Fitnesscenter: Rekord 2017 bei Mitgliedern und Umsatz in Deutschland

Die Zahl der Mitgliedschaften in Deutschlands 8.988 Fitnessstudios hat 2017 einen neuen Rekord erreicht und beträgt 10,61 Mio. Menschen. Das entspricht 13 % der Bevölkerung und einem Plus von 5,2 % gegenüber 2016. Damit sorgt die Branche auch für einen Umsatzrekord von 5,2 Mrd. € und fast 210.000 Beschäftigte. Diese Zahlen gehen aus der Eckdaten-Studie 2018 von Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV), Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) hervor.

Infografik: obs / DSSV / Eckdaten 2018

Zum Vergleich: Die deutschen Fußballvereine kommen auf “nur” 7,04 Mio. Mitglieder. Die positive Entwicklung der Fitness- und Gesundheitsbranche zeigt sich auch in der Zunahme an Fitnessstudios. Deren Zahl erhöhte sich 2017 von 8.684 um 3,5 %. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl liegt „anlagenübergreifend“ bei 23. Heuer möchte der Großteil der Center-Betreiber in die Geräteausstattung investieren: 74 % in Geräte für Kraft- und 62 % für Herz-Kreislauf-Training. Zudem wollen 54 % in die Zertifizierung nach DIN-Norm 33961 investieren.

Gesundheitskosten der Schulmedizin steigen jährlich und weltweit um 4 %

“Bis 2021 werden die weltweiten Gesundheitsausgaben pro Jahr um über 4 % steigen. Grund dafür ist u.a. eine steigende Lebenserwartung, die dann bei 74,1 Jahren liegen wird.“ Das sind nur einige Zahlen aus dem Global Health Care Outlook 2018 von Deloitte. Zudem werden chronische Zivilisationskrankheiten eine größere Rolle spielen. „Schon heute erkrankt alle 3 Sek. jemand an Demenz und schon heute kostet deren Behandlung weltweit Billionen”, weiß Sebastian Krolop von Deloitte.

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Damit die Gesundheitskosten der Schulmedizin finanzierbar bleiben, braucht es laut der Experten „völlig neue Strategien, die das Gesundheitssystem deutlich smarter machen“. Im Zentrum neuer Strategien könnten innovative Technologien stehen wie etwa Big Data-Analysen und Mobile Health-Produkte. „Erst sie erlauben einen Wechsel vom Reparaturansatz zu präventiver Versorgung“, so Krolop. Ansätze zur Kostenreduktion und Erhöhung der Profitabilität gebe es schon zur Genüge.

Weiters würden Cognitive Computing und cloudbasierte, interoperable Krankenakten eine genauso wichtige Rolle wie das Internet der Dinge. „Darüber hinaus kann ein patientenzentriertes Gesundheitswesen maßgeblich von Technologien wie synthetischer Biologie, 3D-Druckern, Nanotechnologie oder Biosensoren profitieren.“ Doch diese müssten dafür zuerst in die bestehenden Strukturen integriert werden. Auch die Themen Telemedizin und Virtuelle Realität seien nicht zu vernachlässigen.

Infografik: obs / Deloitte Life Sciences & Health Care

Wie Deloittes “Global Life Sciences Outlook” deutlich macht, wird ein stärker patientenzentrierter, personalisierter Ansatz auch in der Life-Sciences-Industrie die weitere Entwicklung maßgeblich bestimmen. Experten prognostizieren für den weltweiten Markt an personalisierten Arzneimittel eine jährliche Wachstumsrate von 11,8 %. Laut Deloitte könnten theoretisch über 40 % aller Rezepturen und sogar 70 % der Krebsmedikamente ohne größere Probleme personalisiert werden.“