Medizinwitz des Tages 12. Juni 2020

Rezeptfreie Medikamente sind keine Zusatzverkäufe in den Apotheken, sondern sie helfen Millionen Menschen und entlasten die Krankenkassenfinanzen. Wer glaubt, man könne Apotheken in Basisversorgung und Luxusangebot aufteilen, der verkennt, dass gerade die Gesundheit ein ganzheitliches Gut ist.

Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am 12.06.2020

Zur Selbstmedikation werden in deutschen Apotheken alljährlich vor allem Arzneimittel gegen Erkältungen, Magen-Darm-Probleme sowie gegen Schmerzen nachgefragt. Deren Gesamtvolumen belief sich 2019 auf fast 500 Mio. Packungen und einem Umsatz von 3,57 Mrd. € netto.

Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände am 12.06.2020

Patienten mit rezidiviertem/refraktärem klassischen Hodgkin-Lymphom (R/R cHL) haben wenig Behandlungsoptionen, wenn sie wegen chemorefraktärer Erkrankungen, Komorbiditäten oder fortgeschrittenen Alters nicht für eine autologe Stammzelltransplantation in Frage kommen.

European Hematology Association am 12.06.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Krumm oder schief

Ich habe noch nie eine völlig gerade Haltung gesehen, einen völlig aufrecht gehenden, stehenden oder sitzenden Menschen. Allenfalls im Fernsehen. Sie wissen schon, diese Schwarzafrikanerinnen auf dem Weg zur Wasserstelle. Die tragen den schweren Tonkrug auf dem Kopf. Ungestützt ! Müssen federnd dahin schreiten können – in völliger Balance. Folgen also präzise den Vorgaben der Schwerkraft und nichts sonst. Uns soll es hier mal auf das „Sonst“ ankommen.

Wir gehen, sitzen und laufen krumm oder schief. Das können Sie sich auch in einem Spiegel anschauen. Da hängt dann eine Schulter oder das Becken steht schief. Da bewegen sich die Füße unsymmetrisch. Überhaupt scheint das Wort Symmetrie das Geheimnis zu sein. Aber gut, warum gerade krumm ?

Was jetzt folgt, ist ein selbst konstruierter Gedankengang, der Ihnen Ihre alltäglichen Schmerzen erklären soll. Fangen wir so an: Ihr Gestell wird deshalb krumm und unsymmetrisch, weil irgendein Muskel sich zusammenzieht, verkrampft. Z. B. im Gesäß, in der Schulter usw.. Für dieses Verkrampfen gibt’s mehrere Gründe:

  • Stress: Ein uralter Schutzreflex ist das Hochziehen beider Schultern. Das Gegenmittel wäre der sog. Formel 1-Reflex. Wäre ! Also verspannt sich ein Muskel da oben und zieht die Halswirbelsäule zur Seite. Daraufhin bekommen Sie Torticollis (Schiefhals), Schulterschmerzen oder gar ein Ausstrahlen bis in die Arme.
  • Fehlhaltung: Sie sitzen am Schreibtisch nach vorne gekrümmt. Ist schon falsch. Jetzt muss ein Muskel dagegenhalten, sich verkrampfen, verkürzen.
  • Schonhaltung nach Verletzung: Tut Ihnen der linke Fuß weh, so gehen Sie automatisch ein bisschen schief – zur Entlastung. Dann muss aber irgendein anderer Muskel sich zusammenziehen, auf Dauer verkrampfen, verkürzen.
  • Schiefes Becken: Wie sitzen Sie?
  • Krummes Kreuz: Wo steht Ihr Computer, in den Sie stundenlang schauen ? Links oder rechts ? In welche Richtung sind Sie dabei gedreht ?

Kurz und gut: Sie verdrehen oder verkrümmen sich, worauf ein Muskel verkrampft und sich verspannt. Aber jetzt erst kommt‘s: Daraufhin wird ein anderer Muskel, z.B. auf der Gegenseite übermäßig gedehnt. Und dieser gedehnte, unfreiwillig verlängerte Muskel, TUT DANN WEH. Der ist die Ursache Ihrer Schmerzen. Nicht die Bandscheiben oder Ischias oder oder.

Und in Ihrer Not drücken Sie dann auf den schmerzenden Muskel, z. B. an der Schulter. Das bringt zwar für Sekunden Erleichterung, ist aber trotzdem falsch. Denn Sie drücken auf den falschen Muskel. Es geht vielmehr darum, den ursprünglichen, nun verhärteten (verkürzten) Muskel zu finden und …

ZU ENTSPANNEN.

