Ganz plötzlich brillant werden

Ketogene Diät ist nichts für Sie. Mit diesem Satz tröste ich so manchen Patienten. Denn fast immer kommen mir Patienten mit dem Wort Ketose dann, wenn sie abnehmen möchten. Und dazu genügt auch „no carb“. Besser noch ist no carb und Bewegung. Das wissen auch schon Viele …

Dass ketogene Diät noch besser wirkt, ist ebenfalls bekannt, nur eben … in der Durchführung manchen zu aufwendig. Also, wollen Sie abnehmen, dann lassen Sie doch einfach

Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Zucker

weg. Das machen auch Heidi Klum und Thomas Gottschalk so. ABER: Es kann sich dennoch lohnen, mit der Ketose, mit Ketonkörpern zu experimentieren. Sie ein Mal zu testen. Kostet schließlich nichts: Im Gegenteil, man lässt doch Dinge weg. Spart also Geld. Und man könnte, mit ein bisschen Glück auch ganz plötzlich

BRILLANT

werden. Plötzlich aufwachen im Kopf. Das Gehirn quasi leuchten lassen. Kreativ werden. Förmlich überquellen vor neuen Ideen … und sie möglicherweise (Ketone wirken auch auf die Leistungsfähigkeit des Körpers) sogar umsetzen !

Man könnte ja sein Leben, seinen Alltag ändern wollen. Wenn man nicht mehr zufrieden ist, z.B.. Oder wenn man all die Strahlemänner um sich herum beneidet, die offensichtlich ein „besseres“ Leben führen. Weil sie brillant im Kopf sind und dynamisch. Dann bekommen Sie meinen üblichen Rat:

Fangen Sie einfach an: Gehen Sie in die Ketose !

Doch lesen Sie vielleicht zuerst das blaue Büchlein „Keto Basics“ von Daniela Pfeifer. Das hat ohnehin nur 15 Seiten. Und dann werden Sie begreifen, praktisch begreifen, dass Ketone, also diese geheimnisvollen Super-Fettkörper nicht nur Energielieferanten des Gehirnes sind, sondern auch Bau- und Schutzstoffe des zentralen Nervensystem.

Und zwar darum:

  • Ketone liefern pro Sauerstoffmolekül mehr ATP (reine Energie) als Zucker. Sind also besonders nachts hilfreich, wenn dem Gehirn im Schlaf weniger Sauerstoff zur Verfügung steht.
  • Die Verbrennung von Ketonkörpern erzeugt weniger freie Radikale als die Verbrennung von Zucker. Ist also deutlich gesünder.
  • Ketone können im Gehirn einen Teil der Insulinfunktionen übernehmen. Sind daher bei fehlender Insulinwirkung hilfreich. Sie erinnern sich? Prof. Kern, Lübeck (News v. 30.12.2006): Übergewichtige Menschen haben weniger Insulin im Gehirn. Die denken dann nicht so gut wie sie könnten. Ketone helfen denen.
  • Ketone sind im Gehirn eine wesentliche Ausgangssubstanz für die Bildung von Cholesterin und Myelin. Myelin umhüllt und schützt die Nervenfasern, Cholesterin braucht man zur Bildung von Progesteron (News v. 22.12.2018). Man produziert also sein eigenes Psychopharmakon.
  • Ketone (BHB) wirken epigenetisch auf die Aktivität einer ganzen Reihe von Genen im Gehirn.
  • Ketone wirken auf das sog. FOXO-Netzwerk (siehe News v. 29.06.2014), das für genügend antioxidative Enzyme wie Glutathion und Katalase sorgt. Erinnern Sie sich an Glutathion (News v. 14.06.2011) ?
  • Ketone (BHB) senken die Aktivität entzündlicher Botenstoffe (Zytokine).
    Ketone erhöhen den BDNF (brain derived neurotrophic factor), der die Bildung neuer Nervenfasern, die Bildung neuer Synapsen (zur Informationsüber-tragung) anregt.
  • Ketone (BHB) fördern die Umwandlung von Glutamat in die beruhigende GABA (News v. 01.11.2018).
  • Ketone fördern die Durchblutung des Gehirns und die Bildung neuer Mitochondrien !!!!!

Auch nicht gewusst ? Sehen Sie, darum kommen wir Menschen in milder Ketose zur Welt. Mit Ketonkörpern im Gehirn. Umgekehrt: Ohne Ketone … kein Gehirn. Und wie ist das bei Erwachsenen ? Da lohnt sich dann das Experiment …

Es ist Ihr Leben !

QUELLE: Ulrike Gonder et al. „Der Keto Kompass“ (S. 217)

Was die Schulmedizin verschweigt ?

