Die Innovative Medicines Initiative der EU als PPP-Modell

Innovative Medicines Initiative (IMI) ist seit 2017 ein sog. Public Private Partnership-Modell von EU und der europäischen Pharmaindustrie mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von Pharmafirmen, Hochschulen, öffentlichen Forschungsstätten, KMUs, Behörden und Patientenorganisationen zur Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen. Dazu wurden natürlich etliche Forschungsprojekte auf die Beine gestellt.

ELF, K4DD und HARMONY

ELF (European Lead Factory) z.B. ist seit 2013 ein Projekt von 7 Pharmafirmen, mehreren KMUs sowie akademischen Institutionen mit dem Ziel, die Entwicklung von Arzneimitteln zu beschleunigen. Dazu schufen die Teilnehmer eine riesige, gemeinsame „Substanzbibliothek“, die nach 5 Jahren bereits über 500.000 Moleküle zur Wirkstoffforschung umfasste. Das Projekt K4DD untersucht erstmals in großem Maßstab das Phänomen der “Bindungskinetik”, also wie lange ein Wirkstoff auf sein Zielprotein einwirkt.

IMIDIA wiederum steht für „Innovative Medicines Initiative for Diabetes” und soll den Trend zu immer mehr Diabeteserkrankungen stoppen helfen. Dass sich die WHO mehr Antibiotika wünscht, ist bekannt. Das Projekt DRIVE-AB hat über 3 Jahre lang geforscht, wie die Entwicklung neuer Antibiotika stimuliert werden könnte. Am Ende schlugen die Autoren 4 Anreize vor. HARMONY schließlich möchte die Behandlung von Blutkrebskrankheiten verbessern und setzt dabei auf Datenverarbeitung in großem Stil.

Pharmig: Medikamentenforschung bleibt teures Hochrisikogeschäft

Dass die Erforschung neuer Medikamente ein kostenintensives Hochrisikogeschäft ist und bleiben wird, das sagen nicht wir vom Molner Health Center, sondern der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig). So unterstreiche eine neue Studie wieder “die Komplexität der Arzneimittelforschung”, die noch dazu in die Milliarden gehe. Aktuell würden weltweit rund 7.000 Forschungsprojekte laufen, wovon sich 2.000 Krebs widmen.

10.000 Anfangssubstanzen

Laut Pharmig bilde die Studie (über Krebsmedikamente) aber nur “ein Bruchteil des Marktes” ab und verzerre daher “massiv die Realität”. In der Regel nämlich hätten Pharmakonzerne mehrere Projekte in der Pipeline, würden gleichzeitig an mehreren Wirkstoffen für mehrere Indikationen arbeiten. Und laut Pharmig schafft es von 10.000 “Anfangssubstanzen” im Durchschnitt nur eine einzige bis zur Marktreife. Laut der im „Jama Internal Medicine“ publizierten Studie der Public Citizien Group reicht das Investitionsvolumen bis zur Marktreife von 150 Mio. US-Dollar bis fast 2 Mrd.. Zudem würden neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie regulatorische Anforderungen “laufend” die Höhe der Kosten für Forschungsprojekte beeinflussen.