Mit Omega-3

Einer der am besten studierten Nährstoffe mit fast nur positiver Bewertung ist die Fettsäure Omega-3. Ist essentiell. Lebenswichtig. Die Bedeutung dieses Wortes möchte ich Ihnen gegenüber immer wieder betonen. Will heißen: Sie kommen ohne Omega-3 nicht aus. Geht nicht und funktioniert auch nicht. In den News vom 08.08.2018 hatte ich die weltweit größte medizinische Datenbank „Medline“ erwähnt. Und jetzt staunen Sie doch bitte mit mir über ein paar Kurzfassungen dort von Arbeiten querbeet durch die gesamte Medizin.

Rheuma: Rheumatiker mit vielen Entzündungen – trotz Einnahme von Prednisolon, Indomethacin, Chloroquin und MTX in leitliniengerechter Dosierung – erhielten entweder 3,9 g EPA/DHA oder Placebos. 77 % der Verumgruppe (mit Omega-3) erzielten eine Reduktion ihrer rheumatischen Beschwerden von mindestens 70 % gegenüber der Placebo-Gruppe (ohne Omega-3) mit nur 5 %.

Omega-3-Fettsäuren können also selbst bei „austherapierten“ Rheumatikern noch zu einer drastischen Senkung der Beschwerden führen.

Psychose: Menschen mit einem hohen Risiko an einer Psychose erhielten für (nur) 3 Monate 1.180 mg EPA/DHA oder Placebo. In den darauffolgenden Jahren kam es in der Omega-3-Gruppe zu akuten Schüben von unter 10 %, in der Placebo-Gruppe jedoch von über 40 %.

Depression / Bipolare Störung: Jugendliche mit diesen Krankheiten bekamen über 3 Monate eine Psychotherapie, Omega-3-Fettsäuren oder beides. Psychotherapie allein führte zu keiner Verbesserung mentaler und kognitiver Funktionen. Hingegen taten dies Omega-3-Fettsäuren mit einer Effektstärke von 0,49. Bei Jugendlichen mit Psychotherapie und Omega-3-Fettsäuren gab es eine Effektstärke von 0,67.

Psychotherapie funktioniert, aber nur wenn eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren besteht.

Asthma: Schwangere erhielten 2,4 g EPA/DHA. Im Alter von 3 Jahren litten die Kinder der Omega-3-Gruppe ein Drittel weniger an Asthma. Es gibt leider keine Studien zu einer weiteren Risikosenkung, wenn diese Kinder die ersten 3 Jahre weiterhin oder ebenfalls Omega-3 bekommen hätten.

Demenz: Von 266 Menschen zwischen 67 und 100 Jahren hatten 42 Demenz, 30 davon Alzheimer. Das relative Risiko für das Drittel mit bester DHA-Zufuhr war nur 27 % für Demenz und 28 % für Alzheimer.

Allein durch Omega-3-Fettsäuren könnte nach dieser epidemiologischen Studie das Auftreten von Demenz bzw. Alzheimer möglicherweise um 3 Viertel (75 %) vermindert werden. Studien hierzu fehlen aber noch.

Migräne: Patienten mit häufigen Migräneanfällen – trotz Einnahme von Amitriptylin – erhielten Omega-3-Fettsäuren oder Placebo. Ziel der Studie war es, eine Minderung der Anfälle von 80 % zu erreichen, was recht ambitioniert ist. In der Placebo-Gruppe geschah dies bei 1 Drittel, in der Verumgruppe aber bei 2 Drittel der Patienten !

KHK: In der JELIS-Herzstudie (Japan EPA Lipid Intervention Study) erhielten fast 15.000 Herzgesunde mit Hypercholesterinämie neben einem Statin 1,85 g EPA oder Placebo. Das relative Risiko einer KHK war trotz des hohen Fischkonsums der Japaner und einer Statin-Gabe aber dank Omega-3-Fettsäuren mit 0,53 praktisch noch einmal halbiert.

Herzinfarkt: Menschen mit einem Omega-3-Index von unter 4 % haben ein 10-fach höheres Risiko für einen plötzlichen Herztod als solche mit einem Index von über 8 %.

Depression: 42 Patienten mit einer schweren Depression wurden 9 Wochen lang mit Citalopram + 1.100 mg EPA/DHA oder Citalopram + Placebo behandelt. Die Patienten mit Omega-3-Fettsäuren hatten einen deutlich schnelleren Rückgang der Symptome.

Die Liste könnte noch fortgesetzt werden, was aber aus Platzgründen hier nicht möglich ist. Dafür gibt es in den folgenden 2 Büchern viele Links zu weiteren Studien und Indikationen:

Volker Schmiedel : Omega-3 – Öl des Lebens (FONA-Verlag, 2018)
Volker Schmiedel: Vitamine, Mineralstoffe & Co. (Thieme-Verlag, 2019)

Ohne Omega-3

Ist man nur ein halber Mensch. Eigentlich nicht einmal das, denn Omega-3 ist – wie auch Omega-6 – essentiell. Fehlt dieser lebenswichtige Vitalstoff im Körper, besonders im Gehirn, so ist man tot. Die Schulmedizin übrigens hat die Brisanz dieses Satzes bis heute nicht verstanden. Dieses „ist man tot“. Und wenn man nur die Hälfte der notwendigen Menge Omega-3 isst, dann ist man … ?

Diese „halben Menschen“ begegnen uns überall. Die fahren auch Auto und wundern sich vielleicht über die verzögerte Reaktionsfähigkeit. Wundern sich über die jeweils traurige Stimmung, wundern sich über den Schlaganfall. Und wundern sich ganz sicher, weshalb sie Monat für Monat in die Arztpraxis kommen müssen. Zur Kontrolle, ich weiß !

