Medizinwitz des Tages 18. März 2020

Die steigende Lebenserwartung und der demografische Wandel führen dazu, dass in Deutschland immer mehr Menschen an Demenz erkranken.

Verband Pflegehilfe GmbH am 18.03.2020

Über die Social Media Kanäle verbreitet sich derzeit die Meldung, dass sich die Franzosen in der aktuellen Corona-Krise mit Rotwein und Kondomen eindecken, wohingegen die Deutschen Mehl und Klopapier hamstern. Das können wir bei Ritex aber so nicht bestätigen.

Ritex GmbH am 18.03.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 25. Oktober 2019

Moderne Gesundheitssysteme haben eine Komplexität erreicht, die sie kaum noch steuerbar macht. Zugleich aber ist der Reformdruck immens wegen einer alternden Bevölkerung und des steigenden Versorgungsbedarfes bei gleichzeitigem Personalmangel.

Hertie School am 25.10.2019

Große Qualitätsunterschiede in deutschen Kliniken bei Leistenbruchoperationen und Hüftprothesenwechsel.

AOK-Bundesverband am 25.10.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Demografie nicht Schuld an steigenden Gesundheitsausgaben

Mit einem Studienergebnis völlig entgegen der immer wieder kolportierten Ansicht, dass die längere Lebenszeit der Bevölkerung Schuld sei an den ständig steigenden Gesundheitsausgaben, lassen dieser Tage die AOK Niedersachsen und die Medizinische Hochschule Hannover aufhorchen. Demnach sei die Demografie nur zu 17 % für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen verantwortlich.

Nur 17 %

Während ein gesetzlich Versicherter 2004 in Deutschland noch durchschnittliche Ausgaben von 1.722 € verursachte, waren es 2015 schon 2.656 € – also 54 % mehr. “Hätte sich die Altersstruktur der Versichertengemeinschaft nicht verändert, wäre der Ausgabenanstieg nur unwesentlich geringer gewesen”, erklärt Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen. Es ließen sich nämlich nur 17 % des Kostenanstiegs in der gesetzlichen Krankenversicherung auf die Alterung der Versichertengemeinschaft zurückführen.

„Es sind vielmehr der medizinische Fortschritt und insbesondere neue, teure Produkte für den Kostenanstieg verantwortlich”, so der Experte. Um die Beitragssätze stabil zu halten sei es also wichtig, „dass an anderer Stelle für Entlastung gesorgt wird“. Peter plädiert dabei „unbedingt“ für eine Regulierung der oft extrem hohen Preise für neue Arzneimittel, neue Medizinprodukte oder andere technische Neuerungen im Gesundheitswesen. Entscheidend sei dabei „eine konsequente Kosten-Nutzen-Bewertung“.

Plus 5 % in 20 Jahren: Worauf Österreichs Krebsspezialisten noch stolz sind …

Für sog. Frohmediziner ist es durchaus amüsant, was österreichische Krebsspezialisten bei einer Pressekonferenz in Wien so über ihr Fachgebiet zum besten gaben – und trotz aller Erfolge (!?) sei die onkologische Versorgung des Landes dennoch „in Gefahr“. Führende Onkologen und die forschende Pharmaindustrie würden daher eine „Agenda Krebs 2030“ sowie „ein Commitment der politischen Entscheidungsträger” fordern.

Ganz im Ernst … (Foto: FOPI / APA / Tanzer)

Prof. Leopold Öhler vom St. Josef Krankenhaus Wien betonte dabei, dass „die Erfolge in der Onkologie evident und auch für Österreich nachweisbar“ seien. So wäre es in den letzten 25 Jahren gelungen, die Sterblichkeit um ca. 25 % zu reduzieren und das relative 5-Jahres-Überleben seit 1995 um (vermutlich) 5 % auf über 60 % im Jahr zu erhöhen. Wie viel genau „über“, das wurde nicht erwähnt. Gleichzeitig sei die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Frauen als auch bei Männern um 12,6 % zurückgegangen.

