19 Tage Krankenstand in Deutschland – Pendeln belastet die Psyche

Mit der Distanz zwischen Wohnort und Arbeitsplatz steigt die Wahrscheinlichkeit psychischer Erkrankungen, ergab eine Fehlzeitenanalyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Demnach sind die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen bei Pendlern mit einem Arbeitsweg von über 50 km um 15 % höher als bei einer Wegstrecke von unter 10 km.

Wohnortwechsel angebracht

„Wird die Distanz zum Arbeitsort durch einen Wohnortwechsel verkürzt, kann die Wahrscheinlichkeit von Fehltagen sogar um bis zu 84 % reduziert werden”, weiß Helmut Schröder vom WIdO. Bei fast 58 % der über 13 Mio. AOK-Mitgliedern lag der Arbeitsplatz aber innerhalb der 10 km. Diese hatten 2017 dann im Schnitt 11 Arbeitsunfähigkeitsfälle pro 100 Mitglieder wegen psychischer Erkrankungen, jene ab 50 km 12. „Nicht nur die Anzahl der Krankschreibungen, auch die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen steigen dabei von 2,9 auf 3,4 Fehltage pro AOK-Mitglied“, so Schröder.

Deutschlandweit blieben die Krankenstände 2017 mit durchschnittlich 19,4 Tag aller bei der AOK-versicherten Beschäftigten konstant. „Hingegen nehmen die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen in den letzten 10 Jahren zu und dauern mit 26,1 Tagen je Fall auch mehr als doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,8 Tagen“, berichtet der Experte. Der genannten WIdO-Analyse liegen übrigens die Daten von 13,2 Mio. Versicherten zugrunde, die 2017 in über 1,5 Mio. Betrieben beschäftigt waren.

1. Ergobus unterwegs in der Schweiz

„Büroarbeiter“ erkranken laut Studien häufiger als Bauarbeiter an Rückenleiden, auch weil schon 2 Stunden sitzen am Tag gesundheitsschädlich sind. In der Schweiz ist darum neuerdings das 1. Ergonomie Präventions-Mobil unterwegs, kurz Ergobus genannt. „Büroarbeitern ist häufig nicht bewusst, wie wichtig der passende Bürostuhl und das Arbeitswerkzeug für ihre Gesundheit sind“, sagt dazu Michael Borloz von ErgoBus.

Der Ergobus von ErgoBus besucht Firmen auf Bestellung … (Foto: M. Borloz)

Der Ergobus kann schweizweit von Firmen zur Aufklärung und persönlichen Sitzanalysetests bestellt werden. Dass er auch sehr wohl nötig ist, ergaben „alarmierende Zahlen“ aus Schweizer Büros. Demnach leiden 57 % der Personen, die am Computer arbeiten, an Rückenschmerzen, 68 % an Schulter- und Nackenverspannungen sowie 30 % an Handgelenks- und Ellbogenschmerzen. Das schmerzt laut Borloz dann auch die Firmen selbst, denn „die Absenzvollkosten machen heute 3 – 4 % eines Unternehmens aus.“