Lassen Sie mich darum einmal all die Krankheiten aufzählen, die entscheidend von Omega-3, besser gesagt vom Verhältnis Omega-3 zu Omega-6 (Sollwert 1:1, nicht 1:15) abhängen. Die Liste ergibt sich aus anti-inflammatorischen (gegen Entzündung) und neurotropen (für die Nerven) Eigenschaften:

  • Alle chronischen entzündlichen Erkrankungen (u.a. Rheuma, Asthma, Neurodermitis, Hashimoto).
  • Praktisch alle psychischen und psychosomatischen Erkrankungen (u.a. Depression, Ängste, PTBS, ADHS, Schlafstörungen).
  • Neurologische Erkrankungen (u.a. Schmerzen, MS, Demenz, Migräne).
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen und deren Risikofaktoren (u.a. Hypertonie, Hyperlipidämie, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen)
  • Prävention von Allergien (beim Kind) und perinataler Depression (bei der Mutter).

Fehlt da eine Ihnen bekannte Krankheit? Und die alle soll nur ein Vitalstoff verhindern, vielleicht sogar heilen ? Es bleibt einem nichts Anderes übrig, schaut man in die weltweit größte medizinische Datenbank „Medline“. Gibt man dort das Stichwort „Omega-3“ ein und den Filter „clinical trial“, so erscheinen über 3.000 Links zu wissenschaftlichen Studien mit Omega 3-Fettsäuren. Die lassen sich schwerlich „wegwischen“ …

Kaum ein Medikament ist klinisch-wissenschaftlich so gut erforscht wie Omega-3.

Warum ich das so betone ? Weil ich Ihre Einstellung verändern möchte. Weg von der Abscheu der Kapseln hin zur Liebenswürdigkeit der Natur, die uns mit solch essentiellen Stoffen sogar reichlich verwöhnt … verwöhnen möchte. Heißt übersetzt:

Kaltwasserfisch, Lebertran, Algen.

In dem Zusammenhang berührt mich folgende Zahl besonders: Nur 5 % der deutschen Bevölkerung nimmt regelmäßig Omega-3-Präparate zu sich, während es in den skandinavischen Ländern (also dort, wo es solchen Fisch gibt) etwa 50 % tun. Kann es sein, dass die dort oben den Segen von Omega-3 verspüren oder gar darüber Bescheid wissen, während wir uns in Deutschland über Schmerzen und Entzündungen ärgern ?

QUELLE:  Dr. Volker Schmiedel in OM & Ernährung 2018, Nr. 163

Medikamente: Österreich startet die sog. E-Medikation

„Rund ein Viertel der versicherten Österreicher nimmt regelmäßig 5 oder mehr Medikamente ein, die bis zu 10 Wechselwirkungen auslösen können“, sagte Alexander Biach, Vorsitzender im Hauptverband der Sozialversicherungsträger. Daher könne die Lösung nur E-Medikation heißen. Dazu gebe es auch schon seit 2012 einen gesetzlichen Auftrag, doch werde die Datenbanklösung erst ab jetzt und bis 2019 schrittweise in Österreich eingeführt.

Bundesländerfahrplan zur E-Medikation in Österreich. (Infografik: SVC)

„Damit wissen dann die beteiligten Ärzte und Apotheker, welche Medikamente dem Patienten verordnet wurden und können dementsprechend reagieren.“ Dank der E-Medikation würden sich die Ärzte „wertvolle Zeit in der Anamnese“ ersparen, glaubt Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer. Und laut Gerhard Kobinger sind sogar Österreichs Apotheker „gerne bereit, diesen Mehraufwand für höchstmögliche Arzneimittelsicherheit zu übernehmen“. Patienten müssten dazu dann überall die sog. E-Card vorweisen.

Seltene Krankheiten: Neue Datenbank von AM Plus zur Erkennung

Haben Sie schon einmal von der Leberschen Optikusatrophie gehört? Oder von der interstitieller Cystitis? Nein? Das verwundert nicht, denn diese Leiden gehören zu den sog. Seltene Krankheiten (Orphan Diseases). Das sind Krankheiten, von denen in der EU nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen betroffen sind. In Deutschland leben rund 4 Mio. Menschen mit einer der weltweit bis zu 8.000 definierten Seltenen Krankheiten, in Österreich 400.000. Um auch diesen Menschen zu helfen, wird in die Verbesserungen von Prävention, Diagnostik und Therapie viel investiert. Der “Erfolg” in der Arzneimitteltherapie: Im Oktober 2017 waren in der EU 98 Arzneimittel als Orphan Drug zugelassen.

Symptomsuche.at wurde überarbeitet. (Foto: AM Plus)

Viele Seltene Krankheiten werden laut Erwin Rebhandl, Präsident von AM Plus, erst spät erkannt. Eine überarbeitete und verbesserte Datenbank des genannten Vereins soll vor allem niedergelassenen Ärzten helfen, Verdachtsfälle früher zu erkennen. Die Datenbank und Plattform von 2014 wurde darum 2017 völlig überarbeitet und verbessert. Vor allem sei die Benutzerfreundlichkeit und die Zielgruppenorientierung erhöht worden. Der Fokus von www.symptomsuche.at liege auf beeinflussbaren Erkrankungen. Gegenwärtig würden dort mehr als 40 seltene Erkrankungen im Detail beschrieben. Weiters könnte man via Online-Test für über 13 Erkrankungen auch Fortbildungen absolvieren.