Medizinwitz des Tages 5. Dezember 2019

Werden Patienten auf dem Papier tatsächlich kränker gemacht als sie sind ? Schreiben Ärzte wirklich Diagnosen auf, die es gar nicht gibt, nur um mehr Geld zu erhalten ? Seit Jahren wird im deutschen Gesundheitswesen über diese Fragen gestritten.

AOK-Bundesverband am 05.12.2019

Das gehört über Weihnachten und Neujahr in die Hausapotheke: Natürlich ein Vorrat an den Medikamenten, die man regelmäßig einnimmt. Dazu noch Präparate gegen Magenschmerzen, Schmerztabletten und Mittel gegen Fieber. Für den Fall einer Erkältung empfiehlt es sich, auch einen Hustensaft und einen Nasenspray zu Hause zu haben.

Diabetes Ratgeber am 05.12.2019

Ein erster Hinweis für die Verschlechterung der Nierenfunktion ist, wenn im Harn Eiweiß gefunden wird. So zeigt sich, dass die Gefäße der Nieren nicht mehr so gut arbeiten. Ab dem Zeitpunkt, in dem Eiweiß im Harn festgestellt wird, wird auch ein Anstieg des Risikos für Herzkreislauferkrankungen beobachtet.

Österreichische Diabetes Gesellschaft am 05.12.2019

Das Dogma in der Diabetestherapie hat sich über die Zeit gewandelt. Früher stand die glukozentrische Sicht im Vordergrund, dann wurde die Bedeutung der multifaktoriellen Therapie mit Beachtung aller bereits genannten Risikofaktoren (Cholesterin, Blutdruck, Blutzucker, …) auch dank neuer Medikamente wie RAS Hemmer, Gerinnungshemmer, Statine und zuletzt PCSK9 Hemmer erkannt, und heute steht die Medizin tatsächlich am Beginn der personalisierten, individualisierten Therapie mit neuen Antidiabetika mit Zusatznutzen. Nunmehr stehen Diabetesmedikamente zur Verfügung, die nicht nur den Blutzucker senken, sondern gleichzeitig auch günstige Auswirkungen auf Herz, Gefäßverkalkung oder Herzschwäche, und Nieren haben. Das führt erwiesenermaßen zu einer höheren Lebenserwartung und besserer Lebensqualität. Das gilt aber nur, wenn eine Diabeteserkrankung rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt wird !

Österreichische Diabetes Gesellschaft am 05.12.2019

Mangelndes Impfbewusstsein in Österreich: Je weniger Menschen geimpft sind, desto größer ist  das Risiko, dass schon ausgestorbene Infektionskrankheiten wieder aufflammen. 

Österreichische Ärztekammer am 05.12.2019

Jeder 4. Österreicher wird im Laufe seines Lebens Vorhofflimmern entwickeln. Die chronische Medikamenteneinnahme mit Antiarrhythmika hilft den Patienten jedoch nur einem zu geringen Prozentsatz.

Sozialmedizinischen Zentrum Süd – Kaiser Franz Josef Spital am 05.12.2019

Fakt ist: Arzneimittelrabattverträge führen zu Lieferengpässen.

BPI am 05.12.2019

Arzneimittelrabattverträge sind nicht die Ursache für Lieferengpässe. Der wahre Grund für die Desinformationskampagnen der Pharmaindustrie und Apotheken liegt im Erfolg der Rabattverträge. Die Pharmakonzerne wollen nur Profite maximieren.

AOK-Bundesverband am 05.12.2019

Der überwiegende Teil der Generikaproduktion findet auch  in Deutschland statt. Darum sind auch Forderungen nach einer verstärkten Arzneimittelproduktion “Made in Europe” nur Nebelkerzen und darüber hinaus kaum mit dem Europarecht vereinbar, weil es Länder diskriminiert, mit denen Freihandelsabkommen bestehen. Die meisten pharmazeutischen Unternehmer in Deutschland haben noch nie ein Arzneimittel selbst hergestellt.

