Medizinwitz des Tages 22. April 2021

Eine aktuelle Umfrage in Deutschland zeigt, dass fast 60 % der Betroffenen nicht an die Möglichkeit einer effektiven Therapie glauben und ihr Tinnitus daher unbehandelt bleibt.

Neuromod Deutschland GmbH am 22.04.2021

Hals-Nasen-Ohrenärzte als Behandler nutzen natürlich die bisher gängigen Therapien gegen Tinnitus, sehen aber vielfach nicht die angestrebte Verbesserung.

Neuromod Deutschland GmbH am 22.04.2021

Dass es eine effektive Behandlungsmöglichkeit für die unzähligen Tinnitus-Patienten gibt, wurde in einer 3-jährigen Studie eindrucksvoll belegt. Innerhalb von 12 Wochen konnte bei 86 % der Studienteilnehmer eine Linderung der Beschwerden festgestellt werden. Nach 1 Jahr waren es noch immer 80 %, was einem Durchbruch in der Tinnitus-Therapie gleichkommen dürfte. Deren Ansatz beruht auf der Technik der sog. bimodalen Neuromodulation. Dazu werden über einen Kopfhörer und ein kleines Gerät zur Zungenstimulation 2 Sinne des Patienten gleichzeitig angesprochen: Zum einen empfängt das Gehör individuell an die Hörleistung angepasste akustische Signale und zum anderen wird die Zunge durch ein sanftes Prickeln mittels leichtester elektrischer Impulse stimuliert. Diese 2-fache gleichzeitige Anregung löst im Gehirn Prozesse aus, die von der Wissenschaft als Neuroplastizität bezeichnet werden.

Neuromod Deutschland GmbH am 22.04.2021

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 11. Februar 2021

Die Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung ist im Winter erheblich schlechter als im Sommer. Die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) zeigt, dass im Sommer und Herbst zwar auch schon 34 % bzw. 52 % der Erwachsenen einen Vitamin-D-Status unter 50 nmol/l (!) aufweisen, im Frühling und Winter sind es dann aber 72 % bzw. 82 % mehr (Rabenberg et al., 2015). Optimale Werte über 75 nmol/l – nach Empfehlung der für Vitamin D maßgeblichen Endocrine Society – sind dementsprechend noch seltener und werden in Deutschland von nur 12 % der Bevölkerung erreicht (Holick et al., 2011).

Dr. Jacobs Institut am 11.02.2021

Jahreszeitliche Schwankung von Vitamin D im Blut … (Infografik: Dr. Jacobs Institut)

15. Februar ist Internationaler Kinderkrebstag

Deutsche Kinderkrebsstiftung am 11.02.2021

Auch mit Kindern offen über Krebs sprechen. … Von den 12 geplanten Filmen sind bereits 8 realisiert. Sie beantworten die Fragen “Was ist Krebs ?”, “Warum hat Mama Krebs ?”, “Gibt es ein Mittel gegen Krebs ?”, “Kann der Körper den Krebs selber heilen ?” oder auch “Muss ich jetzt immer lieb zu meinem kranken Bruder sein ?”. Weitere Filme erklären “Es gibt keine dummen Fragen” und beschreiben die “Chemotherapie” sowie die “Strahlen-, Immun- und Stammzelltherapie”. Bis Ende 2021 werden die letzten 4 Filme entstehen zu den Themen “Wann kann ich wieder mit Papa Fußball spielen ?”, “Wie lange dauert es, bis der Krebs ganz weg ist ?” sowie “Bin ich anders, weil ich Krebs habe ?”. Auch die Frage “Kann man an Krebs sterben ?” wird beantwortet.

Deutsche Krebshilfe am 11.02.2021

Viele Erwachsene tragen mit dem Windpocken-Erreger auch jenes Virus in sich, das zumeist im Alter eine Gürtelrose auslösen kann. Zuvor schlummert es oft jahrzehntelang inaktiv und durch das Immunsystem in Schach gehalten im Körper. Jedoch wegen der sinkenden Effektivität des Immunsystems bei zunehmendem Alter kann sich das Virus schließlich reaktivieren und sich dann als Gürtelrose zeigen.

GlaxoSmithKline GmbH am 11.02.2021

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 7. Mai 2020

Impfungen sind die effektivste Vorsorgemaßnahme, um Menschen vor Infektionskrankheiten zu schützen.

Österreichische Ärztekammer am 07.05.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Plus 5 % in 20 Jahren: Worauf Österreichs Krebsspezialisten noch stolz sind …

Für sog. Frohmediziner ist es durchaus amüsant, was österreichische Krebsspezialisten bei einer Pressekonferenz in Wien so über ihr Fachgebiet zum besten gaben – und trotz aller Erfolge (!?) sei die onkologische Versorgung des Landes dennoch „in Gefahr“. Führende Onkologen und die forschende Pharmaindustrie würden daher eine „Agenda Krebs 2030“ sowie „ein Commitment der politischen Entscheidungsträger” fordern.

