Medizinwitz des Tages 22. Juni 2020

Es gibt viele Fragen, die ein Mediziner nicht beantworten kann. Beispielsweise, wenn es um die Verhältnismäßigkeit der Mittel geht.

Universität Bonn am 22.06.2020

Österreich muss weiterhin wachsam und verantwortungsvoll bleiben. Das Corona-Virus ist nach wie vor unter uns ! Es hat auch nichts von seiner Gefährlichkeit verloren und kann jederzeit wieder in einem größeren Stil ausbrechen. … Bislang wurden in Österreich pro 100.000 Einwohner jeweils 195 positiv auf Corona getestet.

Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober am 22.06.2020

Die derzeit einzige gezielte Therapieoption bei Covid-19 ist die passive Immunisierung durch Blutplasma von bereits genesenen Patienten, sprich Rekonvaleszentenplasma. Selbst eventuell dabei auftretende Nebenwirkungen sind gut beherrschbar. Personen, die schwer erkrankt waren und wieder gesund sind, haben eine große Menge Antikörper gebildet. 

Österreichische Ärztekammer am 22.06.2020

Wie schon der Österreichische Verband der Impfstoffhersteller begrüßt auch der Pharmig die Pläne der EU-Kommission, im Rahmen einer “EU Vaccines Strategy” die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 mit 2,7 Mrd. € zu unterstützen.

Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs am 22.06.2020

Der Bedarf an Psychotherapie in Österreich steigt massiv, gleichzeitig aber ist sie für immer weniger Menschen finanziell leistbar. Dabei ist die Psychotherapie schon seit über 100 Jahren das Mittel der Wahl zur Behandlung psychischer Erkrankungen und Leidenszustände. Der ÖBVP geht davon aus, dass es derzeit für gerade einmal 0,8 % der Österreicher Psychotherapie auf Krankenschein gibt. Der Rest muss entweder lange warten (Kontingentierung als historisches Relikt !) oder in die eigene Tasche greifen.

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie am 22.06.2020

Das Wesen einer Pandemie ist, dass das eigene Handeln nicht nur Auswirkungen auf die persönliche Gesundheit hat. Vielmehr soll eigenverantwortliches Handeln – anders als das Wort auf den ersten Blick impliziert – vor allem andere schützen und die Verbreitung des jeweiligen Virus möglichst hintanhalten. Es geht also vor allem um das permanente solidarische Verhalten. Und das, ohne zu wissen, ob man überhaupt ansteckend ist.

ORF.at am 22.06.2020

Glatte Haut für mindestens ein Jahr schafft man, wenn auch der untere Bereich der Haarwurzel zerstört wird. Dies geschieht mit Blitzlampe und Laser und funktioniert am besten bei heller, ungebräunter Haut im Winter. Blitzlampen werden für die Enthaarung größerer Flächen eingesetzt, allerdings bergen sie die Gefahr, die Haut zu verbrennen. Mit dem Laser kann der Hautarzt das Haar ganz gezielt entfernen.

Apotheken Umschau am 22.06.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Manifest “Gesundheit neu denken!“ für Österreich vorgestellt

Ein Gremium aus Gesundheitsexperten hat für Österreich die Anforderungen an das Gesundheitssystem der Zukunft im Manifest Gesundheit neu denken! zusammengefasst. Für Martin Gleitsmann von der WKO ist der Knackpunkt dessen Finanzierung. „Mit 10,2 % des BIP ist das heimische Gesundheitssystem teuer. Aber trotz dieser hohen Ausgaben und einer extrem hohen Dichte an Ärzten wie Spitalsbetten wird das Ziel besonders vieler gesunder Lebensjahre nicht erreicht.” Es gelte daher mehr Selbstverantwortung der Menschen zu erreichen und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken.

Kulturwandel zur Eigenverantwortlichkeit

Zugleich habe man auch einen Aufholbedarf bei der Transparenz und Effizienz des Gesundheitssystems. Das zeige ein internationaler Vergleich. Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte, fordert einen “Kulturwandel zur Eigenverantwortlichkeit“. Die Bürger und Patienten müssten sich als Mit-Produzenten ihrer Gesundheit verstehen. “Dabei geht es nicht nur um die Individualtherapie, sondern auch um die Primärversorgung. Von 1.000 Fällen sind 900 durch Selbsthilfe zu lösen, zeigen Statistiken.”

IHS-Gesundheitsökonom Thomas Czypionka kritisierte, dass im Gesundheitssystem die Möglichkeit zu experimentieren fehlt. „In der Theorie weiß man Vieles, was richtig wäre. Doch im Feld wird das nicht getestet. Daher fordern wir in unserem Manifest auch einen Experimentierparagrafen, der den Freiraum bietet, Erfahrungen zu sammeln.“ Für Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, behindern “Kompetenzwirrwarr und unterschiedliche Finanzierungslogiken” die Qualität für die Patienten. Dringend nötig sei daher “Entrümpelung-Reform”.