Kohlenmonoxid: Eine tödliche Gefahr im trauten Heim

“Obwohl eine Vergiftung der Atemluft mit Kohlenmonoxid zumeist tödlich verläuft, sind deren Verursacher Bewohnern kaum im Bewusstsein”, weiß Nina Glaser vom Bundesinstitut für Risikobewertung. Die Gefahren gehen dabei nämlich hauptsächlich von defekten Heizungsanlagen, Gasthermen und Holzöfen aus. Schätzungen in Deutschland gehen von rund 1.000 Toten im Jahr aus.

Bild: obs / Arbeitskreis Kohlenmonoxid / Ei Electronics GmbH

Kohlenmonoxid ist farblos, geruchlos und geschmacklos. Das macht es so gefährlich, denn man bemerkt es nicht. Die typischen Symptome einer beginnenden CO-Vergiftung sind Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit. Für Personen in geschlossenen Räumen bedeutet das Gas eine echte Lebensgefahr, denn es wird eingeatmet und verhindert dann im Blut die lebenswichtige Sauerstoffaufnahme, was letztlich zum Tod führt.

Luft für Plattform „MeineRaumluft“ ein Lebensmittel

Die unabhängige Plattform MeineRaumluft fordert mehr Aufklärung und Förderung der Eigeninitiative bei der Vermeidung von Luftschad-stoffen in Innenräumen sowie die Schaffung von allgemein verständ-lichen Richtwerten und Kennzeichnungen. So würden jüngste Zahlen der WHO zeigen, wie belastet die Luft in Österreich tatsächlich ist. Vor allem seien es Schadstoffe wie z.B. Feinstaub oder Schwefeldioxid, die bei dauerhafter Belastung in hohen Konzentrationen „massiv“ die Gesundheit beeinflussen könnten.

Die Proponenten von
Die Proponenten von “MeineRaumluft” rund um Sasha Walleczek nach der Pressekonferenz. (Foto: K. Schiffl)

„Da kann man bei täglich rund 50 mcg pro Kubikmeter schon auf 27 dag Feinstaub im Jahr kommen“, so Arschang Valipour vom Wiener Otto-Wagner-Spital. Laut den Experten sei jedoch nicht nur die Außenluft verschmutzt, sondern sogar noch mehr die Luft in Innenräumen (Stichwort Schimmelbefall). „Es hat nicht nur das, was wir essen und trinken Einfluss auf unsere Gesundheit, sondern vor allem auch das, was wir einatmen“, betonte die Ernährungstherapeutin Sasha Walleczek.  Und das seien Tag für Tag immerhin rund 1 kg feste Nahrung, 2,5 kg flüssige Nahrung und auch 15 kg Luft.

Ergo sei Luft – und im speziellen die Raumluft – als Lebensmittel zu klassifizieren. Und nachdem sozusagen Lebensmittel in alle Richtungen gekennzeichnet würden, so müsse es laut Plattform-sprecher Thomas Schlatte „auch Hilfe für die Qualitätsbeurteilung der Raumluft“ geben. „Vorstellbar wäre auch eine Regelung der Raumluft ähnlich der Trinkwasserverordnung.“ Mit der Forderung „Luft ein Lebensmittel“ wolle die Plattform jedenfalls Politik und Gesellschaft auffordern, Maßnahmen zu setzen und zu fördern.