Dargestellt am Beispiel Parkinson. Also ganz bewusst an einer schweren und kaum zugänglichen Erkrankung möchte ich Ihnen erneut klar machen, dass

Hilfe immer möglich ist !

Es wird nämlich vergessen, dass es neben der direkten Hilfe, der direkten Bekämpfung der Krankheit auch eine indirekte Hilfe gibt. Dieser Satz gilt ganz besonders bei Parkinson. Stichwort Neurodegeneration. Da gehen also Nervenzellen kaputt.

Mit der Konsequenz, dass nicht nur die Hände zittern, sondern auch Gangstörungen auftreten. Die Bewegungen immer langsamer werden, die Schritte immer kürzer. Es folgen Gleichgewichtsstörungen und Demenz. Sie haben vielleicht davon gehört, dass hier Dopamin produzierende Zellen untergehen. Also gibt man den Patienten Dopamin in Pillenform.

Leider ist das Bild unvollständig: Wegen des Zellenunterganges fehlen nicht nur

  • Dopamin,
  • auch Noradrenalin,
  • Serotonin sowie
  • GABA (siehe News vom 24.10.2017).

Es kommt also unweigerlich zur Depression. Und depressiven Menschen fehlt bekanntlich Antrieb. Spätestens dann wird es wirklich schwierig: Wenn der Mensch auch nicht mehr möchte …!

Gibt es Hilfe? Ja, aber nicht von Seiten der Chemie, sondern aus einer ganz anderen Ecke. Spricht sich glücklicherweise auch langsam herum. Der Internist und Kardiologe Dr. Herbert Löllgen, 75 Jahre, der jede Woche 50 km läuft und jeden Morgen Krafttraining macht, erklärt z.B. bei seinen Vorträgen dem staunenden Publikum (über das Staunend sollten Sie bitte lange nachdenken):

Körperliche Bewegung kann wie eine gute Medizin betrachtet und auch eingesetzt werden.

Dieses Geheimnis, diese fast magische Hilfe hat die Schulmedizin ihren Patienten über Jahrzehnte vorenthalten. Und so kommen wir zum Parkinson. Wenn man dort mit Tabletten alles versucht hat, die Krankheit leider fortschreitet, dann hilft Bewegung. Zitat von Frau Dr. Mareike Schwed, Beirätin einer Stiftung für Parkinsonforschung:

  • Durch gezieltes körperliches Training können Tremor (das Zittern) und Rigor (die Muskelstarre)  um 30 % reduziert werden.
  • Dabei finden sich bei intensivem Training deutlichere Effekte also bei zu vorsichtigem Training.

Goldene Worte ! Endlich einmal. Der Mensch, der Körper, der Muskel muss gefordert werden. Nicht immer nur gestreichelt oder massiert. Dahinter steckt wieder das Wort TUN, die Eigenverantwortung. Das wahre Geheimnis jeder ärztlichen Hilfe: Nicht dem Patienten die Verantwortung abnehmen, sondern sie bei ihm und seinem Körper belassen !

Also, was steckt hinter dem Geheimnis, dass man durch körperliches Training sogar Parkinson um 30 % „verbessern“ kann ? Es sind 2 Ideen:

  • Man kann jeden Nerv regenerieren. Man muss es ihm nur sagen. Ihn also fordern.
  • Es ist niemals der ganze Körper krank, sondern immer nur ein Teil davon. Wie wäre es also, wenn man sich um den gesunden Teil des Köpers kümmert ? Man also die übrigen Muskeln „auftrainiert“ ?

Frau Dr. Schwed hat in einer Studie gezeigt, dass durch körperliches Training BDNF (brain derived neurotrophic factor) freigesetzt wird. Deshalb bewirkt körperliche Aktivität Neuroproduktion. Das Gegenteil von Neurodegeneration.

Und hatten wir das nicht schon mal? Den Beweis, dass die Gehirnzellen im Laufe des Lebens eben nicht untergehen müssen, sondern im Gegenteil: Dass selbst das Gehirn wieder jung werden kann, das neuronale Netz wachsen kann. Das Anti-Aging eine wissenschaftlich nachweisbare Tatsache ist.

Die Medizin hat den Menschen noch immer nicht ganz verstanden. Denke ich positiv: Brauchen wir auch nicht. Wir müssten nur täglich laufen. Oder uns beim Krafttraining anstrengen. Unterm Strich einfach handeln !

Das Motto des Jahreskongresses 2017 der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie lautete übrigens:

BEWEGUNG IST LEBEN

Ich glaube nicht, dass die Schulmedizin die tiefe Wahrheit dieses Satzes schon verstanden hat. Da sollte das Beispiel Parkinson dann doch verblüffen …

Wem glauben wir ?

