Medizinwitz des Tages 15. Juli 2019

In Deutschland gibt es viel zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl von aktuell 1.400 Spitäler auf deutlich unter 600 würde die Qualität der Versorgung für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern.

Bertelsmann Stiftung am 15.07.2019

Krankenhäuser sind keine Profitcenter, sondern Teil der staatlichen Daseinsvorsorge. Um eine gute stationäre Versorgung sicherzustellen, sind deutlich erhöhte Investitionen in die Spitäler für Umstrukturierungen, neue Technologien und Digitalisierung notwendig. Dazu ist es dringend erforderlich, dass die Länder ihrer Investitionsverpflichtung zur Gänze nachkommen. Für die Implementierung neuer digitaler Technologien ist zusätzlich der Einsatz von Bundesmitteln unabdingbar.

Marburger Bund am 15.07.2019

ANMERKUNG: Für einen Medizinwitz des Tages müssen die genannten Fakten nicht unbedingt falsch sein. Es reicht schon, wenn aus Sicht der Frohmedizin die Richtung oder Konsequenz “absurd” ist …

Hälfte der deutschen Pflegekräfte denkt an Ausstieg

Wegen der aktuellen Rahmenbedingungen denken 54 % der deutschen Pflegekräfte über den Ausstieg aus ihrem Beruf nach. Das ergab der 1. Pflexit Monitor der Paul Hartmann AG. Für 72 % sei der andauernde Personalmangel und die damit verbundene hohe Arbeitsbelastung der Grund. Und nur 35 % würden diesen Job wiederwählen oder ihn weiterempfehlen.

Infografik: obs / Paul Hartmann AG

“Der Pflegeberuf muss in vielerlei Hinsicht aufgewertet werden“, findet Chima Abuba. Konkret meint der Geschäftsführer von Paul Hartmann Deutschland in Bezug auf Verantwortung, Gehalt und Ausbildung. “Ansetzen könnte man bei der Bezahlung, einer Reform der Pflegeausbildung oder der Akademisierung der Pflege. Und während in den vergangenen Jahren in Deutschland immer mehr Ärzte eingestellt wurden, stieg die Anzahl an Pflegekräften trotz zunehmender Patientenzahlen nicht im gleichen Maße. Laut Bertelsmann Stiftung könnten bis 2030 in der Pflege rund 500.000 Vollzeitkräfte in der Pflege.

Pflegekräfte würden auch oft nur als Helfer des Arztes angesehen. “Dabei könnte die Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten dem Pflegebereich einen deutlichen Schub geben“, glaubt Raimund Koch von Paul Hartmann. Schon jetzt erlaube das Pflegeerweiterungsgesetz von 2008 eine Wundversorgung wie das Ausstellen von Rezepten. „Das wäre ein Schritt in Richtung Aufwertung und Gleichberechtigung des Pflegebereichs gegenüber Ärzten oder Apothekern. Doch wegen des sehr komplexen Prozesses wären die ersten Modellprojekte erst 2020 möglich.“