AOK-Bundesverband am 05.12.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Molekularmedizin ist konzentrierte Natur

Im Prinzip sind wir alle durch eine ganz bestimmte Denkschule geschickt worden und zwar die der Pharmaindustrie. Doch langsam regt sich von Ihrer Seite aus Widerstand. Gegen die in Ärzteköpfen noch fest verankerten Dogmen wie

  • Bluthochdruck bedarf blutdrucksenkender Tabletten
  • Zuckerkrankheit bedarf zuckersenkender Tabletten
  • Schmerzen bedürfen schmerzstillender Tabletten
  • bei Schlafmangel helfen Schlaftabletten
  • bei Infektionen Antibiotika.

Mit solchen, lokal fixierten Gedanken-Konstrukten sind wir alle aufgewachsen. Die sind Ärzte von Berufs wegen sehr vertraut. Und dagegen wehren Sie sich

zunehmend.

Gut so. Ich begrüße das ! Ich mag es, wenn Menschen sozusagen aufwachen und beginnen, eigenständig zu denken. Dann auch so Sätze formulieren wie in der E-Mail des Tages:

Mein Körper soll doch von alleine schlafen können und nicht nur, weil er durch ein eingenommenes Mittel müde ist …

Sehr treffend gedacht. Der Körper soll “von alleine” schlafen. Der Blutdruck soll “von alleine” normal sein. Der Blutzucker soll „von alleine“ tief sein. Völlig richtig !

Und dennoch steckt in der E-Mail von heute ein DENKFEHLER. Ein ganz typischer sogar. Den möchte ich Ihnen nahe bringen:

Ich habe nun 4 Wochen lang jeden Abend 2 g Tryptophan eingenommen und nach Jahren mal wieder soooooo richtig gut geschlafen, dass es ein Wahnsinn war. Jede Nacht tief und fest am Stück. Jetzt nehme es nicht mehr und prompt wache ich wieder mehrmals auf in der Nacht.

Soll ich mit der Einnahme von Tryptophan einfach wieder anfangen oder darf ich das nicht, weil 4 Wochen vorbei sind ? Ich meine, wäre es „schädlich“, es noch eine Weile länger zu nehmen? Weil mein Körper soll ja „von alleine schlafen können“ und nicht (nur), weil er von einem bestimmten Mittel müde ist. Ich hatte soooooo toll geschlafen, das will ich nicht mehr missen !

Haben Sie es mitbekommen ? Da bedankt sich jemand, der seinen seit Jahren vermissten Schlaf – rezeptfrei – durch eine Aminosäure wieder erlangt hat.

Durch ein reines Naturprodukt …

Aber, was heißt hier Naturprodukt ? Damit ist kein Cannabis gemeint oder ein “Melissengeist” (übrigens ein wunderbarer Trick aus 13 sog. Heilpflanzen), sondern

Tryptophan ist eine lebenswichtige Substanz !

Soll heißen: essentiell. Ohne die ist der Körper tot. In diesem speziellen Fall: Ohne die kann der Mensch nicht schlafen. Da geht es also nicht um irgendwelche Tabletten (Medikamente), sondern um den Versuch,

im Körper wieder den Normalzustand herzustellen.

Dass man ihm selbstverständlich die lebenswichtigen Substanzen auch gibt, damit das Wunderwerk funktionieren kann. Und da hat die junge Dame einen essentiellen Nährstoff (Sie wissen, es gibt davon 47) doch glatt für ein Medikament gehalten. Wäre wahrscheinlich vielen Anderen auch so gegangen …

Das Fazit: Selbstverständlich sollte man Aminosäuren genau so lange einnehmen, bis deren Blutwert (frohmedizinisch) normal ist. Ganz oben ist, wenn Sie so wollen. Wie es auch von der Natur so vorgesehen ist.