Frau Dr. Terry Wahls litt an Multiple Sklerose und saß bereits im Rollstuhl. Aufgegeben von der Schulmedizin. Die Ärztin aus Iowa hat sich dann aber selbst geholfen! Hat noch einmal studiert – u.a. Biochemie. Hat trainiert, sich anders ernährt und letztlich auch ihre Mitochondrien verwöhnt. Darüber dann auch noch ein Buch geschrieben … Das führt mich zu der Frage, wem hören wir eigentlich zu, wenn es um die Gesundheit geht ?

Auch wenn Einige von Ihnen schlechte Erfahrungen gemacht haben, so steht an 1. Stelle der Arzt. Aber welcher? Ein junger Arzt ohne viel Erfahrung? Eher nicht. Dann doch lieber ein 65-jährigen Landarzt aus dem Bayerischen Wald. Sie verstehen mich. Und ziemlich sicher besonders wertvolle Ratgeber sind jene Ärzte, die selbst eine oder mehrere Krankheiten mitgemacht haben.

Die können dann auch wirklich mitreden. Genau so eine Ärztin ist Frau Dr. Terry Wahls. Und die Dame fährt inzwischen wieder Rad und reitet sogar. Ihr Rezept hat sie in dem Buch „Minding my Mitochondria“ veröffentlicht, das mir leider etwas zu dick ist. Also versuche ich, Ihnen einen ganz kurzen Einblick in die Gedankenwelt dieser herausragenden ärztlichen Persönlichkeit zu geben:

Multiple Sklerose gilt als Autoimmunerkrankung. Also habe man sich lange auf den Entzündungsprozess konzentriert. Inzwischen glaubt man aber sehr viel mehr an Neurodegeneration, also den Untergang von Zellen. Und arbeitet daran, diesen Untergang aufzuhalten. Zu verzögern, vielleicht sogar umzukehren.

Frau Wahls schlägt dazu vor TRAINING. Einschließlich Elektrostimulation. Denn dies würde Stoffe wie

  • den Nervenwachstumsfaktor (NGF),
  • den im Gehirn entstehenden Neurotrophen Wachstumsfaktor (BDNF),
  • den Insulinähnlichen Wachstumsfaktor (ILGF)
  • und den Wachstumsfaktor für die Gliazellen (GGF)

stimulieren. Zusätzlich auch das Immunsystem stärken. Sie hat bewiesen, dass dieser Weg zum Erfolg führt.

Und sie schlägt vor ERNÄHRUNG. Denn, wenn da neue Zellen wachsen sollen, wenn da neue Nervenzellen sich vernetzen sollen, braucht das Wachstum Nährstoffe. In erster Linie Omega-3, Vitamin D und Vitamin B12.

Dabei gehe es ihr ganz besonders um die Mitochondrien. Die uns, wenn richtig ernährt, auch entgiften. Also sollten wir denen zumindest helfen! Weil diese Kraftwerke auch Energie produzieren. Sie wissen doch: Je besser Sie ihre Mitochondrien ernähren, desto mehr ATP wird gebildet. Je mehr ATP Sie haben, desto besser können Sie trainieren. Je mehr Sie trainieren, desto mehr Energie haben Sie. Da greife dann Ernährung und Training ideal ineinander.

Dazu nennt Frau Wahls die B-Vitamine und Q10 besonders wichtig. Dadurch würde nämlich der oxidative Stress in den Mitochondrien gesenkt und diese stabil bleiben.

Und schließlich noch ihr APPELL an die vermeintlich chronisch Kranken:

Da wisse man aus bereits tausenden Studien, dass mehr Gemüse und Obst bei praktisch jeder chronischen Erkrankung hilft. Sei es Bluthochdruck, Herzkrankheit, Asthma, Arthritis oder Diabetes. Bis hin zu jeder Form von Krebs, so Dr. Wahls. Schon Hippokrates hätte Recht gehabt: Die Nahrung sollte unsere Medizin sein !

Und dann wird sie persönlich (Zitat): „Ich wünschte, dass mehr Ärzte, Lehrer, Krankenschwestern, Ernährungsberater lernen würden, wie die Mitochondrien unsere Energie (ATP) erzeugen. Und wie sehr dieser Prozess von unserem Essen abhängt. Wir können durch genetisch korrekte Kost mehr erreichen, was unsere Gesundheit und Lebensenergie angeht, als jeder Arzt, der (nur) Medikamente verschreibt.“

Laut Frau Dr. Wahls ist es tatsächlich möglich, den Schaden, den wir unserem Gehirn, den wir unserem Rückenmark zugefügt haben, aufzuhalten und sogar wieder gut zu machen !