Medizinwitz des Tages 10. Juli 2020

Die SARS-CoV-2-Epidemie gefährdet die medizinische Versorgung von Millionen Menschen mit HIV in der Welt. Die Anstrengungen gegen HIV bzw. Aids könnten dadurch um mehr als 10 Jahre zurückgeworfen zu werden.

Deutsche Aids-Hilfe am 10.07.2020

“Ich würde vermuten, dass wir in Deutschland Tote hätten verhindern können”, sagt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mit Blick auf die späte Empfehlung von Schutzmasken durch das Robert Koch Institut. “Es wäre sehr hilfreich, wenn RKI und WHO eingestehen würden, dass sie da einen Fehler gemacht haben.”

Prof. Dr. Karl Lauterbach am 10.07.2020

Der Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler empfiehlt Patienten vor einer Urlaubsreise ins Ausland zu prüfen, ob es sich bei ihren ärztlich verschriebenen Medikamenten um “suchtmittelhaltige” Arzneimittel handelt, denn diese unterliegen besonderen Regelungen. Das betrifft u.a. eine breite Palette an stark wirksamen Schmerzmitteln (z.B. opioidhaltige Schmerzpflaster oder Medikamente) sowie psychotrope Arzneimittel (Opiate, Cannabinoide sowie bestimmte Beruhigungs- und Schlafmittel).

Phago am 10.07.2020

In Österreich liefert der Vollgroßhandel pro Jahr über 10 Mio. Packungen suchtmittelhaltiger Arzneimittel an die Apotheken aus.

Phago am 10.07.2020

Weltweit sterben bereits jedes Jahr bis zu 700.000 Menschen an den Folgen antibiotikaresistenter Infektionen. Wird die global voranschreitende Antibiotikaresistenz nicht eingedämmt, könnten es laut der AMR Industry Alliance bis 2050 sogar 10 Mio. Menschen sein – auch mit gravierenden wirtschaftlichen Folgen. Der weltweite Bedarf an neuen Antibiotika ist daher alarmierend hoch.

Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs am 10.07.2020

Die sparsame Anwendung von Antibiotika trägt zwar einerseits dazu bei, Resistenzen zu vermeiden, bedeutet andererseits aber eine enorme Herausforderung für die Refinanzierung der kostenintensiven Erforschung und Entwicklung durch pharmazeutische Unternehmen.

Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs am 10.07.2020

Zusammen mit 20 weiteren führenden Pharmaunternehmen und Partnern hat Johnson & Johnson den “AMR Action Fund” ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist, bis 2030 zwei bis vier neue und dringend benötigte Antibiotika zur Verfügung zu stellen, um der steigenden Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen (AMR) zu begegnen. Die teilnehmenden Firmen investieren dazu insgesamt rund 1 Mrd. Dollar.

Janssen-Cilag GmbH am 10.07.2020

Mund-Nasen-Bedeckungen oder “Community-Masken” gehören in der Corona-Krise zum Alltag. Doch wie werden sie richtig getragen ? Personen, die zu einer Risikogruppe gehören oder gesundheitlich vorbelastet sind, können das Für und Wider mit ihrem Arzt oder dem Betriebsarzt besprechen.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am 10.07.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 11. Mai 2020

Die Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffes gegen das Corona-Virus ist der Schlüssel für eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Normalisierung in Deutschland. Die Bundesregierung verstärkt daher mit einem bislang einmaligen Sonderprogramm zur Impfstoffentwicklung von 750 Mio. € ihre Anstrengungen nun noch einmal erheblich.

Bundesministerium für Bildung und Forschung am 11.05.2020

Viele Medikamente, darunter auch rezeptfreie Arzneien, haben Nebenwirkungen, die die Fahrtüchtigkeit einschränken können. Auch an sich unproblematische Arzneimittel können die Fahrtüchtigkeit infolge von Wechselwirkungen beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Medikamenten oder als Kombimittel eingenommen werden.

