Fleisch ist gesund, die Fleischerzeugung aber ein Problem

Tierquälerei, Umweltschutz, Antibiotika sind die löblichen Hauptgründe für eine vegetarische Ernährung, die laut Frohmedizin allerdings ungesund ist. Daher ist es gut, wenn in Deutschland pro Kopf und Jahr rund 60 kg Fleisch konsumiert werden. Scheinbar weit weniger gefällt das aber Blitzrechner.de. Das Rechenportal propagiert nämlich in einer Aussendung einen sog. Fleischrechner, der laut Projektleiter Tim Lilling, “den Ressourceneinsatz und die Umweltbelastung greifbar werden lässt”.

Infografik: obs / Blitzrechner / www.blitzrechner.de

Auf https://www.blitzrechner.de/fleisch kann demnach gratis berechnet werden, wie viel Futtermittel, Antibiotika und Tierleben für den eigenen Fleischkonsum notwendig wären. Vegetarier und Flexitarier können ausrechnen, wie viele Tierleben gerettet und wie sehr die Umwelt entlastet wurde. Während dessen fordern auch die Heinrich Böll Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in ihrem “Fleischatlas 2018” den dringend notwendigen Umbau der Nutztierhaltung.

Fleischatlas 2018: Böll Stiftung fordert dringenden Umbau der Nutztierhaltung

“Ein zentrales Problem der industriellen Tierhaltung ist auch die exorbitante Güllebelastung der Böden und des Grundwassers”, betont Barbara Unmüßig von der Heinrich Böll Stiftung. Dagegen könne nur eine Abgabe auf Stickstoffüberschüsse und eine konsequente Begrenzung der Tiermengen pro Hektar helfen. Der Richtwert dürfe 2 Großvieheinheiten pro Hektar nicht überschreiten, was 2 Rinder oder 10 Schweinen entspricht.

Bild: obs / BUND / Art-Direktion E. Stockmar

“Qualvoll, umweltschädlich, ungesund und billig – das charakterisiert heutzutage die industrielle Tierproduktion. Das muss sich dringend ändern”, so die Expertin. Zudem trage kein anderer Sektor so massiv zum Verlust der Artenvielfalt, zur Zerstörung des Klimas, zur Überdüngung und zur Gefährdung unserer Gesundheit bei wie die industrielle Fleischproduktion. Laut Schätzungen dürfte die Nachfrage nach Fleisch bis 2050 um noch weitere 85 % steigen.

“Ohne Umsteuern, vor allem in den Industrieländern, ist dies ein Garant fürs weitere Aufheizen der Atmosphäre, für globale Ungleichheit, Hunger und Tierleid. Es ist höchste Zeit, dass politisch etwas getan wird”, warnt Unmüßig. Ein Hebel dazu sei eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik, denn die EU gebe jedes Jahr knapp 60 Mrd. € für agrarpolitische Maßnahmen aus. Dieses Geld sollte zukünftig besser in eine ökologischere und tiergerechtere Landwirtschaft fließen, findet die Böll Stiftung.

Österreich überzeugt: Ernährung beeinflusst stark die Gesundheit

Laut einer Umfrage der VeggieMeat GmbH sind 84 % der Österreicher davon überzeugt, dass die Ernährung die Gesundheit stark beeinflusst. Je höher der Bildungsabschluss ist, desto bewusster werde auch auf die eigene Ernährung geachtet! Und von den befragten Herren hätten sich (immerhin) 57 % als Viel-Fleischesser betitelt, von den Damen nur mehr 26 %.

Foto: VeggieMeat GmbH / APA-Fotoservice / Juhasz

Der Geschäftsführer des Eiweißproduzenten, Andreas Gebhart, sieht übrigens in der Erbse “die Proteinquelle der Zukunft”. Das entscheidende Plus von Produkten aus Erbsenprotein und Erbsenfasern sei die Verknüpfung von hochwertigem Eiweiß mit Ballaststoffen, hieß es bei einer Pressekonferenz.