Das ist dann die Kunst der Physiotherapeuten. Auch der Masseure. Auch der Faszien-Therapeuten. Die Ihnen hoffentlich, hoffentlich Hausaufgaben mit nach Hause geben. Soll heißen ganz bestimmte Dehnübungen, die nicht den schmerzhaften, sondern den verborgenen Missetäter ansprechen. Also den verkrampften Muskel, der für die Schiefhaltung verursacht. Da gibt’s dann auch so manchen Wunderheiler. Ich vermute, dass Frau Dr. Helga Pohl ähnlich arbeitet.

Kreuzschmerzen sind überflüssig !

Demografie nicht Schuld an steigenden Gesundheitsausgaben

Mit einem Studienergebnis völlig entgegen der immer wieder kolportierten Ansicht, dass die längere Lebenszeit der Bevölkerung Schuld sei an den ständig steigenden Gesundheitsausgaben, lassen dieser Tage die AOK Niedersachsen und die Medizinische Hochschule Hannover aufhorchen. Demnach sei die Demografie nur zu 17 % für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen verantwortlich.

Nur 17 %

Während ein gesetzlich Versicherter 2004 in Deutschland noch durchschnittliche Ausgaben von 1.722 € verursachte, waren es 2015 schon 2.656 € – also 54 % mehr. “Hätte sich die Altersstruktur der Versichertengemeinschaft nicht verändert, wäre der Ausgabenanstieg nur unwesentlich geringer gewesen”, erklärt Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen. Es ließen sich nämlich nur 17 % des Kostenanstiegs in der gesetzlichen Krankenversicherung auf die Alterung der Versichertengemeinschaft zurückführen.

„Es sind vielmehr der medizinische Fortschritt und insbesondere neue, teure Produkte für den Kostenanstieg verantwortlich”, so der Experte. Um die Beitragssätze stabil zu halten sei es also wichtig, „dass an anderer Stelle für Entlastung gesorgt wird“. Peter plädiert dabei „unbedingt“ für eine Regulierung der oft extrem hohen Preise für neue Arzneimittel, neue Medizinprodukte oder andere technische Neuerungen im Gesundheitswesen. Entscheidend sei dabei „eine konsequente Kosten-Nutzen-Bewertung“.

Die Bandscheiben

Es ist oft ein Kreuz mit dem Kreuz. Bei vielen von Ihnen. Kreuzschmerzen sind bekanntlich der häufigste Grund für Krankschreibungen in Deutschland. Dabei gibt es auch für die Bandscheiben ein

Forever young – Prinzip.

Man muss es nur kennen. Ist wenigen Menschen geläufig. Dabei hieße für immer junge Bandscheiben nichts Anderes als kein Kreuzweh, kein Rumhumpeln oder keine Rücken-OP.

Wie also hält man die Bandscheiben für immer jung? Hier zunächst ein kleiner Exkurs:

Eine Bandscheibe besteht aus einem äußeren Faserring, der einen Gallertkern umschließt. Der straffe Faserring besteht aus 10 bis 13 Lamellen (Schichten). Deren gegenläufige Fasern aus kollagenem Bindegewebe sind fest an der Randleiste der Wirbelsäule verankert.

Nach innen strahlen die Kollagenfasern in die Knorpelbedeckung der Wirbelkörper-Endplatten. Im Alltag lastet ein hoher Druck auf dem Faserring. Vor allem der zum Bauch liegende Anteil im Bereich der Lendenwirbelsäule (also unten) wird stark beansprucht.

Das erklärt, warum der Faserring-Umfang in diesem Bereich (bauchseitig) dicker ausgebildet ist.

Der Gallertkern hat eine hohe Wasserbindungsfähigkeit. Vollgesaugt quillt die Bandscheibe auf und drückt die angrenzenden Wirbelkörper auseinander. So soll es auch sein.

Diese Fähigkeit des Gallertkerns, Wasser zu binden, sinkt allerdings mit zunehmendem Alter. Dadurch verliert er seine Elastizität, womit der Abstand zweier Wirbelkörper schrumpft. Der hintere, dünnere Teil des Faserrings bildet langsam feine Risse. Dann verrutscht der Gallertkern und drückt auf den Faserring (Bandscheibenvorwölbung) oder durchbricht ihn (Bandscheibenvorfall).

