Österreichs Gesundheitssystem jedes Jahr 1 Milliarde € teurer

Im Jahr 2021 könnten Österreichs Ausgaben für Gesundheit um insgesamt 4,6 Mrd. € teurer sein als heute. Das gab die Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser nach Abschluss einer sog. 15a-Verordnung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherungen bekannt. „Entgegen den Aussagen der Ärztekammer steigen die Investitionen und Ausgaben im Gesundheitswesen jährlich weiterhin an. Es gibt keine Einsparungen, ganz im Gegenteil!”

Es brennt der Hut

Nunmehr existiere aber erstmals  eine vertraglich fixierte Finanzierungszusage der Länder und der Sozialversicherungen für einen Ausbau der Primärversorgung. „Mit der Zweckwidmung von 200 Mio. € haben wir einen wichtigen Pflock für die Gesundheitsreform eingeschlagen. Damit kommen wir dem Ziel, den Spitalsbereich zu entlasten und die ambulante und niedergelassene Versorgung auszubauen, einen großen Schritt näher“, so Oberhauser.

Demnach könnte sich die Bevölkerung konkret über eine Versorgung nahe am Wohnort freuen, einen besseren Zugang dank längerer Öffnungszeiten und mehr Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe. Angesichts der genannten Verordnung brennt hierzulande auch für den Präsidenten der ÖÄK, Artur Wechselberger, der Hut – wenngleich aus anderen Gründen. „Es kann doch nicht sein, dass ein Angebotsmonopol für Kassenplanstellen bei den Ländern und Krankenkassen liegt, wo doch gerade die Ärztekammern immer auf die Notwendigkeit neuer Kassenstellen gedrängt haben.“

Verschlechterungen ?

Der „massive Umbau“ des Gesundheitssystems werde, so der ÖÄK-Präsident,  für alle Beteiligten Verschlechterungen mit sich bringen.