Ganz im Ernst … (Foto: FOPI / APA / Tanzer)

Prof. Leopold Öhler vom St. Josef Krankenhaus Wien betonte dabei, dass „die Erfolge in der Onkologie evident und auch für Österreich nachweisbar“ seien. So wäre es in den letzten 25 Jahren gelungen, die Sterblichkeit um ca. 25 % zu reduzieren und das relative 5-Jahres-Überleben seit 1995 um (vermutlich) 5 % auf über 60 % im Jahr zu erhöhen. Wie viel genau „über“, das wurde nicht erwähnt. Gleichzeitig sei die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Frauen als auch bei Männern um 12,6 % zurückgegangen.

Laut Prof. Andreas Petzer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie, ist derzeit die onkologische Versorgung in Österreich auf einem hohen Niveau, aber die Zukunft stelle „uns“ vor große Herausforderungen. Diese würden Demografie, Prävalenz und Ressourcen heißen. Was die Finanzierung angeht, so meinte Ingo Raimon, Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich, dass Österreichs Gesundheitssystem zwar unbestritten vor finanziellen Herausforderungen stehe, doch „die Gesundheitsausgaben für Krebs seit 2010 stabil“ seien.

Pharmaindustrie weiterhin Forschung ermöglichen

Bei diesen Ausgaben liege die Alpenrepublik „zwar ein wenig über dem europäischen Schnitt“, doch es sei belegt, dass Länder mit höheren Ausgaben auch höhere Überlebensraten aufweisen. „Gemessen am BIP gibt Österreich für Krebsbehandlungen etwa so viel aus wie meisten europäischen Länder, doch bei der Effektivität sind wir im Spitzenfeld“, so der FOPI-Präsident. Die Kehrseite der Medaille wäre allerdings „die außerordentlich lange Forschungszeit“. Von der Patentanmeldung bis zur Zulassung eines Medikaments dauere es fast 10 Jahre – und dabei müsse die Pharmaindustrie „auch viele Fehlschläge verkraften“.

So konnten etwa bei Hautkrebs „erst nach 30 erfolglosen Jahren 7 neue Medikamente auf den Markt gebracht werden. Und bei Lungenkrebs scheiterten 167 Studien, bevor 10 neue Medikamente zur Verfügung standen.“ Für die angesprochene „Agenda Krebs 2030“ forderte Prof. Wolfgang Hilbe vom Wiener Wilhelminenspital, der forschenden Pharmaindustrie weiterhin klinische Studien am Standort Österreich zu ermöglichen. Dazu wären „Exzellenzzentren und Versorgungsnetzwerke“ zu finanzieren sowie „die Etablierung eines einheitlichen Qualitätsbegriffs sinnvoll“.

Österreichs Pharmig fleht Effektivität von Antibiotika zu erhalten

Angesichts einer kürzlich erschienenen Publikation des Center for Disease Dynamics, Economics & Policy (CDDEP) appelliert der Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig) – an wen auch immer, die Effektivität von Antibiotika zu bewahren. Denn je öfter diese eingesetzt würden, desto „drastischer“ sei das Vorkommen von Resistenzen. Daher seien auch Lösungen zur Verbrauchssenkung nötig!

Der steigende Antibiotikaverbrauch war dann auch am Abend ein Thema in der ZiB 1 des ORF … (Foto: ORF)

Beim Pharmig hält man Antibiotika für eine „große Errungenschaft der Medizin“, wodurch bakteriell verursachte Infektionskrankheiten wirksam geheilt würden. „Gerade vor dem Hintergrund, dass der Gesamtverbrauch von Antibiotika bis zum Jahr 2030 weltweit um bis zu 200 % steigen könnte, müssen wir alles daransetzen, dass Antibiotika auch in Zukunft ihre Wirkung nicht verlieren“, findet Pharmig-Generalsekretär Jan Huber.

In Österreich sei deren Verbrauch von 2000 bis 2015 zwar nur um 15 % gestiegen, aber resistente Bakterien würden sich nicht an Staatsgrenzen halten, sondern seien ein globales Problem. In Österreich sei darum der seit 2013 eingesetzte nationale Aktionsplan NAP-AMR überarbeitet worden. Laut Huber ist dabei „die umfassende Aufklärung“ über den sachgerechten Gebrauch von und den Umgang mit Antibiotika eine der wichtigsten Maßnahmen. „Da haben wir in Österreich noch Aufholbedarf“, so der Pharmig-Generalsekretär.

Intensive Forschungen

Weltweit werde in der Antibiotikaentwicklung jedenfalls „intensiv an neuen Produktklassen“ geforscht. Derzeit befänden sich 10 Antibiotika in der späten klinischen Entwicklung. Zudem werde an 13 klinischen bakteriellen Impfstoffkandidaten gearbeitet, an 18 AMR-relevanten Diagnostika sowie „weiteren präventiven Therapien“ gearbeitet. Aber auch Impfungen könnten dabei helfen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren …