Lebenserwartung: Männer verschenken 17 Jahre, Frauen 14

Der Lebensstil hat naturgemäß großen Einfluss auf das Lebensalter. Laut dem “Länger besser leben”-Institut an der Universität Bremen würden jedoch Männer im Schnitt auf 17 Jahre ihrer Lebenserwartung verzichten und Frauen auf 14. Es sei daher die Frage gestattet: Warum wollen wir nicht älter werden?

Rauchen und Alkohol

“Das Rauchen ist nach wie vor der größte Risikofaktor zur Verringerung der Lebenserwartung”, betont der Institutsvorstand Gerd Glaeske. Männer ab 40, die täglich mehr als 10 Zigaretten rauchen, würden gegenüber Nichtrauchern im Durchschnitt auf 9 Lebensjahre verzichten, Frauen auf über 7 Jahre. Weiters verkürze auch zu viel Alkohol die Lebenserwartung um bis zu 3 Jahre. So sei laut dem Experten längst bekannt, dass Männer pro Tag nicht mehr als einen halben Liter Bier und einen viertel Liter Wein trinken sollten.

Frauen werde sogar nur die Hälfte dieser Mengen empfohlen, weil sie Alkohol deutlich schlechter abbauen. Die lebensverkürzende Wirkung von Alkohol tritt laut Glaeske “erst bei täglich 2 und mehr Gläsern pro Tag auf, wenn dies zum Dauerzustand wird”. Analysen würden zeigen, dass bei einem ungesunden Lebensstil im Alter von 70 Jahren schon jeder 2. Mann gestorben ist. Bei einem gesunden Lebensstil nur jeder 10. Dagegen helfe das Rauchen aufzugeben, Alkohol in Maßen, eine richtige Ernährung und genug Bewegung …

Jeder 10. Deutsche ist zuckerkrank

In Deutschland werden immer mehr Menschen zuckerkrank. Das meldet das neu gegründete Institut „Länger besser leben“ an der Universität Bremen. Waren es 2009 noch 8,9 % der Bevölkerung mit Diabetes Typ 1 und 2, so stieg diese Zahl 2015 auf 9,8 %. In Österreich sind es 8-9 %. Dabei sind die Auslöser von Diabetes längstens bekannt: falsche Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel und das Rauchen. Und es stechen vor allem 2 Fakten ins Auge: Männer sind deutlich häufiger zuckerkrank als Frauen und auch bei den Bundesländern gebe es große Unterschiede.

Das Institut will den “eingeschlagenen Präventionspfad konsequent fortführen”. (Logo: obs / BKK24)

Besonders groß sei, so, der Unterschied im Alter von 65-75, wo die Krankheit bei den Frauen 20-25 % betrifft, jedoch bei den Männern 25-30 % 30 Prozent der Männer. Das bereits erwähnte Übergewicht führt laut Institutsleiter Gerd Glaeske dazu, dass bei der Ernährung die Insulinproduktion zur Verarbeitung des Zuckers nicht mehr so gut funktioniert. Dann leiden die Blutgefäße und es kommt zu Durchblutungsstörungen – vor allem in Beinen und Füßen, Nieren und den Augen. Und letzten Endes drohen die Amputation von Zehen oder Füßen, die Dialyse bis hin zur Erblindung.