Molekularmedizin ist konzentrierte Natur !

Nicht die Kalorien zählen

Deutschland (und die westliche Welt) werden immer dicker. Deutschland (und die westliche Welt) werden immer kränker. Was tun wir also? Wir halten Weltkongresse ab. Jährlich. Auf denen diese Themen besprochen werden. Und besprochen. Und besprochen. Und besprochen. Seit Jahrzehnten wird besprochen. Erinnert mich an die Klimapolitik !

Irgendwo steckt da ein Denkfehler. Ich glaube nämlich nicht an „komplizierte Lösungen”. Oder an „das Thema ist sehr komplex“. Ich glaube z.B. im Fall der Kohlenhydrate an „Natur“ oder an „nicht Natur” (also Zucker und Mehl). Ganz einfach. Spricht sich leider nicht herum. Im Gegenteil, die Mehrzahl der deutschen Ärzte hat nun einmal ein Dogma im Kopf und hält daran fest, obwohl sie damit täglich scheitern.

Ärzte scheitern heißt: Das Übergewicht nimmt zu. Das metabolische Syndrom nimmt zu. Diabetes Typ 2 nimmt zu. Das nenne ich scheitern eines ganzen Berufsstandes. Kann man auch „wissenschaftlich“ ausdrücken, wenn man den Leserbrief im „Spiegel“ 29/2017, S. 136 von Dr. med. Gerd Böhm liest:

Man kann anhand von Geschlecht, Größe, Gewicht, Beruf und Freizeittätigkeit auf 50 Kalorien pro Tag genau ausrechnen, wie viel diese Person zu sich nehmen darf, um zu einem bestimmten Zeitpunkt das realistische Zielgewicht zu erreichen.

Kalorien-Rechnerei ist ein Unsinn! Wird aber gemacht und geglaubt. Und der Herr Kollege muss dann „Sie sollten weniger essen“ sagen! Dass man damit verloren hat, weiß jede Mutter, die ein Kind erzieht. Und damit haben wir Ärzte verloren. Wie gesagt: Das metabolische Syndrom nimmt zu.

Anmerkung: Müsste aber gar nicht sein! Öffnen Sie doch mal ein Lehrbuch über Biochemie. Dort dürfen Sie 6.000 Kalorien am Tag essen und verhungern trotzdem. Wenn die Kalorien reines Eiweiß sind …

Weil es eben nicht auf die Kalorien ankommt, sondern auf das Lebensmittel (die Speise).

Aber es besteht Hoffnung. Mehr und mehr Ärzte gucken über ihren sprichwörtlichen Tellerrand. Schauen in die Natur. Wie macht die das? Nachzulesen in einem Leserbrief darüber aus der gleichen Zeitschrift:

Weder der Feldhase noch das Reh im Wald lesen den SPIEGEL. Sie verlassen sich auf den natürlichen Steuerungsmechanismus des Körpers, vulgo Appetit. In beiden Fällen ist mir von Fehlernährung nichts bekannt. Hasen und Rehe sitzt aber auch keine profitgierige Ernährungsindustrie im Nacken.

Dieser eine Doktor hat’s kapiert. Nur, was ist da die Quintessenz?

Resignation.

Klagen über die Nahrungsmittelindustrie (Ernährung) sind zwar sachlich richtig, bringen aber nix. Wenn allerdings der 2. Arzt, nicht der Erste, weiterdenkt, dann kommt er auf die pädagogisch richtigere Lösung: Diese Tiere essen Natur, nicht Kunst. Also sollte er seinen Patienten etwas von natürlichen und künstlichen Kohlenhydraten erklären. Dann wären wir bei der Lösung.