So, und jetzt kommt‘s:

Diese Abbauprozesse unseres Körpers beginnen schon im frühen Erwachsenenalter und schreiten – je nach Lebensweise – unterschiedlich rasch voran. Aber Faktum bleibt:

  • Die Bandscheiben leben vom ständigen Wechsel zwischen Belastung und Entlastung.
  • Dieser Wechsel nämlich sorgt für die Ernährung des Knorpelgewebes. Fehlt dieses dynamische Wechselspiel, so wird die Bandscheibe nicht ausreichend versorgt und verkümmert.
  • Um dem vorzubeugen ist daher Bewegung (z.B. Laufen) und gezieltes Krafttraining der Rückenstrecker (sind die feinen Muskel direkt an den Wirbelkörpern) nötig. Dann bleiben diese „Stoßdämpfer“ auch möglichst lange elastisch UND werden zudem durch das natürliche Muskelkorsett geschützt.

Fazit: Körperliche Aktivität, nach Möglichkeit täglich und stundenlang, hält die Bandscheiben jung. Nannte man früher auch Arbeit (auf dem Feld) oder Jagd. Und für Stütze und Schutz sorgt dann eine möglichst starke Muskulatur „genau vor Ort“. Muskulatur also nicht nur am Bauch und Rücken, sondern direkt an der Wirbelsäule.

Hier kommen wir zu der genialen Entdeckung eines gewissen Dr. Jones. Dessen Maschine mit dem Namen MedX wird in Deutschland von Kieser (Kieser Training) importiert. Gibt es für die „Problemzonen“ unterer Rücken und die Halswirbelsäule. Ist leider sehr teuer, dafür voll elektronisch. Hat sich zum Glück dennoch rasch in Deutschland verbreitet.

Sind Sie neugierig geworden? Hier finden Sie eine MKT-Praxis auch in Ihrer Nähe …

QUELLE: Reflex 65

BLL: Nahrungsergänzungsmittel nützen Gesellschaft – „Vorsorge statt Reparatur“

Eine breitere Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) mit Kalzium und Vitamin D könnte dazu beitragen, allein in Deutschland jährlich rund 1,09 Mrd. € an Gesundheitskosten durch die Vermeidung von osteoporosebedingten Knochenbrüchen einzusparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Food Supplements Europe. Durch die regelmäßige Einnahme von 1.000 mg Kalzium und 15 mcg Vitamin D ließe sich das Risiko von Knochenbrüchen bei Personen über 55 Jahre um 15 % senken!

Allein in Deutschland sind durch NEM Kosteneinsparungen von 1,09 Mrd € möglich. (Infografik: obs / BLL-AK NEM)

Für Deutschland bedeute dies, so BLL-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff, dass dadurch rechnerisch 31.927 Knochenbrüchen vermieden werden könnten. Das würde auch zu entsprechenden Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen führen. “Auch wenn die Nährstoffversorgung im Schnitt in Deutschland gut ist, gelingt es nachweislich nicht allen, ihren Nährstoffbedarf an Kalzium und Vitamin D durch eine ausgewogene Ernährung zu decken. Die Studie macht deutlich, dass NEM nicht nur dem Einzelnen helfen können, seine Ernährung zu optimieren, sondern darüber hinaus einen gesellschaftlichen Nutzen haben können”.

Der BLL-Hauptgeschäftsführer fordert daher „ein Umdenken weg vom System des Reparatur hin zu einer Kultur der Vorsorge“! Nur so ließen sich die Aufgaben durch die gestiegene Lebenserwartung und die im 4. Jahr in Folge gestiegenen Kosten im Gesundheitssystem in den Griff bekommen. “Die Studie ist ein weiterer Beleg dafür, dass NEM als Teil einer ausgewogenen Ernährung nachweislich helfen können, die Gesundheit der Verbraucher zu erhalten – und Verbraucher, die gesund altern, entlasten das Gesundheitssystem”, resümiert Minhoff. In Deutschland gibt es jährlich rund 213.000 Frakturen, die auf Osteoporose zurückzuführen seien.

1 € für NEM spart 5,09 €

Die Analysten von Frost & Sullivan haben errechnet, dass jeder für die entsprechende Versorgung mit NEM ausgegebene Euro das Gesundheitssystem im Gegenzug um 5,09 € entlasten würde. Die durchgeführte Studie ist bereits die 2. Analyse dieser Art im Auftrag von Food Supplement Europe. Der erste 2016 veröffentlichte Bericht dokumentierte bereits potentielle Kosteneinsparungen durch die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren und einem dadurch verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen von europaweit 12,9 Mrd. Euro im Jahr.

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) übrigens ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette an.