Apotheken Umschau am 11.05.2020

Autofahrer sollten besonders bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln, bei Antidepressiva und Psychopharmaka aufpassen, bei starken Schmerzmitteln und Codein-haltigen Hustenstillern  – alle diese Präparate können müde und benommen machen. Mittel gegen Bluthochdruck können vor allem anfangs und bei Dosissteigerung den Blutdruck stark absenken und verursachen dadurch Schwindel und Benommenheit. Antidiabetika und Insulin vermindern wegen der Blutzuckersenkung die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen. Allergie-Mittel wie auch einige Erkältungsmittel wiederum können müde machen. Eine Reihe von Medikamenten macht die Augen zudem lichtempfindlich. Und das gefäßverengende Kombipräparat “Pseudoephedrin” steigert die Risikofreudigkeit.

Apotheken Umschau am 11.05.2020

Die Ursachen der Rosacea sind noch unklar, eine erbliche Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Rosacea kann auch nicht geheilt werden, aber die störenden, unschönen Symptome können mit der richtigen Behandlung verschwinden ! Neben den vom Arzt verordneten Therapien wie Antibiotika-Cremes und -Tabletten gibt es auch eine rezeptfreie Alternative in der Apotheke.

Industrie-Contact AG am 11.05.2020

Experten-Team der Abteilung für Uroligie und Andrologie am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wine.

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien am 11.05.2020

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Medizinwitz des Tages 3. September 2019

Für Unternehmen gibt es kaum Anreize, Geld in Forschung und Entwicklung von Krankheiten zu stecken, die in erster Linie in Entwicklungs- und Schwellenländer vorkommen.

KfW Bankengruppe am 03.09.2019

Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) gilt bei Migräne eine genetische Veranlagung als gesichert. Insofern ist Migräne eine lebenslange Erkrankung. Dennoch bedarf es meist belastender Ereignisse wie Stress oder Schlafmangel, um eine Attacke auszulösen.

Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller am 03.09.2019

Migräne ist chronisch und nicht heilbar. Aber Linderung ist möglich. Gegen Migräne gibt es wirksame Medikamente. Das Mittel der Wahl bei mittleren bis schweren Migräne-Attacken sind Triptane. Weltweit sind 5 Triptane in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. In Deutschland aber gibt es nur 2 davon.

Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller am 03.09.2019

Medikamente am Steuer vermindern die Fahrtauglichkeit. Rund 2.800 der in Deutschland rund 55.000 zugelassenen Medikamente lassen kein sicheres Autofahren mehr zu. Bedenklich sind vor allem Schmerz-, Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Aktion Das Sichere Haus am 03.09.2019

In Österreich werden alljährlich über 1 Mio. Zähne gezogen. Das muss nicht immer sein.

ÖGENDO am 03.09.2019

Eine Heilung von Neurodermitis gibt es bis heute nicht. Mittlerweile werden aber die Ursachen und die entzündlichen Prozesse gut verstanden, sodass ein ganz neuer, innovativer Behandlungsansatz entwickelt werden konnte. Dabei handelt es sich um ein sog. Biologikum, einen Antikörper (Eiweißstoff). Dieser hemmt gezielt die Wirkung bestimmter Botenstoffe und unterdrückt so das Entzündungsgeschehen.

Deutsche Haut- und Allergiehilfe am 03.09.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Sind Nahrungsergänzungsmittel gefährlich ?

Diese Frage wird schon seit Jahrzehnten gestellt und kann immer eindeutig beantwortet werden. Also wie oft denn noch ? Dass Nahrungsergänzungsmittel natürlich sicher und gesund sind (News v. 03.07.2017), dafür gibt es jetzt wieder

einen neuesten Beweis.

Der 35. jährliche Bericht des „American Association of Poison Control Center“ (Zentrum für Gift-Kontrolle in den USA) hat in einer jüngsten Studie das Jahr 2017 analysiert und stieß dabei 2,607.413 ernsthafte Zwischenfälle – nach der Einnahme irgendwelcher Substanzen.

