an das Gehirn reagieren – auch wenn der Auslöser bereits verschwunden ist.“