Laut Prof. Andreas Petzer, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie, ist derzeit die onkologische Versorgung in Österreich auf einem hohen Niveau, aber die Zukunft stelle „uns“ vor große Herausforderungen. Diese würden Demografie, Prävalenz und Ressourcen heißen. Was die Finanzierung angeht, so meinte Ingo Raimon, Präsident des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich, dass Österreichs Gesundheitssystem zwar unbestritten vor finanziellen Herausforderungen stehe, doch „die Gesundheitsausgaben für Krebs seit 2010 stabil“ seien.

Pharmaindustrie weiterhin Forschung ermöglichen

Bei diesen Ausgaben liege die Alpenrepublik „zwar ein wenig über dem europäischen Schnitt“, doch es sei belegt, dass Länder mit höheren Ausgaben auch höhere Überlebensraten aufweisen. „Gemessen am BIP gibt Österreich für Krebsbehandlungen etwa so viel aus wie meisten europäischen Länder, doch bei der Effektivität sind wir im Spitzenfeld“, so der FOPI-Präsident. Die Kehrseite der Medaille wäre allerdings „die außerordentlich lange Forschungszeit“. Von der Patentanmeldung bis zur Zulassung eines Medikaments dauere es fast 10 Jahre – und dabei müsse die Pharmaindustrie „auch viele Fehlschläge verkraften“.

So konnten etwa bei Hautkrebs „erst nach 30 erfolglosen Jahren 7 neue Medikamente auf den Markt gebracht werden. Und bei Lungenkrebs scheiterten 167 Studien, bevor 10 neue Medikamente zur Verfügung standen.“ Für die angesprochene „Agenda Krebs 2030“ forderte Prof. Wolfgang Hilbe vom Wiener Wilhelminenspital, der forschenden Pharmaindustrie weiterhin klinische Studien am Standort Österreich zu ermöglichen. Dazu wären „Exzellenzzentren und Versorgungsnetzwerke“ zu finanzieren sowie „die Etablierung eines einheitlichen Qualitätsbegriffs sinnvoll“.

FÄ: Bürgerversicherung gefährdet 165.000 medizinische Arbeitsplätze

Wenn CDU und SPD die Sondierungsgespräche für eine künftige deutsche Bundesregierung führen, dann wird es auch um einen Umbau des Gesundheitssystems gehen. Denn die SPD möchte langfristig die Private Krankenversicherung (PKV) durch eine “Bürgerversicherung” ersetzen. Das wiederum ruft die deutschen Ärzteverbände auf den Plan, wie etwa die Freie Ärzteschaft (FÄ). Die warnt nun vor dem Verlust von 100.000 medizinischen Arbeitsplätzen in Deutschland.

Zahlungsausgleich gefordert

“Sollten die PKV-Einnahmen der Ärzte und anderer Berufe nicht durch höhere Honorare aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gänzlich kompensiert werden, so gefährdet das ein Drittel der Arbeitsplätze in der ambulanten Medizin”, betont der FÄ-Vorsitzende Wieland Dietrich. Das hieße konkret, dass von derzeit rund 430.000 medizinisch Beschäftigten über 100.000 von ihnen der Verlust des Arbeitsplatzes droht. Hinzu kämen auch noch rund 65.000 Zahnmedizinische Fachangestellte und schätzungsweise 15.000 Bürofachkräfte.

Stünden alle diese Arbeitskräfte nicht mehr zu Verfügung, so wäre eine “massive qualitative und quantitative Verschlechterung in der ambulanten Medizin” die Folge, so ie FÄ. Wartezeiten auf Arzttermine würden sich deutlich verlängern, besonders bei Arztgruppen, die stark von den PKV-Einnahmen abhängig seien. “Dazu zählen die Frauenheilkunde, Radiologie, Augenheilkunde, Orthopädie, Dermatologie, Innere Medizin und Hals-Nase-Ohren-Heilkunde”, erklärt Dietrich. Dabei steige eigentlich und nachweislich der Bedarf an medizinischen Behandlungen, weil es immer mehr ältere Menschen gibt.