Das Ergebnis:

  • Null Tote durch Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E, Niacin, Vitamin B6 oder irgendeinem anderen B-Vitamin.
  • Null Tote nach Multivitamin-Präparaten, ob für Erwachsene oder Kinder.
  • Null Tote nach Einnahme von Mineralien: Also von Kalzium, Magnesium, Chrom, Zink, Silber, Selen, Eisen oder Multimineral-Präparaten.
  • Null Tote durch Aminosäuren, Kreatin, Blaualgen, Glucosamin oder Chondroitin.
  • Null Tote durch Kräuter.
  • Null Tote durch irgendwelche homöopathischen Präparate, asiatische Medizin, Ayurveda Medizin.

Prof. Andrew Saul, der diese Auswertung unternommen hat, frägt in der ZUSAMMENFASSUNG:

Wenn Nahrungsergänzungsmittel so „gefährlich“ sind, wie es die FDA (in Deutschland die DGE), die Medien und sogar manche Ärzte behaupten, dann sei doch die Frage gestattet:

WO SIND DENN DIE LEICHEN ?

Zur Erinnerung (noch einmal mit dem Holzhammer):

Schon in JAMA 1998 wurde eine Zusammenfassung von 39 Studien veröffentlicht, die das Jahr 1994 betrafen. Darin wird von 2,216.000 Krankenhauspatienten berichtet mit schwerwiegenden Nebenwirkungen durch Medikamente. Zudem kam es im selben Jahr zu 106.000 tödlichen Nebenwirkungen.

Und da wagen es Ärzte in Europa weiterhin vor Nahrungsergänzungen zu warnen ?

PS 1:  Die gefährlichsten Substanzen waren übrigens

  • Analgetika (11 %)
  • Haushaltsreiniger (7 %)
  • Kosmetika (7 %)
  • Beruhigungsmittel (6 %)
  • Antidepressiva (5 %).

PS 2: Das war die USA. In der EU sterben pro Jahr an die 200.000 Menschen durch Arzneimittel.

QUELLE:  Uwe Gröber: „Arzneimittel und Mikronährstoffe“ (S. 5)

KFV: Medikamente „schuld“ an bis zu 25 % aller Verkehrsunfälle

„Medikamente können die Fahrtüchtigkeit mit dem Auto negativ beeinflussen“, warnt Österreichs Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) – gerade im Winter (Stichwort Grippezeit). Noch dazu werde diese Gefahr von den Autofahrern unterschätzt. Die Experten gehen davon aus, dass 20-30 % aller in Österreich zugelassenen Medikamente Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit haben.

9.000 Verkehrsunfälle im Jahr

Eine neue „KFV-Dunkelzifferstudie“, dass in Österreich rund 521.000 Personen in den letzten 12 Monaten ein Kraftfahrzeug gelenkt hätten, obwohl sie wegen Medikamentenkonsums dessen unsicher waren. Dazu zählt KFV-Direktor Othmar Thann, Fehleinschätzungen aller Art, vermindertes Reaktionsvermögen und Müdigkeit. Es gebe Schätzungen, wonach 8-25 % aller Verkehrsunfälle direkt oder indirekt auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen sind.

„Das wären allein in Österreich pro Jahr zwischen 3.000 und bis 9.000 Verkehrsunfälle“, so Thann. Zu der Studie wurden Medikamente gegen Grippe, Schmerzen, Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel abgefragt. Ein Viertel (23 %) der Befragten gestand, den Beipackzettel selten oder nie zu lesen, um über die Nebenwirkungen genauer Bescheid zu wissen. Das auf der Medikamentenschachtel aufgedruckte Warndreieck mit Rufzeichen ist ebenfalls nur 24 % der Autofahrer bekannt.

Tückischer Hangover-Effekt

„Tückisch“ sei laut KFV auch der sog. Hangover-Effekt: So hätten manche Medikamente noch 16 Stunden nach der Einnahme eine Wirkung, die bis zu 0,8 Promille Alkohol im Blut entspricht. Und 29 % der Befragten hatten sich sogar unmittelbar nach der Medikamenteneinnahme wieder ans Steuer ihres Fahrzeugs gesetzt.