No carb heißt no Zucker, no Mehl …

Muskeln als Sparkasse

Ein völlig neuer Blickwinkel. Unser Dogma, dass es keinen Eiweißspeicher gäbe, stimmt nicht. Wird widerlegt wohl durch jeden Bodybuilder. Muskulatur interessiert mich, seit Gerhard Uhlenbruck (inzwischen 88 Jahre) uns deren Bedeutung auch für das Älterwerden so kräftig um die Ohren gehauen hat (News vom 10.01.2014). Mit exakter wissenschaftlicher Begründung. Also quäle auch ich mich !

Nun überlesen Sie vielleicht gerne das Wort „quälen“. Sie, die Sie mir im Sprechzimmer gegenüber sitzen und von einer „Körperumformung“ träumen. Diese Umformung würde nicht nur Ihr Herzkreislaufsystem betreffen (meint täglich joggen), nicht nur Ihre Fettpolster betreffen (meint no carb), sondern ganz sicher auch das, was Sie eigentlich wünschen: straffere Muskeln.

Und für einen so erneuerten Körper muss man sich quälen. Hat mir schon meine Personal-Trainerin Holle Bartosch vor Jahrzehnten beigebracht. Qualvoll beigebracht! Mit dem Satz: Gewichtstraining bis zum Anschlag. Bis man wirklich nicht mehr kann. Und dann … die nächste Wiederholung ist die, die wirklich zählt. Nur die bringt den Muskelzuwachs. Das Prinzip dahinter heißt „momentanes Muskelversagen“ (News vom 20.05.2016). Hat mir sehr eingeleuchtet.

Schickt mir ein Arzt aus der Berliner Charite eine kurze Bemerkung über die Muskulatur, die mich elektrisiert. Sie vielleicht auch. Das Zitat stammt von (Achtung !) 1905 und Prof. Theodor Brugsch, Internist an der Charité.

Von 1905 also:

… wenn er seine Muskeln fest aufgebaut habe, dann könne er „getrost“ hungern. Diese Beobachtung stimmt insofern mit den klinischen Erfahrungen überein, als alle diejenigen Kranken bei länger andauerndem Hunger gefährdet sind,

die eine schlechte Muskulatur haben.

Fett ist die schlechteste Sparkasse für den Menschen !

Viel eher sollte man sich seine Muskulatur bis in das hohe Alter hinein erhalten, denn so wie die Körpermuskeln sind, so ist auch das Herz.

Bei Hungern denke ich automatisch an Krebskranke. Denen nichts mehr schmeckt, die nicht mehr essen wollen. Die intravenös ernährt werden … niemals völlig richtig.

Hier gebe es also Unterschiede beim

  • Krebs-Patienten, der vorher Muskeln aufgebaut hat und
  • dem anderen Krebs-Patienten, der das nicht tat.

Der Zweite sei „gefährdet“. Wir können uns das selbst ausmalen. Viel wichtiger noch, wenn wir Valter Longo ernst nehmen (News vom 24.07.2017): Hungern sei für Krebskranke außerordentlich wünschenswert, weil es

  • die Wirkung der Chemotherapie verstärkt (um es höflich zu sagen)
  • Krebs verschwinden lässt auch ohne Chemotherapie (etwas dämlich, denn ist der Mensch verhungert, ist natürlich auch der Krebs tot)

Nun wurden wir inzwischen wieder etwas gescheiter: Es geht um den „Hungerzustand“ oder mit anderen Worten um Ketose. Da schlägt man sich den Bauch voll, ist vergnügt, aber hat alle Vorteile des Hungerns ! Nur vertragen das viele Leute schlecht. Ich meine wirklich schlecht.

Wie aktuell ein Bundestagsabgeordneter, der sich in der Ketose für den Wahlkampf fit machen wollte. Das hat der gar nicht vertragen. Wissen Sie warum? Keine Muskeln ! Hat man nämlich Muskeln aufgebaut, verträgt man Ketose mit links. Ohne Muskeln leidet man eben.

Prof. Uhlenbruck hat doch so Recht. Also, worauf warten Sie noch ?