Der Beckenboden

Besteht, wie so vieles, aus Muskeln. Über den denkt man auch selten nach. Das wird zumeist erst interessant, wenn man – leider, leider – spontan Urin verliert. Also Wasser lässt. Immer ein bisschen. Dann geht man zum Gynäkologen und der findet bei Frauen eine „Senkung“ der Gebärmutter. Die würde nicht mehr fest genug gehalten, rutscht nach unten und drückt auf die Blase. Abhilfe? Operation. Natürlich …

System Schulmedizin !

Genau davon schreibt mir eine Patientin per E-Mail. Hätte vor Jahren schon eine „Straffungsoperation“ am Uterus gehabt. Dennoch weiterhin Schwierigkeiten mit dem „schwachen Beckenboden“. Heißt im Alltag noch einmal: Der Urin kann nicht immer gehalten werden. Peinlich. Logisch. Wie hilft man (sich) wirklich ?

Muskeltraining? Das glaubte auch diese Patientin. Ging zum Kieser. Einverstanden.

Nur blieb der Erfolg aus. Leider, wie so oft. Irgendwann sollte man sich vielleicht doch von Bodybuildern etwas abschauen. Die wissen eigentlich, was sie tun. Und kümmern sich rührend und praktisch um 2 Hormone: Testosteron und Wachstumshormon, die beiden Anabolika. Als Laie sollte man wenigstens um deren Bedeutung wissen und die Tricks kennen, beide Anabolika natürlich zu stimulieren.

Denn erst dann lohnt sich Muskeltraining !

Die Bestätigung dessen finden wir auch in der genannten E-Mail:

Überraschend kurz nach der Einnahme der Nahrungsergänzungen (NEM) kam es zu einer herrlichen Festigkeit in der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur. Ich entdeckte Muskeln, von deren Existenz ich bisher keine Ahnung hatte. Der Uterus gewann an Stabilität, keine Verschlussprobleme mehr.

Erst operiert, kein Erfolg. Dann Kieser-Training, auch ohne Erfolg. Jetzt NEM und Training, gewonnen ! Haben wir alle wieder etwas gelernt …

Und es folgte in dem E-Mail noch ein kleines, wunderschönes Sätzchen:

Übrigens: Ich konnte meine persönliche Laufleistung steigern – naja, oldtimermäßig.

„Oldtimer“ übersetze ich Ihnen gerne: Die Dame ist 70 Jahre alt. Aber die kannte den Satz von Prof. Dirk Pette: „Auch die 80-jährige Muskelzelle weiß nicht, dass sie 80 ist. Sie ist genauso trainierbar wie die 20-Jährige.“

NEM sind also auch beim Training der Beckenbodenmuskulatur unverzichtbar. Ist aber irgendwie logisch. Ein Muskel kann durch Reiz bzw. Training selbstverständlich nur dann wachsen, wenn er alle nötigen Nährstoffe bekommt. Also alle essentiellen Stoffe !

Muskeln als Sparkasse

Ein völlig neuer Blickwinkel. Unser Dogma, dass es keinen Eiweißspeicher gäbe, stimmt nicht. Wird widerlegt wohl durch jeden Bodybuilder. Muskulatur interessiert mich, seit Gerhard Uhlenbruck (inzwischen 88 Jahre) uns deren Bedeutung auch für das Älterwerden so kräftig um die Ohren gehauen hat (News vom 10.01.2014). Mit exakter wissenschaftlicher Begründung. Also quäle auch ich mich !

Nun überlesen Sie vielleicht gerne das Wort „quälen“. Sie, die Sie mir im Sprechzimmer gegenüber sitzen und von einer „Körperumformung“ träumen. Diese Umformung würde nicht nur Ihr Herzkreislaufsystem betreffen (meint täglich joggen), nicht nur Ihre Fettpolster betreffen (meint no carb), sondern ganz sicher auch das, was Sie eigentlich wünschen: straffere Muskeln.

Und für einen so erneuerten Körper muss man sich quälen. Hat mir schon meine Personal-Trainerin Holle Bartosch vor Jahrzehnten beigebracht. Qualvoll beigebracht! Mit dem Satz: Gewichtstraining bis zum Anschlag. Bis man wirklich nicht mehr kann. Und dann … die nächste Wiederholung ist die, die wirklich zählt. Nur die bringt den Muskelzuwachs. Das Prinzip dahinter heißt „momentanes Muskelversagen“ (News vom 20.05.2016). Hat mir sehr eingeleuchtet.

Schickt mir ein Arzt aus der Berliner Charite eine kurze Bemerkung über die Muskulatur, die mich elektrisiert. Sie vielleicht auch. Das Zitat stammt von (Achtung !) 1905 und Prof. Theodor Brugsch, Internist an der Charité.

Von 1905 also:

… wenn er seine Muskeln fest aufgebaut habe, dann könne er „getrost“ hungern. Diese Beobachtung stimmt insofern mit den klinischen Erfahrungen überein, als alle diejenigen Kranken bei länger andauerndem Hunger gefährdet sind,

die eine schlechte Muskulatur haben.

Fett ist die schlechteste Sparkasse für den Menschen !

Viel eher sollte man sich seine Muskulatur bis in das hohe Alter hinein erhalten, denn so wie die Körpermuskeln sind, so ist auch das Herz.

Bei Hungern denke ich automatisch an Krebskranke. Denen nichts mehr schmeckt, die nicht mehr essen wollen. Die intravenös ernährt werden … niemals völlig richtig.

Hier gebe es also Unterschiede beim

  • Krebs-Patienten, der vorher Muskeln aufgebaut hat und
  • dem anderen Krebs-Patienten, der das nicht tat.

Der Zweite sei „gefährdet“. Wir können uns das selbst ausmalen. Viel wichtiger noch, wenn wir Valter Longo ernst nehmen (News vom 24.07.2017): Hungern sei für Krebskranke außerordentlich wünschenswert, weil es

  • die Wirkung der Chemotherapie verstärkt (um es höflich zu sagen)
  • Krebs verschwinden lässt auch ohne Chemotherapie (etwas dämlich, denn ist der Mensch verhungert, ist natürlich auch der Krebs tot)

Nun wurden wir inzwischen wieder etwas gescheiter: Es geht um den „Hungerzustand“ oder mit anderen Worten um Ketose. Da schlägt man sich den Bauch voll, ist vergnügt, aber hat alle Vorteile des Hungerns ! Nur vertragen das viele Leute schlecht. Ich meine wirklich schlecht.

Wie aktuell ein Bundestagsabgeordneter, der sich in der Ketose für den Wahlkampf fit machen wollte. Das hat der gar nicht vertragen. Wissen Sie warum? Keine Muskeln ! Hat man nämlich Muskeln aufgebaut, verträgt man Ketose mit links. Ohne Muskeln leidet man eben.

Prof. Uhlenbruck hat doch so Recht. Also, worauf warten Sie noch ?